Klima-Veranstaltungsreihe im Souterrain

Das Souterrain befindet sich unter der Mensa. Wenn ihr von der Haltestelle Universität Zentralbereich unter der Unterführung und durch die Tür zur Mensa geht, findet ihr den Raum.

Mi 29.5. 18:00

Brand II

Di 11.6. 18:00

Brand III

Brand I – III: Film-Trilogie von Susanne Fassbender (BRD, 2018). Brand ist ein „mehrteiliges umfassendes Filmwerk, in dem sie die Zusammenhänge zwischen Rohstoffabbau, Landnahme, Wirtschaftswachstum und Klimakrise auf beeindruckende Weise analytisch zu fassen weiss.“ … „“Ein Film, der mit analytischen Mitteln den ‚Kern der ökologischen Krise‘ namhaft macht, mit klug eingesetzten filmischen Mitteln die naturalen, sozialen und emotionalen Wirkungen dieser menschengemachten Katastrophe aufspürt und schließlich mit künstlerischen Mitteln das Ausmaß des unwiederbringlich Verlorenen vergegenwärtigt.“ Ein wichtiger Focus der Film-Trilogie ist der Hambacher Forst und der Widerstand dort. Trailer und weiteres: http://www.brandfilme.org/

Di 25.6. 18:00

Climate Crimes
über den IPCC-Bericht, seine Aussagen und Grenzen und das notwendige Scheitern der kapitalistischen Staaten, angemessene Konsequenzen zu ziehen

Zur letzten VA gibt es eine vorbereitete Präsentation. Bei allen Veranstaltungen ist viel Raum für Fragen und Diskussion und wir hoffen, dass wir alle miteinander einen respektvollen Umgang in der Diskussion führen, damit alle sich trauen können, sich und ihre Fragen und Ideen einzubringen.

Demokratie ist nichts anderes, als das Niederknüppeln des Volkes durch das Volk für das Volk. (Oscar Wilde)

Mit der Politik des kleineren Übels sind 6000 Jahre lang die großen Übel gemacht worden. (Lore Lorentz)

Fridays for Future

Kein grüner Reformismus

Aktivistin Annika Waka über antikapitalistische Kritik bei Fridays for Future

Warum hat sich eine antikapitalistische Plattform innerhalb von Fridays for Future gegründet?

Es gab in verschiedenen Ortsgruppen Konflikte. Antikapitalistische Parolen wurden auf Demos übertönt, Aktivist*innen ausgeschlossen, Inhalte verdrängt. Bundesweit begannen daraufhin antikapitalistisch geprägte Fridays-for-Future-Anhänger*innen, sich zu vernetzen und miteinander über Alternativen zu einem grünem Reformismus zu diskutieren. Mittlerweile sind wir rund 200 Leute aus verschiedenen Ortsgruppen. Wir wollen sichtbar machen, dass an der Bewegung viele verschiedene Menschen beteiligt sind.

Was meinst du mit grünem Reformismus?

Viele Forderungen haben zum Ziel, die Umwelt besser zu schützen. Das löst aus unserer Sicht aber das Problem nicht wirklich. Selbst beispielsweise eine CO2-Steuer wird nicht dafür sorgen, dass die Klimaziele von Paris eingehalten werden können.

Warum nicht?

Das kapitalistische System basiert immer auf der Ausbeutung von Mensch und Natur. Der Profit ist das zentrale Ziel – wenn es für Konzerne günstiger ist, umweltschädlicher zu produzieren, dann werden sie es tun. Wir glauben nicht an einen grünen Kapitalismus wie beispielsweise die Grünen ihn fordern.
(mehr…)

Europawahl: Kirchen rufen zur Wahl auf

„Bei der 9. Direktwahl des Europäischen Parlaments am 26. Mai 2019 können die Bürgerinnen und Bürger über die zukünftige Gestalt des Friedensprojekts „Europäische Union“ (EU) mitbestimmen.
Die europäischen Werte und Prinzipien von der Achtung der Menschenwürde, über Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und der Wahrung der Menschenrechte korrespondieren mit unseren grundlegenden christlichen Werten und Überzeugungen. In dieser Tradition nehmen wir Kirchen unsere Verantwortung wahr, die Entwicklung Europas weiterhin konstruktiv zu begleiten. Unsere beiden Kirchen treten in ökumenischer Gemeinschaft für den europäischen Gedanken ein.“ (https://www.dbk.de/presse/aktuelles/meldung/aufruf-der-kirchen-zur-teilnahme-an-der-europawahl/detail/)

Freiheit, Gleichheit, Menschenwürde und -rechte, blablabla, sind nicht gerade die Kompetenzfelder der Kirchen und die EU als Friedensprojekt darzustellen, ist ein schlechter Witz.

Was ist mit der Würde der Kinder in kirchlichen Heimen, wo wohl die schwersten Menschenrechtsverletzungen nach 1945 geschahen? Das Betriebsverfassungsgesetz gilt nicht für den kirchlichen Arbeitgeber. Katholische Träger können eine Kündigung aussprechen, wenn sich etwa Angestellte zu ihrer homosexuellen Partnerschaft bekennen. Im Grundgesetz ist die Trennung von Kirche und Staat festgelegt, dennoch finanziert der Staat die Kirchen mit Milliardenbeträgen (z.B. Bischofsgehälter werden aus dem allg. Steuertopf bezahlt) und religiös beeinflusste Gesetze schränken die Freiheit ein (z.B. kriminalisierte ärztliche Freitodhilfe). Was haben die Kirchen in ihrer langen Geschichte der Menschheit nicht alles angetan? Die Verbrechen an Körper, Psyche, Geist füllen Bände.

Was die EU betrifft, so seien nur Ukraine, Griechenland, Tote im Mittelmeer erwähnt. Außerdem hat kürzlich das Europaparlament die Einrichtung eines Europäischen Verteidigungsfonds in Höhe von 13 Milliarden Euro beschlossen. Was lässt sich da sagen? Gott sei mit dir, liebe Militärunion, liebe Festung Europa, allerliebster Machtplayer?

Demokratie: Zitate aus Politik

Jean-Claude Juncker über Entscheidungen im Europäischen Rat der Staats- und Regierungschefs: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“
https://www.welt.de/wirtschaft/article112948572/Junckers-Tricks-in-den-langen-Bruesseler-Naechten.html

Als Eurogruppenchef sagte er 2011 im Zusammenhang mit der Schuldenkrise: „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“
https://diepresse.com/home/wirtschaft/eurokrise/1335097/Junckers-beste-Zitate_Wenn-es-ernst-wird-muss-man-luegen#slide-1335097-7

Aus der Rede von Kanzlerin Merkel zur Vorstellung des Allensbacher Jahrbuchs der Demoskopie „Die Berliner Republik“ am 3. März 2010 in Berlin:
„Aber genau deshalb bin ich auch zutiefst davon überzeugt, dass es richtig ist, dass wir eine repräsentative Demokratie und keine plebiszitäre Demokratie haben und dass uns die repräsentative Demokratie für bestimmte Zeitabschnitte die Möglichkeit gibt, Entscheidungen zu fällen, dann innerhalb dieser Zeitabschnitte auch für diese Entscheidungen zu werben und damit Meinungen zu verändern. Wir können im Rückblick auf die Geschichte der Bundesrepublik sagen, dass all die großen Entscheidungen keine demoskopische Mehrheit hatten, als sie gefällt wurden. Die Einführung der Sozialen Marktwirtschaft, die Wiederbewaffnung, die Ostverträge, der Nato-Doppelbeschluss, das Festhalten an der Einheit, die Einführung des Euro und auch die zunehmende Übernahme von Verantwortung durch die Bundeswehr in der Welt – fast alle diese Entscheidungen sind gegen die Mehrheit der Deutschen erfolgt. Erst im Nachhinein hat sich in vielen Fällen die Haltung der Deutschen verändert. Ich finde es auch vernünftig, dass sich die Bevölkerung das Ergebnis einer Maßnahme erst einmal anschaut und dann ein Urteil darüber bildet. Ich glaube, das ist Ausdruck des Primats der Politik. Und an dem sollte auch festgehalten werden.“
https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/bulletin/rede-von-bundeskanzlerin-dr-angela-merkel-794788

Merkel auf Pressekonferenz: „Wir leben ja in einer Demokratie und sind auch froh darüber. Das ist eine parlamentarische Demokratie. Deshalb ist das Budgetrecht ein Kernrecht des Parlaments. Insofern werden wir Wege finden, die parlamentarische Mitbestimmung so zu gestalten, dass sie trotzdem auch marktkonform ist, also dass sich auf den Märkten die entsprechenden Signale ergeben.“
https://archiv.bundesregierung.de/archiv-de/dokumente/pressestatements-von-bundeskanzlerin-angela-merkel-und-dem-ministerpraesidenten-der-republik-portugal-pedro-passos-coelho-848964

Bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer bei „Pelzig unterhält sich“, 2010:
„Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.“

X : Wer wählt, wählt die Qual

O
SPD, AFD, CSU, CDU, Grüne, Linke, FDP, XPartei, demokratische Fremdbestimmung, Daimler, Arbeitszwang, Lobbyismus, Amazon, Polizeistaat, Zerstörung der Vielfalt des Lebens auf der Erde, Krieg, Patriarchat, Rheinmetall, Profit, Konkurrenz, Geld- und Warenlogik, Ceta, Zwangsräumungen, Tierleid, Abschiebungen, Hetze, Hass, Climate Crimes, Überwachung, Jobcenter, Frontex, Reichtum für Wenige, RWE, Sozialabbau, Armut für die Massen, Selbstausbeutung, Resignation, Ohnmacht, …

O
AFD, CSU, SPD, CDU, Grüne, FDP, Linke, XPartei, demokratische Fremdbestimmung, Arbeitszwang, Daimler, Lobbyismus, Patriarchat, Überwachung, Amazon, Polizeistaat, Zwangsräumungen, Krieg, Rheinmetall, Geld- und Warenlogik, Reichtum für Wenige, RWE, Zerstörung der Vielfalt des Lebens auf der Erde, Tierleid, Profit, Konkurrenz, Abschiebungen, Frontex, Hetze, Hass, Jobcenter, Ceta, Armut für die Massen, Climate Crimes, Sozialabbau, Selbstausbeutung, Ohnmacht, Resignation, …

Wie auch immer die Partei heißt, alle wollen uns regieren, also über uns herrschen. Solange eine Partei in der Opposition ist, sagt sie je nach Zielgruppe etwas anderes. Aber Wahlversprechen z.B. gegen jeden Krieg zu sein, wie die Bündnis 90 / Die Grünen noch im Wahlkampf 1998 verkündeten, haben eine extrem kurze Halbwertzeit, wenn eine Partei einen Zipfel demokratischer Macht erhaschen kann. Bündnis 90 / Die Grünen und die SPD haben nach ihrem Wahlsieg Ende Oktober 1998 die rot-grüne Regierung unter Schröder und Fischer gebildet. Fast sofort begannen insbesondere Scharping (SPD) und Fischer (Grüne) mit Kriegspropaganda und führten die BRD in den ersten Kriegseinsatz nach 1945, den Kosovokrieg. Beide Parteien hatten auch mit ihrem sozialen Profil Wahlkampf gemacht. Bis 2005 setzten sie in vielen Stufen die anti-sozialen Hartz-Gesetze und die neoliberale Agenda 2010 durch, die u.a. die Spaltung der Gesellschaft radikal vertieften.

Parlamentarische Demokratie bedeutet eben auch kapitalistische Logik und Herrschaft. Das kann nicht abgewählt werden. Deswegen ist weder soziale Sicherheit noch Klimaschutz wählbar.

Wie wäre es Stimme und Hand gegen Fremdbestimmung, gegen Stellvertreterpolitik einzusetzen? Nicht mit dem eigenen X auf dem Wahlzettel, Legitimation für eine lebensfeindliche Politik zu schaffen?
Keimformen für eine sich befreiende Gesellschaft aufzubauen: Hausprojekte, Netzwerke gegenseitiger Hilfe, Wagenburgen, Gemeinschaftsküchen, DIY Do it yourself, Kleiderpartys, Freie Lizenzen, Utopien denken, wagen, Reparatur-Initiativen, Lebensmittel retten, vegan leben, selbstorganisierte Basisgruppen, solidarische oder gar nicht-kommerzielle Landwirtschaft, kollektive Betriebe, die nicht für in Geld gemessenen Bedarf, sondern für unsere Bedürfnisse produzieren, und das alles nicht auf Kosten anderer …

Widerstand gegen die vielfältigen Zerstörungen zu leisten

und nicht vergessen, zu lachen, zu lieben, was dir gut tut auch zu leben.

Du wirst Orte und Räume finden, in die du dich und deine Fähigkeiten eigenverantwortlich einbringen kannst. Wir haben für uns einen Ort im Umsonstladen gefunden und entwickeln diesen weiter. Nimm dein Leben gemeinsam mit anderen selbst in die Hand.

Arbeit: „algorithmische Boss“

Was, wenn der Chef eine Maschine ist? Für mehrere Millionen Menschen sei das schon der Fall, sagt Alex Rosenblat. Sie arbeiten für Algorithmen – jene der Fahrdienst-Apps Uber und Lyft. Für die Fahrer bedeute das: Dauerüberwachung, automatisierte Manipulation – und die ständige Drohung, nicht mehr arbeiten zu dürfen, ohne zu wissen, warum. Die kanadische Ethnografin ist viel „geubert“. …

Das Uber-Modell ist für sie Vorgeschmack auf eine Zukunft, in der Algorithmen Menschen sagen, wo sie sich wann aufhalten sollen, ihr Einkommen immer wieder herauf- oder heruntersetzen, und sie immer wieder durch ein Dauerfeuer von Anreizen dazu bringen, zu arbeiten. „Uber ist fähig, die Arbeitsbedingungen der Fahrer und die Preise zu manipulieren.“ Das Unternehmen tue so, als sei seine App nur ein technisches Hilfsmittel, „wie eine Kreditkarte – aber die Technologie ist nicht neutral“. Der „algorithmische Boss“ sei im Uberland längst Realität.

… Sie erzählt von Fernando, der 42 000 Dollar für ein neues Auto ausgab, weil Uber den Jahrgang seines Autos nicht erlaubte – nur um diese Regel nach Fernandos Start fallen zu lassen. Nun schämt er sich vor seiner Familie, der er dank gekürztem Fahrer-Anteil am Fahrpreis weniger Geld nach Hause bringt. Von Raul aus New York, der acht bis neun Stunden am Tag fuhr – bis Uber seinen Anteil kürzte. Seitdem müsse er 12 bis 14 Stunden am Tag arbeiten. …

Dafür setzen sich die Fahrer einem undurchsichtigen Anreiz- und Sanktionssystem aus. Die App überwacht, wie oft sie bestellte Fahrten nicht antreten, wie sie beschleunigen und bremsen. Das Uber-System verursacht Stress. „Die Fahrer gehen oft heim voller Nervosität, ob ein Kunde sie schlecht bewertet hat, selbst wenn es nur das Wetter war, das die Fahrt erschwert hat.“ Die schlimmste Strafe heißt „Deaktivierung“. Ist die Durchschnittsbewertung durch Fahrgäste zu schlecht, darf der Fahrer seine Dienste nicht mehr anbieten.

aus: https://www.sueddeutsche.de/digital/uber-lyft-boerse-ipo-boesengang-aktie-fahrer-app-1.4440003

Herrschaft: Arbeitgeber


Im amerikanischen Pennsylvania betreibt der Versandhändler Amazon eines seiner Warenlager. Während einer Hitzewelle vor einigen Jahren stieg die Innentemperatur über 39 Grad Celsius. Die Lagerarbeiterinnen baten darum, wenigstens das Tor zur Laderampe öffnen zu dürfen, um frische Luft hereinzulassen. Nein, sagte das Management, bei offener Laderampe könne es zu Diebstählen kommen.

„Stattdessen ließ Amazon Rettungswagen vorfahren, die diejenigen Arbeitskräfte in Empfang nehmen sollten, die zusammenbrechen würden. Wenn sie tatsächlich zusammenbrachen, bekamen sie Minuspunkte und wurden gefeuert, wenn sie zu viele davon anhäuften.“

So berichtet es Elizabeth Anderson in ihrem Buch „Private Regierung“ und fügt zahllose weitere Beispiele an, wie Arbeitskräfte rücksichtslos gegängelt und ausgebeutet werden. In den Vereinigten Staaten sagt die Hälfte der Beschäftigten, ihnen sei schon einmal Lohn grundlos vorenthalten worden. Zwei Drittel fürchten Sanktionen, wenn sie Verletzungen oder Krankheit melden.

Es geht Elizabeth Anderson nicht darum, mit solchen Statistiken Empörung zu schüren. Vielmehr wundert sich die Philosophin darüber, warum sich sonst niemand wundert.

„Warum erkennen wir einen solch allgegenwärtigen Teil unserer sozialen Verhältnisse nicht als das, was er ist? Stattdessen reden wir so, als ob Arbeitnehmer von ihren Vorgesetzten nicht beherrscht werden. Warum sprechen wir, als ob sie bei der Arbeit frei sind und die einzigen Gefahren für unsere individuelle Freiheit vom Staat ausgehen?“

Innerhalb gewisser gesellschaftlicher Normen und rechtlicher Vorgaben verhalte sich das Management wie ein Souverän: Es erlässt Gesetze, bestraft und belohnt, es setzt faktisch Recht. Die Autorin nennt das private Regierung, „willkürliche, nicht rechenschaftspflichtige Autorität“.

Auf das Gegenargument, der oder die Beschäftigte könne doch durch Kündigung seine Freiheit ausüben, antwortet sie:

„Das ist, als sage man, Mussolini sei kein Diktator gewesen, denn die Italiener hätten doch auswandern können.“

aus: https://www.deutschlandfunk.de/elizabeth-anderson-private-regierung-wie-arbeitgeber-ueber.1310.de.html?dram:article_id=447488

Polizei: PM ALF Partout

Struktuelle Repression gegen Küchen Infarstrucktur.

PM : 5.5.2019

Seit dem 02.05.19 kocht das Aktions- Küchenkollektiv ALF Partout auf dem im Hambacher Forst Stattfindend „Liberait or Die Camp“. Das Libere or Die Camp ( LoD ) ist ein Camp zu Austausch von Antispezist_Innen und Radikalen Tierschützer_Innen.

Eines der essenziellen Dinge die das Küchenkollektiv stellt ist die Versorgung des LoD Camps mit Wasser, welches via Transport an den Hambacher Forst herangefahren werden muss. Immer wieder und auch in der Geschichte das ALF Partout wurden Wasser Transporte in die Besetzung verhindert und strukturell von der Polizei unterbunden.

An dem 03.05.19 kam es zu einer erneuten Kontrolle eines Wasser Transportes.

Bei der Kontrolle des Kollektivbusses, welche sich über 2h hinzog, wurde eine Aktivistin verhaftet, die zuvor keine Angaben zu ihren Personalien tätigen wollte. Die ganze Ingewahrsamnahme mit Transport zog sich über 7 Stunden hin. Der Person wurde untersagt auf die Toilette zu gehen und ihren Anruf zu tätigen. Ihr wurden in der ganzen Zeit die Hände mit Handschellen auf dem Rücken gefesselt.

Das steht in keiner Relation zu der Ordnungwiedrickeit.

Am 04.05.19 kam es erneut zur Verhinderung eines Wassertransportes. Wobei wie am Vortag eine weiter Person in Gewahsam genommen wurde. Diese Person muss wegen einer Herzerkrankung viel Wasser trinken, dies wurde der Person untersagt, da die Beamt_Innen der nicht deutschsprachigen Person, nicht erklärt haben wie sie aus ihrer Zelle kommunizieren kann. Die Inhaftierung dauerte über 6 Stunden.

Diese Repressionswelle seitens der Polizei ist nicht zu akzeptieren und verachtenswert. Wasser ist ein Grundrecht, und lebensnotwendig. So versuchen Herrschende legetimen Protest für Mensch und Tier zu unterbinden bzw. zu erschwehren. Wir werden dies nicht hinnehmen, wir kämpfen weiter!

Für die Befreiung von Mensch und Tier.

http://alfpartout.blogsport.eu/2019/05/05/struktuelle-repression-gegen-kuechen-infarstrucktur/

Kampftag der Arbeiterbewegung

1872 gründen Anarchisten die Antiautoritäre Internationale in der Schweiz und erfinden den Generalstreick. In den Statuten steht, dass das Mittel der Revolution der Generalstreik ist.

In den USA kommt dieses Mittel zum ersten Mal so richtig zum Einsatz. Das Elend der Arbeiterschaft ist immens. Die Arbeiterinnen und Arbeiter im Norden sind kaum besser gestellt als die Sklaven im Süden. Die herrschende Unternehmerelite ist zu keinen Zugeständnissen bereit. Chicago ist das Zentrum der anarchistischen Bewegung der 1880er Jahre. Dorthin hat es eine große Anzahl von Eingewanderten verschlagen, von denen sich einige Desillusionierte radikalisiert haben. Chicago ist zu der Zeit der größte Schlachthof der Welt.
Am 1. Mai 1886 wird der Generalstreik mit der Forderung nach dem 8-Stundentag ausgerufen. Der größte Streik findet in Chicago statt. Dort schreitet die Polizei am 3. Mai gewaltsam ein und tötet dabei Streikende. Daraufhin mobilisieren die Anarchisten für eine Protestkundgebung am 4. Mai. An dem Tag detoniert eine Bombe am Haymarket und die Polizei schießt in die Menge. Für die toten und verletzten Polizisten und Protestierenden machen die Behörden 8 Anarchisten verantwortlich, obwohl keinerlei Beweise vorliegen. Sieben werden zum Tode und einer wird zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei dieser Todesurteile werden in lebenslange Haft umgewandelt und ein Anarchist nimmt sich im Gefängnis das Leben.
Der unfaire Prozess löst weltweit große Aufruhr aus. In Gedenken an die Opfer des Haymarket Riot wird der 1. Mai zum Internationalen Kampftag der Arbeiterbewegung.

1. Mai in Bremen

ZUR REVOLUTIONÄREN INTERNATIONALISTISCHEN 1. MAI-DEMO 2019 IN BREMEN
In der Vorbereitung zur revolutionären 1. Mai Demo in Bremen stand für uns zu Anfang die Frage, ob wir uns an dem Bündnis beteiligen oder wie andere Anarchist*innen wieder gehen, da es starke Fraktionen autoritärer Kommunist*innen im Bündnis gab. Ein erfahrener, aus Anti-Atom-Kämpfen bekannter Autonomer argumentierte, wir dürfen den autoritären Kommunist*innen nicht das Feld überlassen. Letztlich überzeugte uns das.
Wir bereiteten also ein mobiles Fahrrad-Café und einen Redebeitrag, von dem uns klar war, dass er einige provozieren würde, vor. Parolen und Redebeiträge autoritärer Kommunist*innen waren, wie sie halt sind – für Anarchist*innen und andere nicht autoritäre Menschen eine klare Provokation. Der Redebeitrag des Umsonstladens fiel heraus – er war der einzige, der sich klar anarchistisch positionierte, er thematisierte als einziger das Thema Arbeit, und er war der einzige, der nicht zu Ende gehalten werden konnte.
Nach knapp zwei Dritteln wurde die Rede u.a. von einer Komitee-Orga-Person abgebrochen, sie sei ideologisch und damit nicht akzeptabel für das Bündnis, sie sei gerade für die nicht-deutschen Bündnis-Teilnehmer*innen nicht hinnehmbar. Faktisch war nicht mal der praxisorientierteste Redebeitrag nicht ideologisch – und kann es in dem gemeinten Sinn nicht sein, da alle Redner*innen ja nicht Unbeteiligte sind.
Wir könnten jetzt noch Angriffe führen, lassen das aber und lassen den Redebeitrag für sich sprechen:

ARBEIT, ARBEIT, ARBEIT
schrie es uns in vergangenen Wahlkämpfen von Plakaten von Linkspartei und SPD entgegen,
und auch der DGB hat die Parole immer mal wieder verwendet, der erste Mai heißt auch TAG DER ARBEIT

ARBEIT? – im Kapitalismus brauchen wir den Lohn!
Aber ARBEIT – brauchen wir das?
Oder ist ARBEIT nur ein System der Unterdrückung und Zerstörung?

Marx schrieb im 1. Band vom Kapital: Der „Arbeitsprozess ist unabhängig von jeder bestimmten gesellschaftlichen Form zu betrachten. Die Arbeit ist zunächst ein Prozess zwischen Mensch und Natur. […] Indem er durch diese Bewegung auf die Natur außer ihm wirkt und sie verändert, verändert er zugleich seine eigene Natur. Er entwickelt in ihr seine eigenen Potenzen und unterwirft das Spiel der Kräfte seiner eigenen Botmäßigkeit.“ Ausdrücklich schloss er das Tun sogenannter primitiver Gesellschaften ein.

Aus anarcho-kommunistischer, anarcha-feministischer und radikal-ökologischer Perspektive können wir nur sagen, dass das ein folgenschwerer Fehler der marxschen Analyse war.

Arbeit ist nichts über-historisches. Arbeit unterwirft und zerstört den Menschen und die äußere Natur.

Nicht patriarchale Kulturen – manchmal auch als matriarchale Kulturen bezeichnet – kennen den Unterschied zwischen Spiel und Arbeit nicht. Sie kennen keine Zwangsmechanismen. Das Tun in diesen Kulturen ist freiwillig. Es wird in Formen gegenseitiger Hilfe und in Respekt mit der äußeren Natur organisiert. (Und: Wir wollen keineswegs dahin zurück – denn sie sind u.a. durch und durch religiös.)

Arbeit ist eine Erfindung des Patriarchats. Es setzt Eigentum und damit den Gegensatz von Armut und Reichtum voraus. Im Athen der Antike war Arbeit das was Sklav*innen und Arme tun mussten. Wer als Bürger Athens galt, war reich genug, um frei von diesen Zwängen zur Arbeit zu sein. Bereits in der römischen Antike verwüstete im wahrsten Sinn des Wortes die erzwungene Arbeit Nordafrika. Die großen Wälder wurden für Schiffsbau und Eisenverhüttung abgeholzt, die Wüste drang teils bis an das Mittelmeer vor.

Die moderne Arbeit oder Lohnarbeit, die das ‚warenproduzierende Patriarchat‘ (ein Begriff der Marxistin und Wertkritikerin Roswitha Scholz) prägt, entstand im Spätmittelalter im Bereich des Militärs. Die Landsknechte sowie die Besatzungen der Kriegs- und bald auch der Handelsschiffe waren die ersten, die dem brutalen Zwang zur Arbeit unterworfen wurden. Seit den Diggers, die in der englischen Revolution des 15. Jahrhunderts kämpften, gibt es eine lange Kritik der Arbeit und kämpferische Ansätze der Armen sich von Arbeit zu emanzipieren.

ARBEIT macht das menschliche Tun und damit d*ie Arbeiter*in zur Ware. ARBEIT zwingt Menschen für die Besitzenden fremdbestimmt und als vereinzelte Arbeiter*in zu schuften. ARBEIT spaltet das reproduktive Tun der Frauen ab und schafft damit die Basis für die ökonomische Unterdrückung der Frauen. ARBEIT schafft tagtäglich den Reichtum des Kapitals. ARBEIT als Zwangsverhältnis macht die Herrschaft des Staates notwendig. Um das Zwangsverhältnis ARBEIT zu verschleiern und Herrschaft zu sichern wurden und werden dem männlichen weißen Arbeiter patriarchale und rassistische Konzepte der Beteiligung an Herrschaft beigebracht. Jahrhunderte der Propaganda haben dafür gesorgt, dass diese Konzepte tief in jede*r verankert sind, dass keine* davon frei ist. ARBEIT zerstört die Grundlagen des Lebens auf der Erde.

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Free the Soil 2019

Via Campesina 2019

Redebeitrag Deutsche Bank

Redebeitrag Baumwolle

Redebeitrag FREE THE SOIL

VA: Technik, Technologie und herrschaftsfreie Gesellschaft, Di 30.4., 18:00, Uni Bremen

Im Souterrain gibt es nächsten Dienstag eine kleine Klima-Veranstaltungsreihe.
Das Souterrain befindet sich unter der Mensa. Wenn ihr von der Haltestelle Universität Zentralbereich unter der Unterführung und durch die Tür zur Mensa geht, findet ihr den Raum.

Di 30.4. 18:00

Technik, Technologie und herrschaftsfreie Gesellschaft

Weder Technologiefetischismus noch zurück zur Natur, weder unkritischer, patriarchaler Fortschritts- und Machbarkeitsmythos noch Primitivismus – für eine anarchistisch basierte reflektierte Technologiekritik



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