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Arbeit schadet und ist nicht gleich menschliches Schaffen

Zahl der Berufskrankheiten deutlich gestiegen

Immer öfter werden Menschen durch ihren Job krank. In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der angezeigten Berufskrankheiten um mehr als ein Viertel an. Die Gesamtausgaben für anerkannte Berufskrankheiten nahmen im selben Zeitraum um ein Drittel zu, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei, die ZEIT ONLINE vorliegt.

Die Daten belegen auch: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Ausgaben wird von nur fünf Krankheiten verursacht. Dazu gehören vor allem Krankheiten, die durch Asbest hervorgerufen werden.

Dazu gehört seit einiger Zeit etwa Hautkrebs, woran häufig Menschen leiden, die im Sommer viel im Freien arbeiten – Dachdecker oder Straßenbauarbeiter etwa. Aber auch Krankheiten, die durch chemische Entwicklungen wie Pestizide oder mechanische Einwirkungen verursacht werden. Stress und psychische Belastungen, welche die meisten Fehltage im Job verursachen – in den vergangenen zehn Jahren stiegen die Krankentage von gesetzlich versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wegen psychischer Belastungen um 144 Prozent –, gelten hingegen nicht als Berufskrankheiten. Ist aber eine Krankheit nicht anerkannt, gibt es für die Betroffenen auch keine Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

Doch selbst wenn es sich um ein anerkanntes Leiden handelt, sind an das Verfahren hohe Hürden gebunden. Die Betroffenen müssen beweisen, dass wirklich der Job sie krank gemacht hat und nicht etwa andere Umstände. So sieht es das Berufskrankheitenrecht vor.

aus: https://www.zeit.de/amp/wirtschaft/2019-11/gesundheit-berufskrankheiten-gesundheitspolitik-bundesregierung

Arbeit ist scheiße. Sie ist bevormundend, ungerecht und macht krank. Denn Arbeit bedeutet Ausbeutung und die Unterstellung unter das Regime der Arbeitgeber, d.h. wann du Essen darfst, Kleidervorschriften, Lohnbetrug, Lächelnvorschrift, Hierarchien, Bewertungen, Sanktionen, Personalakte, Überwachung, was du zu tun und zu lassen hast etc.
Mit Arbeit ist dabei nicht das menschliche Tun gemeint, sondern eine geldförmige und/oder fremdbestimmte Tätigkeit. Arbeit beinhaltet mehr oder weniger oder auch nicht das kreative, nützliche, freudige, beziehungsorientierte Tun (z.B. einen Zirkuswagen zu bauen, weil eine Behausung benötigt wird und es auch Freude bringt, die eigenen Fähigkeiten einzubringen und zu erweitern, ist etwas anderes, als wenn diese Tätigkeit für Profitzwecke eines Unternehmens benutzt wird; den Werkelnden macht es vielleicht weiterhin Spaß, aber andere entscheiden über ihr Tun und der Wagen gehört dem Chef, statt der Verfügung über den von ihnen erbauten Wagen erhalten sie ein bisschen Geld) und bezieht daraus einen Teil der positiven Einstellung ihr gegenüber. Doch Arbeit darf nicht mit diesem menschlichen Tun gleichgesetzt werden, denn das verschleiert ihren ausbeuterischen Charakter. Für viele Menschen ist Arbeit, da sie kein Vermögen besitzen, die einzige Möglichkeit an Geld zu kommen, um damit ihre Existenz zu sichern und ihre sonstigen Bedürfnisse zu befriedigen. Sie ist also Mittel zum Zweck Geld/Profit und nicht etwa konkretes Mittel zum Sattmachen und ein ziemlicher Fresser von Lebenszeit.
Menschen können durchaus mit ihrer Arbeit zufrieden sein und Sinn in ihr sehen. Doch egal wie toll der Taumjob ist, der Zweck bleibt diese irrsinnige Erfindung Geld und ohne Geld läuft nichts. In dieser Wirtschaftslogik ist es egal, ob die Arbeit in Atombombenbauen oder Musikmachen besteht. Das gilt auch für Selbstständige, denn wenn sie am Monopolytisch sitzen, dann bestimmen nicht sie die Regeln, sondern sie müssen nach den Regeln spielen.
Insofern gilt es, nicht mehr dem Arbeitsethos zu frönen, sich und die Umwelt nicht kaputt zu arbeiten, überhaupt so wenig wie möglich oder gar nicht zu arbeiten und den Wert eines Menschen, nicht nach seiner Arbeit oder Nicht-Arbeit zu bestimmen. Sondern sich mit anderen selbstbestimmt zum Zwecke der Bedürfnisbefriedigung zusammenzutun und Keimformen für eine sich befreiende Gesellschaft aufzubauen: Hausprojekte, Netzwerke gegenseitiger Hilfe, Wagenburgen, Gemeinschaftsküchen, DIY Do it yourself, Kleiderpartys, Freie Lizenzen, Utopien denken, wagen, Reparatur-Initiativen, Lebensmittel retten, vegan leben, selbstorganisierte Basisgruppen, solidarische oder gar nicht-kommerzielle Landwirtschaft, kollektive Betriebe, die nicht für in Geld gemessenen Bedarf, sondern für unsere Bedürfnisse produzieren, und das alles nicht auf Kosten anderer … Widerstand gegen die vielfältigen Zerstörungen zu leisten

und nicht vergessen, zu lachen, zu lieben, was dir gut tut auch zu leben.

Staatsterror: Sanktionen gegen Arme

Höhere Hartz-IV-Kürzungen durch die Hintertür

Drei Wochen nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger sind die Bundesagentur für Arbeit (BA) und das Arbeitsministerium im Begriff, eine interne Weisung zur Umsetzung der Karlsruher Vorgaben zu erarbeiten. Aus einem ersten Entwurf, welcher der Süddeutschen Zeitung vorliegt, geht hervor, dass nach wie vor Kürzungen des Existenzminimums um mehr als 30 Prozent möglich sein sollen.

Die entscheidende Passage findet sich unter der Randziffer 31.34 des Papiers: „Bei kumulativer Verletzung von Pflichten nach Paragraf 31 und 32 laufen die Minderungen parallel ab, das heißt, die Minderungsbeiträge werden in Überschneidungsmonaten addiert.“ Übersetzt bedeutet dies, dass die 30-Prozent-Kürzung wegen eines zurückgewiesenen Jobangebots mit dem 10-Prozent-Abschlag wegen versäumter Meldepflichten zusammengezählt wird.

Kürzung könnte so auch 60 Prozent betragen

In einem Rechenbeispiel wird erläutert, dass die Ablehnung eines Arbeitsangebots und ein Meldeversäumnis den Regelbedarf von 432 Euro um 172,80 Euro mindern. Da eine Kürzung drei Monate dauert, können durch neue Verstöße weitere Sanktionen hinzukommen. Dadurch kann das Existenzminimum um 40, 50 oder 60 Prozent schrumpfen, vielleicht sogar mehr.

Das Karlsruher Urteil hat sich nicht ausdrücklich mit den 10-Prozent-Sanktionen befasst, wie sie wegen versäumter Termine beim Jobcenter verhängt werden. Eine Kürzung um 30 Prozent hielt das Gericht unter engen Voraussetzungen für gerade noch zulässig. Drastische Sanktionen von 60 Prozent – bisher vorgesehen bei wiederholter Ablehnung eines Jobs – seien dagegen auf der Grundlage der derzeitigen Erkenntnisse „nicht zumutbar und deshalb verfassungsrechtlich nicht zu rechtfertigen“. Ein derart tiefer Eingriff ins Existenzminimum sei eine Belastung von „außerordentlicher Härte“, heißt es in dem Urteil.

aus: https://www.sueddeutsche.de/politik/hartz-iv-bundesverfassungsgericht-kuerzungen-sanktionen-1.4698013

Durch die herrschaftssichernde Arbeit des Bundesverfassungsgerichts kann jetzt wohl das Duo Arbeitsministerium (SPD) und Bundesagentur für Arbeit weiterhin in erheblichem Umfang Angst und Schrecken verbreiten, was sich sowohl auf Erwerbslose als auch auf Erwerbstätige auswirkt. Damit bleibt ein Hauptsinn der Jobcenters gewahrt. Die Peitsche kann mit Lust geschwungen werden. Warum können Gerichte Urteile nicht so abfassen, dass alle sie eindeutig verstehen können und nicht erst Juristen die wahren Bedeutungen erkennen bzw. Hintertüren ausfindig machen? Mehr als 30% Kürzung geht nicht, bedeutet dann, doch geht, weil damit nur die Sanktionsarten beschnitten werden, die über 30 % Prozent gehen können. Andere Sanktionsarten, deren Maximum unter 30% liegen, können dann einfach neben diesen verhängt werden. Oder wie? Was für ein Scheiß ist das?
Hätte das Gericht geurteilt, dass das Existenzminimum nun mal ein Minimum ist und keinesfalls unterschritten werden darf, was logisch wäre, dann könnte die Exekutive ihre Folterinsturmente nicht vorführen. Doch die Hüter des Grundgesetzes, dessen 70. Geburtstag gerade stolz gefeiert wurde, halten Menschenwürde für eine ziemlich dehnbare Sache.

Als das Bundesverfassungsgericht die Erhebungsform der Vermögenssteuer nicht als grundgesetzkonform beurteilte, hat die Politik das Gesetz nicht überarbeitet, sondern die Steuer einfach seit 1997 nicht mehr erhoben. Was für ein nettes Geschenk an die Vermögenden. Wenn es aber um die armen Menschen geht, dann hat die Politik schon drei Wochen nach Urteilsverkündung einen Dienstanweisungsentwurf zur weiteren Drangsalierung fertig. Die Politik gibt viel Geld aus, um das Repressionsregime am Laufen zu halten. Der Pöbel soll halt nach Feudalherrenart auf seinen Platz verwiesen werden, schließlich braucht die Wirtschaft billige, eingeschüchterte, manipulierte, weitgehend rechtlose Arbeitskräfte. Und dass es auch Kinder trifft, jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut betroffen, interessiert Exekutive und Judikative kaum. Das ist ein sozialer Krieg, den die BRD nach innen führt, auffangen müssen dann Frauen die immer größer werdenden sozialen Probleme, die vermehrte Spaltung der Gesellschaft, die Kälte in dieser Gesellschaft und bekanntlich ist Undank der Welten Lohn. Auch nach außen vertritt dieser Staat seine Interessen und die der besitzenden Kaste durch Wirtschaftsmacht, Freihandelsvertäge, Militär, Unterstützung von rechten, verbrecherischen Regimen und Putchisten wie etwa in Bolivien, Brasilien, Saudi-Arabien.

25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

In Erinnerung an die Gewaltopfer in der Prostitution wurde heute am Ziegenmarkt insbesondere der ermordeten Frauen in Bremen und Umgebung gedacht. Prostitution ist ein patriarchales Gewaltsystem, negiert weibliche Sexualität, macht Frauenkörper zur Ware, die männliche Bedürfnisse zu befriedigen hat. Da hilft auch kein Etikettenschwindel à la Linke/Liberale, die von Freiwilligkeit, Beruf wie jeder andere etc. faseln und damit nur beweisen, dass sie zwar eine Meinung, aber keine Ahnung haben, ja noch nicht einmal haben wollen.

Am 25. November 1960 wurden drei der vier Schwestern Mirabal aufgrund ihres politischen Widerstandes gegen den Diktator Trujillo vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik gefoltert und ermordet. Der Mut der Schwestern ist weltweit zu einem Symbol für Frauen geworden, jegliches Unrecht zu bekämpfen.

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Doku: „Die Akte BND – Waffengeschäfte deutscher Reeder“, 44 Min.

Doku

Deutscher Geheimdienst BND ist involviert in Waffenlieferungen aus einem geheimen Hafen in der Ukraine in Krisen- und Kriegsgebiete. Der Film beleuchtet das Zusammenspiel zwischen der früheren Beluga-Reederei aus Bremen und dem BND. Zuständig für den BND ist das Kanzleramt. Und bekanntlich ist Politik ein dreckiges Geschäft.

Kauf dich dumm und dämlich, sagt die Politik


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Dummschwätzerei

Maas gegen Abzug von Atomwaffen

Im Bundestagswahlkampf hatte sich die SPD für einen Abzug amerikanischer Atomwaffen aus Deutschland stark gemacht. Ihr Außenminister sagt nun: Das nützt nichts.

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich bei einem Besuch im japanischen Hiroshima für nukleare Abrüstung eingesetzt, sich gleichzeitig aber gegen einen einseitigen Abzug der Atomwaffen aus Deutschland ausgesprochen. „Es nutzt nichts, wenn Atomwaffen von einem Land in das andere verschoben werden. Wenn sie verschwinden sollen, dann sollen sie überall verschwinden“, sagte der SPD- Politiker zu entsprechenden Forderungen auch aus seiner eigenen Partei. „Wir brauchen, was die atomare Abrüstung angeht, vor allen Dingen Vereinbarungen auf breiter Basis, nicht nur in einzelnen Ländern.“

In Deutschland lagern für die nuklearen Abschreckung der Nato nach Schätzungen von Fachleuten noch etwa 20 amerikanische, taktische Atombomben. Für ihren Einsatz im Ernstfall hält die Bundeswehr „Tornado“-Kampfflugzeuge bereit. Linke und Grüne setzen sich für den Abzug der auf dem rheinland-pfälzischen Fliegerhorst Büchel stationierten Atomwaffen ein. Im Bundestagswahlkampf 2017 hatte sich aber auch der damalige SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz dafür stark gemacht und diese Forderung später wiederholt.

Die atomare Bedrohung ist in den vergangenen Jahren nach einer Phase der Entspannung nach Ende des Kalten Krieges wieder gewachsen. Die großen Atommächte wie Amerika, Russland und China modernisieren ihre Arsenale und machen sie damit einsatzfähiger. Die Kündigung des INF-Vertrags über das Verbot nuklearer Mittelstreckenraketen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland durch Washington hat Befürchtungen geschürt, dass es zu einer neuen atomaren Aufrüstungsspirale kommen könnte.

Maas sagte in Hiroshima, man dürfe trotzdem nicht müde werden, für eine Trendumkehr zu kämpfen. „Es muss unser Ziel bleiben, irgendwann in einer atomwaffenfreien Welt zu leben, auch wenn das nicht einfach wird oder noch sehr lange dauern wird“, sagte der Außenminister.

Deutschland boykottiert Verbotsvertrag

Dem 2017 von zwei Dritteln der UN-Mitglieder beschlossenen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen will Deutschland aber nicht beitreten. „Weil bedauerlicherweise die Staaten, die im Besitz von Atomwaffen sind, dem Vertrag nicht beigetreten sind“, sagte Maas in Hiroshima zur Begründung. Man sei der Auffassung, dass es sinnvoller sei, mit diesen Staaten über konkrete Abrüstungsschritte zu sprechen.

aus: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/spd-heiko-maas-gegen-abzug-der-atomwaffen-aus-deutschland-16498069.html

Satire: Hohenzollern wollen Entschädigung

Eier aus Stahl: Prinz Georg Friedrich von Preußen | NEO MAGAZIN ROYALE mit Jan Böhmermann – ZDFneo

„Ein Geschlecht wird auf deutschen Toiletten seit über 100 Jahren strukturell diskriminiert: das deutsche Adelsgeschlecht! Klar, den ein oder anderen Weltkrieg hat man aus der obersten Chefetage mitbekommen und die ein oder andere antisemitische Äußerung mag wohl auch gefallen sein. Aber das ist noch lange kein Grund dafür, dass der deutsche Adel einen so schlechten Ruf hat – sieht man mal von Adel Tawil ab. Schließlich hat man sich ja auch verdient gemacht um dieses Land! Zum Glück hat #Prinzdumm Georg Friedrich Prinz von Preußen Eier aus Kruppstahl und fordert klammheimlich ein paar Besitztümer zurück, die sich die Bundesrepublik vermeintlich unrechtmäßig einverleibt hat. Weitergehende Informationen und die einschlägigen Gutachten zum Download findet ihr auf der Website: http://www.hohenzollern.lol/“
Eier aus Stahl

Kauf unbegrenzt weiter, sagt die Wirtschaft

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Doku: „In der Falle: Julian Assange zwischen Politik und Justiz“, 90 Min.

unter: https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLWFmMmNlOWFiLWU4NjgtNDQyNi1hMmUzLThlNDU3Nzk5MzdhYw/in-der-falle-julian-assange-zwischen-politik-und-justiz

Kauf dich perfekt, sagt die Leistungsgesellschaft

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Herrschaft der Arbeitgeber: Überwachung

So überwacht Zalando seine Mitarbeiter

Zonar, das Zalando bei 5000 von 14 000 Beschäftigten einsetzt, erinnert an Kundennoten im Internet. Nur werden hier nicht Produkte bewertet, sondern Menschen. Mit der Software beurteilen Vorgesetzte und Mitarbeiter umfassend die Stärken und Schwächen von Kollegen, zum Beispiel deren Leistung und soziales Verhalten. „Im Kern geht es darum, Beschäftigte permanent zu bewerten, zu kontrollieren und zu sanktionieren“, sagen Philipp Staab und Sascha-Christopher Geschke von der Berliner Humboldt-Universität. Sie arbeiteten zwei Jahre an einer 60-seitigen Studie, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

Ihre Hauptvorwürfe: Zalando erzeuge Überwachung, Leistungsdruck und Stress. Mit Zonar drücke der rasant auf mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz gewachsene Konzern Löhne und schaffe ein Klima der Angst. Mitarbeiter, gerade befristete, fürchteten um ihren Arbeitsplatz. Solche Personalsysteme könnten sich in der ganzen Berufswelt verbreiten, heißt es in der Studie für die gewerkschaftsnahe Böckler-Stiftung: „Von Zalando als Leitunternehmen der Digitalisierung geht eine Leuchtturmfunktion aus.“ Der Handelsgigant Amazon löste 2015 mit einem ähnlichen Programm in den USA Empörung aus. Mitarbeiter beklagten übergroßen Druck.

aus: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/zalando-ueberwachung-zonar-1.4688431

Kauf dich glücklich, sagt die Werbung

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Heuchlerische BRD Demokraten: Bolivien

Berlin und der Putsch (II)
18.11.2019

LA PAZ/BERLIN (Eigener Bericht) – Die selbsternannte Putschpräsidentin Boliviens, Jeanine Áñez, bedankt sich bei der Bundesregierung für ihre Anerkennung und stellt den Streitkräften des Landes eine Lizenz zum Töten bei der Niederschlagung von Protesten aus. Bei Operationen „zur Wiederherstellung der inneren Ordnung“ seien die bolivianischen Militärs „von strafrechtlicher Verantwortung befreit“, heißt es in einem Dekret, das Áñez am Freitag unterzeichnete. Am selben Tag wurden bei Protesten in Cochabamba gegen den Putsch mindestens neun Demonstranten erschossen. Zuvor hatte das Auswärtige Amt in Berlin Áñez offiziell als „Interimspräsidentin von Bolivien“ bezeichnet. Während Beobachter vor einer Eskalation der Gewalt bis hinein in einen Bürgerkrieg warnen, haben die neuen Machthaber in La Paz – weit davon entfernt, sich auf Neuwahlen zu konzentrieren – umgehend angefangen, Bolivien außenpolitisch vollständig neu zu positionieren. Mit faktischer Billigung Berlins treiben sie Kuba und Venezuela noch mehr in die Isolation. Der Sturz der Regierungen beider Länder ist erklärtes Ziel Washingtons.

Die faktische Anerkennung von Áñez als „Interimspräsidentin“ Boliviens durch Berlin ist umso bemerkenswerter, als für die Legitimation des Umsturzes – angeblich eklatante Wahlfälschungen – nicht nur weiterhin Beweise fehlen; tatsächlich gehen namhafte Experten mittlerweile sogar davon aus, dass allenfalls marginale Unregelmäßigkeiten vorliegen, wie sie auch bei Wahlen in Europa und den USA zu verzeichnen sind.

Hinzu kommt, dass die vom Auswärtigen Amt als „Interimspräsidentin“ titulierte Áñez bereits am Freitag ein Dekret unterzeichnet hat, das den Streitkräften freie Hand bei der Niederschlagung von Protesten gibt. Seit dem Putsch durch Boliviens weiße Elite kommt es zu Demonstrationen, Streiks und Straßenblockaden; sie werden vorwiegend von der indigenen Bevölkerung des Landes abgehalten, die Morales weithin unterstützt und Áñez‘ Abtritt fordert – binnen 48 Stunden, hieß es gestern. Die Blockaden führen inzwischen dazu, dass in La Paz Treibstoff und einige Lebensmittel knapp werden. Áñez verlangt die umgehende Beendigung der Proteste. Die Zahl der Todesopfer bei ihrer Niederschlagung ist gestern auf 23 gestiegen. Allein am Freitag kamen in Cochabamba beim Einsatz der Repressionskräfte gegen Demonstranten mindestens neun indigene Bolivianer zu Tode; alle wiesen Schussverletzungen auf.[3] Bereits zuvor waren Demonstranten in El Alto einem Einsatz von Polizei und Militär zum Opfer gefallen. Unklar ist, ob das mörderische Vorgehen der Repressionskräfte mit dem am Freitag von Áñez unterzeichneten Dekret in Verbindung zu bringen ist. In dem Dokument, das online einsehbar ist, heißt es nicht nur, „alle öffentlichen und privaten Organisationen und Institutionen des Staats“ müssten sich bei Bedarf „den Kräften von Militär und Polizei zur Verfügung stellen“.[4] Es heißt darüber hinaus, alle Angehörigen der Streitkräfte, die an Operationen „zur Wiederherstellung der inneren Ordnung“ teilnähmen, seien „von strafrechtlicher Verantwortung befreit“. Dies wird als Freibrief für die Militärs bei ihrem Vorgehen gegen die Demonstranten eingestuft. Kritiker sprechen von einer „Lizenz zum Töten“ und warnen ausdrücklich vor einem Bürgerkrieg.

aus: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8108/



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