Hamburg: G20 Repressionen

Solidarität mit allen Betroffenen von politischer Repression – für radikale Gesellschaftsperspektiven

Am 8. Juli wurden in Hamburg Drei von der Parkbank festgenommen. Im Anschluss fanden Durchsuchungen an mehreren Orten statt. Zwei Personen befinden sich aktuell noch in Untersuchungshaft. Die polizeiliche Maßnahme war laut Hamburger Abendblatt ein Ergebnis von Observationstätigkeiten rund um den Jahrestag der Proteste gegen den G20 Gipfel. Den Betroffenen wird keine konkret verübte Straftat vorgeworfen, sondern aufgrund präparierter Plastikflaschen mit brennbarer Flüssigkeit eine solche möglicherweise im Sinn gehabt zu haben.

Am Montag den 22.7. um 19 Uhr wird vom Centro Sociale eine Demonstration zum Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis ziehen. Wir rufen die gesamte Breite jener Bewegungen, die an den Protesten gegen den G20 Gipfel teilgenommen haben, dazu auf, an der Demonstration teilzunehmen, selbst dafür zu mobilisieren und weitere Solidarität zu entwickeln.

Die Festnahmen sind die Fortführung der massiven Repressionen nach G20. Bereits der Gipfel selbst in Hamburg war geprägt von Polizeigewalt, aber auch von Protest und Widerstand in den Straßen der Stadt. Wir distanzieren uns in diesem Zusammenhang von nichts. Die Auseinandersetzungen in Hamburg waren ein Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse und Konflikte.

Sie gilt es aufzugreifen, Kritik weiterzuentwickeln und zugrundeliegende Gewaltverhältnisse zu überwinden. Wohnungslosigkeit, Armut, Ausgrenzungserfahrungen oder Polizeigewalt sind die Dinge, über die wir in unseren Zentren oder Stadtteilversammlungen sprechen und die uns bewegen.

Nach einer für Politik und Polizei katastrophalen Bilanz der Gipfeltage befinden sie sich nun auf einem Rachefeldzug. Die Soko Schwarzer Block wurde hierzu als politisches Instrument eingerichtet. Ziel war eine möglichst hohe Zahl an Ermittlungsverfahren als Vergeltung und präventive Abschreckung. Die anhaltenden öffentlichen Fotofahndungen sind ebenso Ausdruck davon, wie auch die hohen Strafurteile in Prozessen oder Drohungen gegen linke Zentren und stadtpolitische Projekte.

Die große Zahl an Ermittlungsverfahren resultiert aus oft absurden Ermittlungskonstrukten. Während Polizeigewalt bis heute verleugnet wird, wurden Betroffene von dieser mit vagen Vorwürfen und auch offensichtlichen Lügen teilweise monatelang in Untersuchungshaft gehalten. Rechte von Betroffenen werden systematisch ausgehebelt und die Ermittlungen selbst werden zum Strafinstrument und Teil einer autoritären Inszenierung.

Der Protest gegen den G20 Gipfel hatte eine globale Dimension.

Migration, Landraub, Ausbeutung, Klimawandel und Kriege sind die Themen, die uns bewegt haben und weiterhin bewegen. Der Macht und Gewalt, mit der diese Verhältnisse aufrecht erhalten werden, setzen soziale Bewegungen ihren Widerstand entgegen.

Die Repression nach dem Gipfel ist Teil einer autoritären Strategie, die politische Dimension der Ereignisse auszublenden und unsichtbar zu machen – hier folgt sie dem gegenwärtigen Rechtsruck innerhalb der Gesellschaft. Zu diesem Zweck verschwinden Menschen in Gefängnissen, zu diesem Zweck werden Distanzierungen eingefordert und Aktivist*innen und Proteste dämonisiert. Wir widersetzen uns diesen Angriffen auf das Politische, indem wir die gesellschaftlichen Verhältnisse zum Thema machen und in Frage stellen und den Menschen, ihren Lebensverhältnissen und Kämpfen Sichtbarkeit verleihen. Im Knast oder draußen, ob schuldig oder nicht.

Wir haben dabei keine gemeinsame Antworten oder vorgefertigte Utopien. Protest auf den Straßen war und ist eine Verdichtung von Unterschiedlichkeiten, geprägt von vielfältigen Erfahrungen mit unterschiedlichen Praktiken, Zielen und politischen Selbstermächtigungen. Bisweilen auch von Streit und Differenz. Eines ist aber klar: Diese Welt geht unter und der alles durchdringende Kapitalismus ist kein Teil einer Lösung, sondern Teil dessen, das es zu überwinden gilt. Ohne radikale Kritik, neue Ideen, Aufbrüche und gesellschaftliche Reibung wird es keine bessere Welt, kein anderes Ganzes geben.

Unsere Solidarität gilt nicht den Waren und Sachwerten, sondern den Menschen. Jenen, die weltweit von Repression betroffenen sind, sich mit dem vorgegebenem Leben vor Ort nicht abfinden wollen, sich auf den Weg machen, Grenzen überwinden oder gemeinsam Widerstand entwickeln. Wir sind ein Teil davon.

Alle müssen raus!

Autonome und stadtpolitische Aktivist*innen

aus: http://florableibt.blogsport.de/2019/07/20/solidaritaet-mit-allen-betroffenen-von-politischer-repression-fuer-radikale-gesellschaftsperspektiven/

Aktionsschwarzfahrer vom Starnberger Gericht verurteilt


aus: https://oc.netzguerilla.net/index.php/s/mtHZ9Dzwy3gWFNS#pdfviewer

Feiges Urteil für offensiven Schwarzfahrer

Wer mit einem Schild, beschriftet mit der Aussage „Ich fahre ohne gültige Fahrkarte“, ausgestattet Bahn fährt, der macht sich nicht, wie bei einer normalen Fahrt ohne Ticket, als Schwarzfahrer strafbar. „Der Tatbestand der Dienstleistungserschleichung greift nur, wenn die Leistung, also der Transport, auch erschlichen wurde. Davon kann im hiesigen Fall einfach keine Rede mehr sein“, so der im Verfahren zugelassene Strafverteidiger Schachtner. Entsprechend groß war das mediale Interesse zu Beginn der Verhandlung.

Anscheinend zu groß für den Geschmack des Gerichtes. „Um das Urteil fernab jeglicher Öffentlichkeit sprechen zu können, wurden alle Register gezogen“, so der Strafverteidiger weiter. Nach dem ersten Verhandlungstag sollten zunächst sieben weitere Verhandlungstage folgen, in denen je ein bis drei Zeugen vernommen wurden. Das Ergebnis: keiner der Zeugen konnte sich an irgendetwas erinnern. Am neunten Verhandlungstag weigerte sich das Gericht plötzlich, wie sonst üblich, auf den gleichzeitig stattfindenden Termin des Verteidigers vor einer Kammer des Landgericht Aachen Rücksicht zu nehmen und einen Schiebetermin abzuhalten. Der Angeklagte musste also ohne Verteidigung erscheinen. In der Verhandlung wurden dann kurzerhand, völlig überraschend, alle noch übrigen sieben Verfahren eingestellt, die Beweisaufnahme unter Abwesenheit der Verteidigung und ohne deren Einverständnis geschlossen und es wurde zum Urteil fortgefahren. Manuel Erhardt verließ aus Protest gegen das Vorgehen des Gerichtes die Verhandlung. „Zuerst wird verhindert, dass mein Verteidiger an der Verhandlung teilnehmen kann, und dann soll plötzlich alles möglichst schnell vom Tisch. Das lasse ich einfach nicht mit mir machen“, so der Aktionsschwarzfahrer.

Daraufhin weigerte sich das Gericht über zwei Wochen hinweg beharrlich, der Verteidigung Auskünfte zum Verfahrensstand zu geben, verwehrte entgegen jeder Rechtsprechung eine Einsicht in die Verfahrensakten und weigert sich bis heute das Protokoll des fraglichen Verhandlungstages zugänglich zu machen. „Dem Gericht lag sehr daran, die Verteidigung möglichst lange im Dunkeln zu lassen.“ so der Verteidiger. Nach zwei Wochen wurde das schriftliche Urteil übersandt. „Im wesentlichen stützt sich die Verurteilung auf die Behauptung, mein Mandant könne nicht nachweisen, dass er immer ein Schild dabei gehabt hätte. Dabei waren in weiten Teilen der Vernehmungen die einzigen Erinnerungen der Zeugen die an das Schild meines Mandanten. Wie das Gericht darauf kommt, das Schild sei anzweifelbar, entbehrt jeder Logik“, so der Verteidiger weiter.

aus: http://scharf-links.de/47.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=70246&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=ae9bf3cec1

Fahrrad-Aktion „Stauen für’s Klima“: jeden 2. Donnerstag im Monat um 16:30 im Nelson-Mandela-Park am Anti-Kolonialdenkmal. Viel Stau führt zu weniger Autoverkehr – da helfen wir gerne! Je unattraktiver das Autofahren ist, desto mehr Menschen entscheiden sich für ökologische Alternativen wie Busse, Straßenbahnen oder das Fahrrad. Die großen Versprechen des Autofahrens – Bequemlichkeit und Zeitersparnis – werden gebrochen.

Autozentrierte Stadtplanung für flüssigen Verkehr kostet unsere Stadt viel Raum und Geld für den Ausbau von Straßen. Aber am Ende fahren nur noch mehr Menschen Auto und stehen wieder im Stau. Das ist als “Rebound Effekt” bekannt. Da mehr Raum und Geld für Autoverkehr auch weniger Raum und Geld für andere Verkehrsmittel heißt, müssen wir uns entscheiden:
Und wir sagen “Nein” zu so viel Autoverkehr! Wir brauchen die Überholspuren und Parkplätze für Busse, Radwege und Grünflächen. Wir wollen kostenlose öffentliche Verkehrsmittel für alle – eine Forderung, die es nun schon über 50 Jahre gibt.

Autowahn

„Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Unfallzahlen für 2018 sind alarmierend. 88.850 Radfahrerinnen und Radfahrer sind 2018 auf deutschen Straßen verunglückt – das sind elf Prozent mehr als im Vorjahr. Unter den Unfallopfern waren auch 10.225 Kinder, das entspricht einem Plus von fast vier Prozent. 445 Radfahrende kamen 2018 zu Tode, das sind fast 17 Prozent mehr als 2017. Unter den Getöteten waren 21 Kinder, sechs von ihnen starben durch rechtsabbiegende LKW.

Etwa zwei Drittel aller Fahrradunfälle sind Kollisionen mit Autos. Hauptschuld trägt in den allermeisten Fällen (75 Prozent) der Autofahrende. Bei knapp 20 Prozent der polizeilich erfassten Unfälle ist kein Unfallgegner im Spiel. Bei den sogenannten Alleinunfällen kommen Radfahrende oftmals durch mangelhafte Infrastruktur – also Schlaglöcher, Baumwurzelaufbrüche, Abbruchkanten oder Hindernisse auf dem Radweg zu Fall.

Die häufigste Unfallkonstellation für Radfahrende sind Kollisionen mit Kraftfahrzeugen beim Einbiegen, Kreuzen oder Abbiegen.“

aus: https://www.adfc.de/neuigkeit/deutlich-mehr-fahrradunfaelle/

So war der Frauenstreik

Der historische 14. Juni 2019: Alle Erwartungen übertroffen! Jede Dimension gesprengt!
Gross, grösser, grossartig: So war der Frauenstreik

work28. Juni 2019

Über eine halbe Million Frauen strömten am 14. Juni 2019 auf Strassen und Plätze der Schweiz. Mit grenzenloser Kreativität und unbändiger Macht. Der Frauenstreik war die grösste politische Demonstration der neueren Geschichte. Die work-Redaktion war mittendrin und hat  die Aufbruchstimmung eingefangen.

weiter: https://www.workzeitung.ch/2019/06/gross-groesser-grossartig-so-war-der-frauenstreik/

Infos: Camps, Atom, Aktionen

[ontopic] summer camps

„Da muss ein Weg sein, um davon zu komm‘n“ sagt der Esel für die Katz.
Es gibt zuviel Indoktrination, – ich hab‘ keinen Platz!
[ …] Abgelegen, in den Provinzen, hörst Du ne wilden Hahn prahlen.
Ein Hund sucht beim andren Deckung, und der Sturm fängt an zu strahlen.
frei übersetzt aus: „Überall ein Handymast“

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IMI Informationsstelle Militarisierung e. V.

Tag der Bundeswehr in Pfullendorf – ein Rückblick

Am Tag der Bundeswehr (TdB) in Pfullendorf am 15. Juni 2019 öffnete das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen der Bundeswehr seine Türen, um für Bundeswehr und Auslandseinsätze zu werben.[1] Zuvor hingen die Städte über Wochen voll mit makaberster Werbung der deutschen Armee. Erwartet wurden 20.000 Besucher*innen – letztendlich verirrten sich „nur“ 12.500 in die Kaserne in Pfullendorf.

Zum Programm, das die Bundeswehr vorbereitet hatte, gehörte auch ein Militärkonzert des Heeresmusikkorps Ulm, eine Hüpfburg, Feldpost schreiben, eine dynamische Vorführung des Kommando Spezialkräfte (KSK) und Fallschirmspringen. Interessant dabei: Das gesamte Programm wurde so gestaltet, dass es vor allem auf Kinder möglichst ansprechend wirken sollte. Kinder wurden sogar mit „Hallo liebe Kinder, hallo liebe Besucher“ explizit angesprochen. Immer wieder waren Kinder zu sehen, die auf Panzern kletterten. So verankert sich eine Normalisierung und Verharmlosung von Krieg und Militär schon im Kindesalter und ebnet den Weg für eine spätere „Karriere“ als Soldat*in, wie auch das Offene Treffen gegen Krieg und Militarisierung Stuttgart, das sich an Protesten gegen den TdB beteiligte, kritisiert.[2]

Protest

Das Bündnis „Keinen Tag der Bundeswehr“, an dem sich neben elf weiteren Gruppen auch die IMI beteiligte, rief zu einer Kundgebung vor den Kasernentoren auf. Dem Aufruf folgten etwa 50 Demonstrierende. Es gab zahlreichen Reden, in denen u.a. die Aufrüstung und Normalisierung der Bundeswehr kritisiert wurde. Kritik gab es auch an den vielen rechten und sexistischen Skandalen in der Staufer-Kaserne. Mehrere Bundeswehr-Sympathisanten beleidigten die Redner*innen: Einer Aktivistin, die gerade eine Rede hielt, wurde von einem Besucher aus dem Kaserneninneren zugerufen, sie solle in die Küche gehen – ein absolut sexistischer Kommentar, der das bei der Bundeswehr vorherrschende Bild von Frauen einmal mehr bestätigt.

Der Bundestagsabgeordnete Tobias Pflüger (Die Linke) wurde als „Landesverräter“ beschimpft.

Einige Aktivist*innen mischten sich unter die Besucher*innen und protestierten mit mehreren friedlichen Aktionen gegen den Tag der Bundeswehr in Pfullendorf. An drei Stellen wurden Transparente gezeigt und Parolen gerufen. Zum Teil wurden symbolisch Blutlachen aus roter Farbe auf dem Boden hinterlassen, um daran zu erinnern, dass das „Geschäft“ der Bundeswehr ein blutiges ist.

Gewaltbereitschaft und rechte Bezüge

Die Friedensaktivist*innen waren bestürzt über die Gewaltbereitschaft, die ihnen teilweise seitens der Besucher*innen entgegen schlug. So wurde beispielsweise eine vierköpfige Gruppe, die ein Transparent mit der Aufschrift „No war“ zeigte, von mehreren Besucher*innen körperlich angegriffen. Die Aktivist*innen wurden gewürgt, geschubst und gekniffen, sie erlitten Prellungen. Einer stellte Strafanzeige gegen einen Besucher, weil dieser ihm büschelweise Haare ausriss. Die Militärpolizei beförderte die Aktivistinnen und Aktivisten aus der Kaserne und fügte ihnen dabei durch Schmerzgriffe an Handgelenken, Hals und Nase unnötig Schmerzen zu, obwohl sich diese friedlich verhielten.
Eine andere Gruppe zeigte am Stand des KSK ein Transparent mit der Aufschrift „KSK = rechte Terrorzelle“ – eine Anspielung auf die enge Verstrickung mehrerer KSK-Soldaten in ein rechtes Untergrundnetzwerk mit Waffenlagern und Umsturzplänen um den Soldaten Franco A. und den Verein UNITER. Ein Mann mit einem T-Shirt von UNITER wurde ebenfalls auf dem Kasernengelände fotografiert. UNITER wird vorgeworfen, paramilitärische Trainings abzuhalten und in rechtsterroristische Umtriebe um Franco A. sowie die Chatgruppe Nordkreuz verwickelt zu sein.[5]

Ebenfalls für Aufsehen sorgte ein Banner der Reservistenkameradschaft oberer Linzgau: Auf dem Banner war unter anderem ein Logo mit der Aufschrift „Supported by AlfaShirt.de“ zu sehen. AlfaShirt ist ein rechter Onlineversandhandel, der diverse Kleidungsstücke, Tassen, Wappern, usw. mit positiven Bezügen zur Wehrmacht verkauft. Auch geschichtsrevisionistische Motive oder solche, die sich positiv auf die Eroberung des Sudetenlandes während des Nationalsozialismus beziehen, finden sich im Sortiment von AlfaShirt. Die Tatsache, dass rechte Kleinunternehmer – wie im Fall von AlfaShirt – auf dem TdB Werbung für sich machen können und dies bei der Bundeswehr offensichtlich niemanden stört, zeigt, dass die Märchen vom „Staatsbürger in Uniform“ oder dem Konzept der „Inneren Führung“, wie sie vom Verteidigungsministerium immer wieder propagiert werden, leider keinerlei Umsetzung durch die Soldat*innen erfährt.

aus: https://www.imi-online.de/2019/06/28/tag-der-bundeswehr-in-pfullendorf-ein-rueckblick/

Schokotopia in der Neustadt

Schokotopia
Generationenübergreifender und inklusiver Ort der Begegnung in der Neustadt

Mitbestimmung, Mitgestaltung, Mitmachen – Stadtentwicklung kann und sollte für die BewohnerInnen sein, so sehen das einige Menschen in der Neustadt. Und gingen mit diesem Wunsch an die Öffentlichkeit, indem sie zu einem Interessententreffen in die Neustädter KlimaWerkStadt einluden. Circa 70 Menschen folgten im Januar 2019 diesem Aufruf!

Ein Ort der potenziellen Mitgestaltung ist das Hachez-Gelände, da es im Raum steht, dass die Schokoladenproduktion eingestellt werden soll.

Eine Mitorganisatorin der Vorbereitungsgruppe von Schokotopia, dazu:

„Um bei einer zukünftigen Vergabe des Geländes nicht wieder die kapitalstarken Großinvestoren an uns vorbeiziehen zu sehen, wollen wir uns jetzt vernetzen und die Öffentlichkeit auf unsere Interessen aufmerksam machen. Wir wollen keinen gentrifizierten Stadtteil, sondern ein von den BewohnerInnen mitgestaltetes Stadtteilkonzept. Es ist uns wichtig, dass wir nicht in Konkurrenz mit den ArbeitnehmerInnen stehen, Arbeitsplatzerhalt muss Vorrang haben.“

Beim ersten Treffen wurden Wünsche ausgesprochen, wie das Gelände zukünftig genutzt werden könnte. Kulturelle und soziale Nutzungen wie Proberäume, Konzerte, Ateliers, Elterninitiativen oder ähnliches standen neben alternativen und bezahlbaren Wohnmöglichkeiten oder Räumlichkeiten für politisch Aktive wie die KlimaWerkStadt zur Diskussion. Hier könnte zentral gelegen im Herzen der Neustadt ein generationenübergreifender und inklusiver Ort der Begegnung entstehen.

„Diese vielfältigen Möglichkeiten stehen in keinem Widerspruch zueinander“, sagt eine der Teilnehmerinnen, „das Gelände ist groß genug, um vieles zu verwirklichen. Dabei könnten auch die meisten der vorhandenen Gebäude umgewidmet werden.“

aus: https://wiki.schokotopia-bremen.info/

Info-Seiten zur Initiative Schokotopia: https://schokotopia-bremen.info/

NK: Nicht-Kommerzialität


„Unter dem Label nichtkommerziell finden seit 2005 verschiedenste soziale und ökonomische Experimente statt, deren Gemeinsamkeit darin liegt, dass sie versuchen Geben und Nehmen zu entkoppeln. Diese Broschüre ist nun der Versuch diesen Projekten eine Plattform zu geben.

Es sind Experimente, die ausprobieren was passiert, wenn wir gemeinsam tief eingebrannte Glaubenssätze hinter uns lassen, wie beispielsweise: Menschen sind nur dann produktiv, wenn sie die Not dazu zwingt, oder sie sich einen Vorteil davon versprechen. Oder: Was passiert, wenn wir produzieren, weil es das Bedürfnis danach gibt, wenn genommen werden kann, weil es den Bedarf gibt.
Das hört sich jetzt alles vielleicht gar nicht so verrückt an wie es ist.
Bestimmt sind die Meisten in Freundschaften mit ähnlichen Verhältnissen ausgestattet. Nach einem gemeinsamen Essen wird nicht darauf geachtet, ob alle gleichviel beigetragen und ge- zahlt haben. Nicht-Kommerzialität versucht dieses im Privaten erlebte Verhältnis auf eine größere gesellschaftliche Ebene zu übertragen.
Das dabei so einiges Spannendes passiert, davon will diese Broschüre berichten.“

Broschüre als PDF:
https://ich-tausch-nicht-mehr.net/

Das Patriarchat und sein Herrenfickrecht: Neues Bordell in Bremen

„Das geplante Bordell an der Duckwitzstraße soll im Herbst eröffnen – wenn alle Anforderungen erfüllt sind.

Aus dem Schild an der Eingangspforte werden zwei Dinge ersichtlich: Die Eröffnung des an der Duckwitzstraße geplanten Bordells ist für den Herbst dieses Jahres anvisiert und diese Pläne stehen weiterhin in der Kritik: „Hier wird nicht freiwillig gearbeitet“ und „Befreit euch, Mädels!“ sind zwei der Botschaften, die ­jemand mit Permanentstift auf das Schild geschrieben hat.

Die Ankündigung „Eröffnung im Herbst 2019“ ist mit „Schließt Frühjahr 2020“ kommentiert.

„Der Flächennutzungsplan für das Gelände erlaubt ein solches Gewerbe und dementsprechend hat das Bauressort auch eine Baugenehmigung erteilt“, erklärt Cordßen. Protest gegen den Bordellbetrieb sei im Vorfeld zu klären gewesen.

Und Protest gab es auch von der Initiative „Grolland wehrt sich“ und dem „Bündnis gegen Bordelle“ (WESER REPORT berichtete). Das trägt mittlerweile den Namen „Bremer Initiative Stopp Sexkauf“, kurz BISS.

Sprecherin Thea Kleinert weiß, dass rechtlich nichts mehr zu machen ist, um die Eröffnung an der Duckwitzstraße zu verhindern. Dennoch plane die Initiative derzeit Protestaktionen: „Man muss dran bleiben und das so nicht hinnehmen“, sagt Kleinert. Was genau geplant ist, will sie jedoch nicht verraten.
…“
aus: https://weserreport.de/2019/06/bremen/sued/eros-center-soll-im-herbst-eroeffnen/

„Um die Betreiber des Etablissements rankten sich bis zuletzt Gerüchte. Wie jetzt „Buten un Binnen“ berichtete, wird die Firma Joy Company das Bordell unterhalten. Geschäftsführerin der Joy Company ist Martina Pröhl, Ehefrau des früheren Präsidenten der Hells Angels Bremen, Andree Pröhl. Der einschlägig vorbestrafte Rocker hat nach dem Verbot der Hells Angels in Bremen die Leitung des neu gegründeten Hells-Angels-Charters „Key Area“ in Delmenhorst übernommen. Der Anwalt der Joy Company, Jörg Krause, bestreitet allerdings jegliche Beteiligung der Hells Angels.“
aus: https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-neues-bordell-in-der-bremer-neustadt-nimmt-letzte-huerden-_arid,1837330.html

Interview mit einer Internationalistin

››Internationalismus ist leider etwas aus der Mode gekommenl«
Medine Yildiz über Identität und Widerstand

Sie ist Mitglied im Landesvorstand der Bremer Linken und dort zuständig für Frauen- und Migrationspolitik.
Für die Partei sitzt Medine Yildiz (57) auch im Bremer Frauenausschuss. Aufgewachsen ist sie in Dersim, einem Zentrum der alevitischen Kultur und des demokratischen Widerstandes in der Türkei. Dort hat sich schon früh für Arbeiter*innen und Frauenrechte eingesetzt. In Bremen lebt sie seit 1986, seitdem ist als Gewerkschafterin und Betriebsrätin sowie in der Frauenarbeit aktiv. Das Interview führte Werner Pfau.

Du stammst aus Dersim, einer alevitischen und politisch bewegten Gegend. Hat dich das geprägt?

Ich bin zwar Atheistin, aber es gibt Aspekte der alevitischen Philosophie, die mich geprägt haben. Meine Eltern haben immer gesagt: Nationalität spielt keine Rolle, ebensowenig Religion oder Herkunft. Demokratische Alevit*innen haben in der Geschichte viel Unterdrückung erlebt, zum Beispiel durch die nationalistische Politik der Assimilation in der Türkei.
›>Türkentum< < war mit dem sunnitischen Islam verbunden. Daher sind viele alevitisch geprägte Menschen in sozialen Bewegungen zu finden, obwohl es natürlich auch konservative Richtungen gibt. Später habe ich durch den Einfluss der Achtundsechziger Feminismus und Marxismus kennengelernt. Ich sehe mich als Internationalistin. Das ist leider etwas aus der Mode gekommen.

Wie meinst du das?

Heutzutage kommt es mir so vor, als ob die Gesellschaft Migrant*innen gerne in Schubladen stecken möchte. Mich zum Beispiel möchten viele auf
irgendeine Identität festlegen, als Muslima, Alevitin, Kurdin. Wenn ich dann sage, ich bin Internationalistin und Feministin, wirken sie geradezu enttäuscht. Selbst bei meiner Partei treffe ich manchmal solche Haltungen.

Siehst du dich nicht als Alevitin oder Kurdin?

| Zu allererst bin ich ein Mensch.

In Deutschland bin ich alleinerziehende Frau, die von Armutsrisiken betroffen ist. In Dersim oder Sivas, wo islamistische Gruppen viele Menschen alevitischen Glaubens massakriert haben – in einem Hotel wurden 37 Menschen lebendigen Leibes verbrannt -, bin ich Alevitin. In Cizre, wo türkische Spezialeinheiten vor ein paar Jahren schwere Menschenrechtsverletzungen begangen haben, bin ich Kurdin. Im Irak, wo viele Jesidinnen versklavt wurden, bin ich Jesidin. Im Iran bin ich die Frau, die öffentlich den Schleier ablegt und dafür ins Gefängnis muss. In Saudi-Arabien bin ich die Frau, die gesteinigt wird.

Das heißt, du möchtest nicht in eine Schublade gesteckt werden?

Richtig. Mit Nation und Religion war immer Unterdrückung verbunden, insbesondre für Frauen und Kinder in patriarchalen Strukturen.
Wieviele Kriege wurden im Namen angeblicher religiöser oder nationaler Überlegenheit geführt?
(mehr…)

Frauen gemeinsam sind stark

Lesbian visibility matters now more than ever

Get The L Out is about more than defending lesbian’s sexual and political boundaries — it is also about creating a common future for lesbians and other women.
June 18, 2019 by Sarah Masson

“LGBT” is, in practice, a coalition that is not based on equality between all its members but on the political, economic, cultural, social, and sexual domination of men over lesbians. What Get The L Out activists have not had the platform to say is that our activism is about more than removing the “L” from the “GBT.” It is also a call to lesbians to reconsider where we put our energy, who we work with, and what we want to work towards: women’s liberation.

There will be no lesbian liberation without women’s liberation and no women’s liberation without lesbian liberation. Because lesbians exclusively love women, they are living proof that women can survive, be happy, and be fulfilled without men in their intimate and daily lives. As such, lesbianism is in itself a political and revolutionary act under patriarchy.

Lesbians have everything to gain by breaking this abusive political relationship with men of the GBT and focusing on ourselves, as well as working with other women towards our collective liberation. However, given the history of feminism and the current dynamics within gender-critical and radical feminism, there are several challenges related to women’s different experiences of patriarchal oppression that we need to overcome to make a serious step towards uniting women. (mehr…)

EuroPride 2019 Wien: Get The L Out Of LGBT

aus: https://www.facebook.com/GetTheLOut/?ref=page_internal

Lesbians from all over Europe (Serbia, Austria, UK, France, Sweden, Hungary – Spain, Italy, Germany in the twitter team) show lesbian visibility at Europride 2019. We are witnessing how transactivism erases lesbians, and silences and demonises lesbians who dare to speak out. We will not be silenced! Respect lesbians‘ sexual boundaries and rights to same-sex relationship! Transition harms lesbians! Sisters, your body is not wrong! Your lesbianism is not wrong!

aus: https://www.youtube.com/watch?v=REJiOK9dUT0&feature=youtu.be

Widerstand: Nachrichten aus Nord-Neukölln

DaWoEdekaMaWa – Räumung verhindern!
nk44 am
18. Juni 2019

Unsere neu gestaltete Brache „DaWoEdekaMaWa“ sollte am Morgen von Montag, den 17. Juni geräumt werden! Dieser erste Versuch konnte erst mal abgewehrt werden, es kann aber jederzeit zu einer neuen Räumung kommen.
Deswegen ist es gerade jetzt umso wichtiger vor Ort Präsenz zu zeigen! Denn nur wenn wir Viele sind, kann eine Räumung vielleicht verhindert werden.
Unser Protest gegen die Neubebauung der Brache mit Micro Living-Appartments muss sichtbar, bunt und laut werden!
„DaWoEdekaMaWa“, eine Gruppe von Anwohner*innen, fordern, den sofortigen Stopp der Bebauungspläne der Microappartments. Wir fordern außerdem, dass auf dem Gelände und im Kiez langfristig bezahlbare und marktferne Wohnungen entstehen oder die Fläche als selbstgestalteter Park, Gemeinschaftsgarten und sozialem Treffpunkt erhalten bleibt.
Kommt vorbei um in den nächsten Tagen mit uns zusammen die Brache weiter zu bebauen, zu bespielen und zu schützen! Haltet die Augen und Ohren offen, sagt Leuten bescheid wenn ihr Verdächtiges seht und kommt dazu!

Am Mittwoch Abend ab 18 Uhr laden wir zum gemeinsamen Picknicken ein um unser weiteres Vorgehen zu besprechen.

Lasst uns gemeinsam die Räumung verhindern!

DaWoEdekaMaWa
Braunschweigerstrasse 21

Folgt @EdekaWo für aktuelle Infos!

aus: aus: http://nk44.blogsport.de/2019/06/18/dawoedekamawa-raeumung-verhindern/

Freierzitate

Das System Prostitution ist sexistisch, klassistisch und rassistisch. Es dient allein der Befriedigung männlicher Bedürfnisse nach Sex, Dominanz, Gewalt, Ausbeutung, scheinbarer Nähe. Weibliche Lust, Sexualität wird negiert bzw. soll überzeugend simuliert werden, sie bekommt ja Geld dafür. Linkes und liberales Gelaber von „Freiwilligkeit“, „wenn sie es doch will“, „Sexarbeit“, „agency“ und Trallala ist hier im Endeffekt nur neoliberal und stützt das „warenproduzierende Patriarchat“.
Liebe Freier, wie wäre es, wenn ihr es lernt, Frauen zu befriedigen, anstatt Geld zu zahlen? Wie wäre es, wenn Sex allen Beteiligten Spaß macht? Frauen sind verdammt nochmal nicht eure „Dreilochstuten“, ihr Arschlöcher.

Achtung Ekelgefahr:
https://dieunsichtbarenmaenner.wordpress.com/tag/freier/



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