Elfte Veranstaltung zum Buchprojekt ‚Befreiung vom Geld und Eigentum … und warum das noch lange nicht reicht‘

Die Anarcho-Primitivist*innen wollen zurück zu einer auf Sammeln und Jagen basierenden Gesellschaft. Die Leute um Mark Boyle, ‚the moneyless man‘ haben sich nach Geld und Tausch 2016 auch von der Technologie verabschiedet und setzen im ‚Freien Haus‘ auf agraische Selbstversorgung. Andererseits hat der neo-marxistische ‚Akzelerationismus‘ auch unter Anarchist*innen Anhänger*innen gefunden und damit ein völlig unkritischer, patriarchaler Fortschritts- und Machbarkeitsmythos, der die ökologischen Zerstörungen zwar thematisiert, aber ihre Konsequenzen nicht sehen will.

Wir freuen uns auch über kontroverse Auseinandersetzungen um unsere Position, die konsequent und radikal sowohl Technologiefetischismus als auch das zurück zur Natur ablehnt. Wer will sich schon ein AKW, Amazon-Lager oder einen industriellen Landwirtschaftsbetrieb von unten wiederaneignen? Niemand der noch bei Sinnen ist.

Noch ein Lied: Umsonstläden

Auf „Hey, Pippi Langstrumpf“
C d G C (4x)

2 mal 3 macht 4, widewidewitt und 3 macht neune,
ich zähl nie mein Geld, widewide weils mir nicht gefällt.
Geh ich ins Geschäft, holla holla hopsa durch nen Laden,
nehm ich einfach mit, alles was ich hier zum Leben brauch

Refrain: C F G C (4x)

Hey Gratisleben, trallali trallala tralla hoppsassa
Hey ohne Arbeit, so leben wie’s gefällt (2x)

Ohne Geld geht’s auch, widewide wer will’s von mir wissen?
Alle groß und klein, trallalalla lad ich hierher ein.

C F G C
a F G C
F G C
a F G FGC

Es gibt ein Haus, ein Gratisleben-Haus,
voll Mäntel, Spielzeug, Kram, die liegen da für alle aus,
denn dieses Haus, voll Hosen, Büchern, Schuh‘n,
zeigt jedem der’s besucht, ein neues 1×1 der Welt.

2 mal 3 macht 4, widewidewitt und 3 macht neune,
ich zähl nie mein Geld, widewide weils mir nicht gefällt.
Ohne Geld geht’s auch, widewide wer will’s von mir wissen?
Alle groß und klein, trallalalla lad ich hierher ein.

Hey Gratisleben …

aus: http://projektwerkstatt.de/index.php?domain_id=1&a=13436

Bloc by Bloc – Spiel um Befreiung und militante Auseinandersetzungen

Freitag, 11. Januar, 19 Uhr in der Gastfeldstr. 104

Spielidee:
Stell Dir eine übersichtliche Stadt mit Wohnviertel,
Einkaufszonen, Bankenviertel, Uni, Fabriken und Repräsentativgebäuden
vor, in denen aus erfindlichen Gründen, Student_innen, Arbeiter_innen,
Frau_LTIQ_s und andere Minderheiten ihre Kämpfe dauerhaft am Ort
verankern wollen. Die Polizei will das verhindern. Aber den Status Quo
umzudrehen ist das Ziel aller Spieler_innen, die dafür in 4
verschiedenen Rollen und weiter verzweigten eigenen Zielen „kooperativ“
spielen/streiten. Als Mittel werden „Räume“ der Stadt beansprucht,
barrikadiert, Läden geplündert, Polizeigerät sabotiert und die
Reaktionen der Staatsmacht (mit ein paar näher zu beschreibenden Mittel)
beeinflußt. Das Spiel bekommt seinen zufälligen oder stratischen Verlauf
durch eine Vielzahl von Ereigniskarten, die teilweise auch selbst
ausgespielt wedern können. Nach Ablauf des Spiels hast Du einen Teil der
Stadt befreit (oder mehr oder nicht)!
Für Erst-Spieler_innen (wie auch in dieser Runde) muss mit zwei Stunden
Spieldauer gerechnet werden, aber wenn den „Zweitspieler_innen“ die
Erkärung des Spiels gut gelingt, werden mehrere Runden gespielt.

Alles weitere dieses Spiels in Englisch wird am Abend auf Deutsch
erklärt!

Hambacher Forst

Die Bilder zeigen den Hauptweg zwischen Beechtown und Cosytown zwischen April 2016 und heute.

aus: https://hambacherforst.org/blog/

Malerei: animal utopia


Hartmut Kiewert, Lazy Afternoon II, Öl auf Leinwand, 120 × 150 cm

Bilder unter:
https://hartmutkiewert.de/malerei1/bilder/

Frauendorf Jinwar

Jinwar ist ein ökologisches Frauendorf, das in der Nähe der Kleinstadt Dirbesiyê entstanden ist. Inmitten des syrischen Bürgerkriegs verfolgt Jinwar das Ziel, einen alternativen, friedlichen Ort für Frauen zu schaffen, an welchem sie frei von jeglicher Gewalt zusammen leben können. Das Dorf wurde auf dem Prinzip der Selbstversorgung gegründet, um Frauen die Möglichkeit zu geben, für ihre eigenen Grundbedürfnisse aufzukommen. Von Frauen für Frauen aufgebaut, soll das Dorf in Nordsyrien Frauen aller Kulturen und Religionen sowie ihren Kindern ein Zuhause bieten.

Es ist eines der vielen Projekte, die durch Erdoğans Angriffskrieg bedroht sind. Eine der Frauen, die von Anfang an am Aufbau von Jinwar beteiligt waren, ist die Internationalistin Nûjin, die seit zwei Jahren in Rojava ist.

Als ich von der Idee des Frauendorfes gehört habe, war ich fasziniert. Auch in Deutschland haben wir schon viel versucht, wurden aber immer wieder auf dieselben Fehler zurückgeworfen. Wir haben nicht den Schritt in eine nachhaltige Praxis geschafft, keine Schritte unternommen, die über unsere Denkgebäude und Alltagspolitik hinausgehen. Schon länger hatte ich darüber nachgedacht, eine Zeitlang nach Rojava zu gehen. Hier wird trotz aller Widersprüche so viel verwirklicht, verbunden mit großer gesellschaftlicher Kraft.

Die Bauarbeiten dauerten knapp zwei Jahre. Natürlich kommen mit jeder Frau, die hierherkommt, auch neue Ideen, die umgesetzt werden. Bisher gibt es 30 Wohnhäuser mit jeweils zwei bis fünf Zimmern, eine Schule, die Jinwar-Akademie, eine Bäckerei, einen Laden, das Gesundheitszentrum und die Gemeinschaftsküche. Der Dorfladen wird als Kooperative organisiert. Abgesehen davon hat Jinwar auch noch Schafe, Hühner, einen großen Stall für die Tiere und ein Wasserbecken gebaut, das auch als Schwimmbad dienen kann. Das Land ist ehemaliges Regimeland, es gibt genug Land, so dass die Frauen sich selbst versorgen können.

Natürlich gab es auch viele Fragen. Zum Beispiel wurden wir gefragt, ob wir wollen, dass alle Frauen ohne Männer leben. Das Ziel ist nicht, dass alle Frauen so leben sollen, aber für einige ist das der logische Schritt. Zum Beispiel für Frauen, deren Ehemänner gefallen sind, das haben dann auch konservative Menschen verstanden. Das Schöne an Jinwar ist ja, dass hier unterschiedliche Frauen zusammenkommen und kommunale Lebensformen weiterentwickelt werden, die dann auch wieder andere Teile der Gesellschaft inspirieren können. Nicht als Insel, sondern immer im Austausch, als Teil einer gesamtgesellschaftlichen Veränderung. Was die Menschen dann am allermeisten überzeugt hat, war die ganze Atmosphäre hier. Sie ist respektvoll und kommunal. Viele, die am Anfang skeptisch waren, wollten später gar nicht mehr weg.

Schritt für Schritt wurde auch eine gemeinsame Grundlage entwickelt und der Dorfrat aufgebaut. Es musste eine gemeinsame Form gefunden werden, das kollektive Leben und Arbeiten zu organisieren. Es wurden Seminare zum Thema Jineolojî durchgeführt, nicht als abstrakt vermittelte Ideenwelt, sondern auf der Grundlage der Gemeinsamkeit von Theorie und Praxis. Oft geht es dabei um sehr Dorf-nahe Themen wie beispielsweise die Weitergabe von Wissen über Naturmedizin.

Von Anfang an sind auch Frauen von feministischen Bewegungen aus aller Welt hierhergekommen. Es gab gemeinsame Diskussionen und viele haben Inspiration von hier mitgenommen. Dieses Dorf kann ein Modell sein, aktuell diskutiert die Frauenbewegung tatsächlich schon über ein weiteres Dorf bei Kobanê.

aus: https://anfdeutsch.com/frauen/sollen-alle-frauen-ohne-maenner-leben-8604

Mal ein Lied: Gitte Haenning

Tränen? – vielleicht

Ich hab‘ beinah‘ 30 Jahre gebraucht
um zu sein, wie ich eigentlich bin
30 Jahre lang hab‘ ich auf Andr‘e geschielt
um zu sein, wie die Anderen sind.
Du hast die Träume zerschlagen
Ich muss mich bedanken,
denn jetzt bin ich wach.
Seit das Glas, das so lang zwischen mir
und der Welt stand,
auf einmal zu Scherben zerbrach.

Ja, ich muss raus.
Halt‘ mich nicht auf.
Jetzt hol‘ ich alles nach.

Tränen? – vielleicht.
doch der Grund bist nicht du.
Ich wein‘ aus Trotz und vor Glück.
Tränen? – vielleicht.
Doch ich weiß,
was ich tu‘.
Ich seh‘ nicht einmal zurück.
Aus Fehlern lernt man.
Vom Schmerz erwacht man.

Ich hab‘ beinahe 30 Jahre gebraucht,
um zu tun, was ich eigentlich will.
30 Jahre lang hab‘ ich die Brave gespielt,
ich war angepasst, folgsam und still.
Ich weiß, du willst nur mein Bestes,
doch eben mein Bestes behalt‘ ich für mich.
Und du wirst es erst langsam begreifen,
du glaubst ja noch immer,
ich sterb‘ ohne dich.

Doch ich muss raus.
Halt‘ mich nicht auf.
Jetzt hol‘ ich alles nach.

Tränen? – vielleicht.
doch der Grund bist nicht du.
Ich wein‘ aus Trotz und vor Glück.
Tränen? – vielleicht.
Doch ich weiß,
was ich tu‘.
Ich seh‘ nicht einmal zurück.

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Realsatire SPD: Altersvorsorge Flaschenpfand

Das letzte Pfund der SPD (Frank Graf)

Die SPD ist am Ende…

Frau Zypries ist ein medizinisches Wunder – das nun so stark schlagende sozialdemokratische Herz scheint in den knapp drei Jahren, in welchen sie als Mitglied des Kabinetts von Bundeskanzler Schröder tätig war, ausgesetzt zu haben: Nicht nur wurde während dieser Periode die gesetzliche Rentenversicherung zugunsten privater Banken und Finanzdienstleister demontiert, eine Rentenkürzung inklusive, sondern auch einer »der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt«, wie Schröder sich anlässlich einer Rede vor den notorischen Hungerleidern des World Economic Forums in Davos 2005 rühmte.

Doch nun ist Zypries bestrebt, den von ihr mit zu verantwortenden Schaden wieder wettzumachen. Wie? Durch politischen Einsatz für höhere Löhne und auskömmliche gesetzliche Renten? Zypries wäre nicht Sozialdemokratin, wenn sie nicht statt dieser altmodischen Methoden eine viel bessere und zeitgemäßere Idee in petto hätte; sie möchte endlich das enorme rentenpolitische Potential von Flaschenpfandbons nutzbar machen: »Ihr schwebt eine App auf dem Smartphone vor, mit der man etwa die Strichcodes der Pfandbons direkt einliest und dann der Betrag auf ein Vorsorgekonto übertragen wird.« Ein philanthropisches Meisterstück: Zum einen hätten die Durchschnittsverdiener bereits in jungen Jahren einen Anreiz, sich in der für ihr Rentenalter unabdingbaren Zivilisationstechnik des Flaschensammelns zu üben, zum anderen kann die angesparte Summe auf die im Rentenalter zu erwartende Grundsicherung angerechnet werden und so die Sozialkassen entlasten.

Das letzte Pfund, mit dem die einst sozialdemokratische SPD noch wuchern kann, ist das Flaschenpfand.

aus: http://www.ossietzky.net/24-2018&textfile=4608

Erst das Fressen, dann die Moral

Satire: Die Anstalt vom 18.12.18

https://www.zdf.de/comedy-show

Armutsbericht 2018: Der Paritätische Gesamtverband

Ein Drittel der erwachsenen Armen in Deutschland ist erwerbstätig, jede*r vierte arme Erwachsene ist in Rente oder Pension und nur ein Fünftel ist arbeitslos, so nur einer der vielen brisanten Befunde des aktuellen Armutsberichts des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. … Ein Novum ist, dass der Bericht unter anderem erstmals der Frage nachgeht, wer die rund 13,7 Millionen Menschen, die in Deutschland in Armut leben, faktisch sind. Er räumt dabei mit diversen Klischees und Vorurteilen auf. So trifft offenbar auch die gängige Formel, Bildung allein schütze vor Armut, nicht zu: Wie die Analyse des Paritätischen zeigt, weisen fast drei Viertel der ab 25-jährigen Armen ein mittleres oder sogar hohes Qualifikationsniveau auf.

Armut trotz Arbeit sei dabei entgegen der weit verbreiteten Annahme keinesfalls hauptsächlich ein Problem von Minijobs, so ein weiterer Befund. „Minijobber machen nur etwas mehr als ein Viertel der erwerbstätigen Armen aus. Die ganz überwiegende Mehrheit ist mehr als nur geringfügig tätig und 41 Prozent sind sogar voll erwerbstätig. Armut geht jedoch vergleichsweise oft mit befristeter Beschäftigung und Zeit- bzw. Leiharbeit einher“, erläutert Schneider.

Der Armutsbericht des Paritätischen enthält weiterhin auch Befunde zur „klassischen Betrachtung“ von Armut, die bestätigen, dass insbesondere Arbeitslose, Alleinerziehende, Menschen mit geringem Qualifikationsniveau und Menschen mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich oft von Armut betroffen sind. Dass hier auch nach Jahren aller politischen Absichtsbekundungen zum Trotz keine Verbesserung erkennbar ist, sei ein „politischer Skandal“, so der Verband. Insbesondere die Kinderarmut ist laut Paritätischem Armutsbericht anhaltend und alarmierend hoch: Nicht nur jedes fünfte Kind in Deutschland lebt in Armut, sondern auch jeder fünfte arme Mensch in diesem Land ist ein Kind. Wie die Analysen der Paritätischen Forschungsstelle zeigen, steigt bei Alleinerziehenden dabei das Risiko der Einkommensarmut, desto jünger die Kinder sind: Weit über die Hälfte (56%) der Alleinerziehenden mit zwei und mehr Kindern unter 15 Jahren, leben in Armut.

aus: https://www.der-paritaetische.de/presse/armutsbericht-2018-paritaetischer-korrigiert-falsche-bilder-der-armut-und-fordert-neue-armutspolitik/

Bundeswehr: „Rüstung gegen Russland“


Den ersten wichtigen Meilenstein für eine grundlegende Neuausrichtung der Bundeswehr in Richtung Russland, markierten im April 2017 die „Vorläufigen konzeptionellen Vorgaben für das künftige Fähigkeitsprofil der Bundeswehr“. Verfasst unter der Ägide von Generalleutnant Erhard Bühler wurden schon damals keine Zweifel daran gelassen, dass der „Bündnisverteidigung“ und damit faktisch der Rüstung gegen Russland künftig wieder mehr Bedeutung zukommen soll. Deutschland müsse bis 2031 drei schwere Divisionen mit je etwa 20.000 SoldatInnen in die NATO einbringen können, die erste bereits 2026, so die wichtigste Aussage des Dokumentes. (1) Den nicht sonderlich zarten Hauch von Kaltem Krieg, den das Ganze vermittelte, fasste die FAZ am 19. April 2017 treffend zusammen: „Damit würden die Divisionen wieder die klassische Struktur aus der Zeit vor 1990 einnehmen.“ (2)

Diese Hochrüstung gegen Russland ist ernst zu nehmen, wie allein schon ein ergänzender Blick in das vom Heereskommando Mitte 2017 herausgegebene Papier „Wie kämpfen die Landstreitkräfte künftig“ zeigt. Darin wird ein detailliertes Szenario entworfen, wie die Bundeswehr einen Landkrieg gegen Russland im Jahr 2026 gewinnen kann und welche Fähigkeiten hierfür beschafft werden sollen.

Deutschland soll künftig eben nicht nur am Hindukusch und in der Sahelzone, sondern zudem auch wieder in Osteuropa und wo sonst auch immer man meint, Streit mit Russland anfangen zu wollen, „verteidigt“ werden. Nichts anderes ist gemeint, wenn von einer „gleichrangigen“ Fokussierung auf Auslandseinsätze und Landes- und Bündnisverteidigung die Rede ist.

Schon vor einiger Zeit kündigte Verteidigungsministerin von der Leyen an, der Militärhaushalt solle bis 2024 auf 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigen. Bereits im Mai 2018 tauchten in einem Papier der Bundeswehr-Universität erste Zahlen auf, was das konkret für die Haushalte der nächsten Jahre bedeuten würde, die nun weitgehend vom Fähigkeitsprofil übernommen wurden. (9) Die Tatsache, dass der Bundeswehr-Etat bereits rasant von 23,8 Mrd. (2000) auf 38,5 Mrd. (2018) auch inflationsbereinigt um knapp 30 Prozent kräftig zulegte, verblasst geradezu gegenüber dem, was im Fähigkeitsprofil für die kommenden Jahre anvisiert wird. Ausgehend vom bereits vorhandenen Haushaltsansatz 2019 (42,9 Mrd.) sollen saftige jährliche Erhöhungen schließlich in einen Haushalt münden, der 2024 satte 57,91 Mrd. Euro (nach NATO-Kriterien sogar etwas über 62 Mrd. Euro) umfassen soll – etwa 135 Prozent mehr als noch im Jahr 2000!

aus: https://www.graswurzel.net/gwr/2018/11/ruestung-gegen-russland/

Buch: Amparo Poch y Gascón. Biographie und Erzählungen aus der spanischen Revolution

Klappentext:
Leben und Werk der aus Zaragoza stammenden Amparo Poch y Gascón (1902-1968) sind ein eindrückliches Beispiel dafür, wie spannungsreich das Verhältnis zwischen Männern und Frauen in der anarchistischen Bewegung Spaniens war. Amparo Poch war eine der drei Gründerinnen der anarchistischen Frauenorganisation Mujeres Libres während der spanischen Revolution und mit prägend für deren Politik. Sie kämpfte für die freie Liebe und gleichen Zugang für Frauen zum Arbeitsprozess. Als Ärztin leitete sie ein Feldlazarett vor Madrid, weigerte sich aber gleichzeitig, Gewalt in einer extrem gewaltätigen Situation zu legitimieren. Als Mitarbeiterin von Federica Montseny im Gesundheitsministerium organisierte sie die massenhafte Evakuierung von Kindern ins Ausland.
Die anarchistische Literatur vollzog in der spanischen Revolution einen „nationalistischen Schwenk“, den Amparo Poch nicht mitmachte. Sie schrieb weiterhin in ihrem herrschafts- und patriarchatskritischen sowie lebensbejahrenden Stil. Davon zeugen ihre ironisch-satirischen Erzählungen, die unter dem Titel Sanatorium des Optimismus in der anarchafeministischen Zeitschrift Mujeres Libres erschienen und im Anhang dieser Biographie erstmals in deutscher Übersetzung vorliegen.

„Das ursprüngliche Ziel von Mujeres Libres (bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs) war es, einerseits Frauen für die anarchistische Bewegung zu gewinnen, und andererseits eine Art ‚lesbare Schule‘ zu sein, in der sich Frauen Wissen über so verschiedene Themen wie Kindeserziehung, Medizin, Mode, Film, Literatur, Politik, revolutionäre Theorie, Emanzipation oder wirtschaftliche Fragen aneignen konnten. Die Mujeres Libres hatten für diese Art des Politikmachens zwei treffende Begriffe geprägt: ‚captación‘, also das Werben neuer Mitglieder für die anarchistische Bewegung, und ‚capacitación‘, zu deutsch: ‚Befähigung‘, also die Selbstermächtigung von Frauen durch das Zur-Verfügung-stellen von Informationen und Bildungsmöglichkeiten: ‚Wir wollten die Welt für Frauen öffnen‘, erzählte eine Aktivistin: ‚Wir wollten es Frauen erlauben, sich zu entwickeln, in welcher Weise auch immer sie es wünschten…‘. Nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs blieben diese Ziele zwar grundsätzlich gleich, die Positionen innerhalb der Zeitschrift radikalisierten sich allerdings deutlich und die Notwendigkeiten des Kriegs und der Revolution rückten in den Vordergrund.“ S. 88

Gelbe Westen: Eine anarchistische Sicht

Einige Reflektionen

Wie wir gehofft haben, ist innerhalb der Bewegung der Gelben Westen eine antikapitalistische und antifaschistische Front entstanden. Damit wurde am 1. Dezember in Paris ein Konvergenzpunkt und Katalysator für Menschen geschaffen, die sich nicht mit nationalistischen Narrativen identifizieren. Hoffentlich wird dies dazu beitragen, einen Diskurs zu verbreiten, der die strukturellen Ursachen von Macrons Programmen identifiziert, anstatt sie als „Verrat“ eines Politikers zu betrachten, der einfach durch einen nationalistischeren Populisten ersetzt werden sollte.

In nur drei Wochen hat sich die Bewegung der Gelben Westen von der Blockade des Verkehrs zur Zerstörung der wohlhabenden Viertel von Paris entwickelt. Dies veranschaulicht die Wirksamkeit von Direkten Aktionen, der Horizontalität und der Weigerung zu verhandeln. In der Ära des globalisierten Kapitalismus wird jede Bewegung, die sich gegen den neoliberalen Angriff auf den Lebensstandard der gewöhnlichen Menschen stellen will, gezwungen sein, auf diese Weise zu eskalieren und allen Versuchen zu widerstehen, sie zu kontrollieren, zu repräsentieren oder zu beschwichtigen.

Wie viele Anarchist*innen bereits betont haben, erfordert ein effektiver Widerstand gegen den Kapitalismus die Beteiligung eines breiten Spektrums von Menschen, nicht nur von Menschen, die ein gemeinsames ideologischen Rahmenwerk haben. Das bedeutet, dass sich eine Bewegung außerhalb der Kontrolle einer Gruppe oder Position ausbreiten muss. In der Tat können wir die Bewegung der Gelben Westen als eine populäre Aneignung der Konfrontationstaktiken verstehen, die Anarchist*innen und andere Rebellen in Frankreich seit Jahren anwenden – zum Beispiel bei den Protesten gegen Loi-Travail und am 1. Mai.
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Frauen im Land Bremen


21. Tätigkeitsbericht der ZGF
aus:
https://www.frauen.bremen.de/detail.php?gsid=bremen94.c.10944.de



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