Hambacher Forst: Tag X wurde ausgerufen!

Pressemitteilung 25.03.2019

Tag X wurde ausgerufen!

Im Hambacher Forst findet seit heute wieder ein Polizeigroßeinsatz statt.

In den frühen Morgenstunden wurde die Mahnwache umstellt und durchsucht, angeblich um die Auflagen der Versammlungsbehörde zu überprüfen.

Danach betrat die Polizei NRW mit 2 Hundertschaften zusammen mit Arbeitern und Securities der RWE den Wald, um nach eigenen Angaben „Unrat und waldfremde Gegenstände zu beseitigen und der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen“. Nichts neues, kommt die Polizei öfters zu solchen „Bodenstrukturräumungen“, um Küchen, Toiletten und andere Infrakstruktur, die sich auf dem Boden befinden, zu zerstören.

Heute wurden außerdem unbesetzte Plattformen und Baumhausbaustellen zum Ziel des Einsatzes. So wurde nachdem sämtliches Material – auch Holz aus dem Wald – in den Baumhausdörfern Oaktown, Winkel, Krähennest und Lluna zerstört oder gestohlen wurde, auch eine Plattform abgerissen. Dieser Aktion fielen außerdem 9 Bäume zum Opfer und mind. 2 Personen wurden verhaftet.

Ein angeblicher Fäkalienwurf wird jetzt genutzt, um eine Kompletträumung des Dorfers Krähennest zu begründen. EinE AktivistIn hätte RWE-Mitarbeiter mit Fäkalien beworfen, woraufhin die Polizei das SEK einfahren lies, mit einer Hebebühne anrückte und weitere Bäume für eine Schneise fällte.

Seit kurzer Zeit ist nun klar, dass nicht nur das Baumhaus mit der beschuldigten Person geräumt werden soll, sondern das ganze Dorf.

Wir haben Tag X ausgerufen, da Bäume gefällt wurden – außerhalb der Rodungssaison, während der Vogelbrutschutzzeit und trotz Erklärung von Seiten RWEs, dass bis Herbst 2020 keine Bäume im Hambacher Forst fallen – und weil die ersten Strukturen der Besetzung geräumt werden. Wir fordern den sofortigen Stopp der Polizeiarbeiten im Hambacher Forst, den sofortigen Kohleausstieg und die Enteignung RWEs !

Kommt zahlreich in den Wald! Organisiert euch vor Ort zeigt, dass wir überall sind!

Hambi bleibt! Alle Dörfer bleiben! Systemchange not Climatechange!

https://hambacherforst.org/blog/

Heute vor 20 Jahren: BRD Angriffskrieg auf Jugoslawien

Nach dem Horror des Zweiten Weltkrieges ist es die rot-grüne Bundesregierung unter Schröder/Fischer, die den ersten deutschen Angriffskrieg seit Hitler-Deutschland im Verbund mit der Nato vorantreibt. 78 Tage lang dauert er. Wie so viele Kriege beginnt auch dieser mit einer Lüge.
siehe WDR-Doku: https://www.youtube.com/watch?v=ZtkQYRlXMNU

Im Bundestag (es ist noch der alte unter Kohl. SPD/Grüne sind gewählt, aber noch nicht im Amt) stimmen 500 Abgeordnete für den Kampfeinsatz, 62 sind dagegen, 18 enthielten sich.
Auch die deutschen Leitmedien spielen eine unrühmliche Rolle. Sie legitimieren den Einsatz und schwächen den Protest mit Falschmeldungen.

Außenminister Fischer legitimiert den Krieg am 13. Mai 1999 auf dem Grünen Sonderparteitag mit: „Ich stehe auf zwei Grundsätzen, nie wieder Krieg, nie wieder Auschwitz, nie wieder Völkermord, nie wieder Faschismus. Beides gehört bei mir zusammen“
Mit 444 zu 318 Stimmen erhält er die Zustimmung der Grünen für die Fortsetzung der Bombardierung.

Sprache ist ein Mittel der Verschleierung. Im Fernsehen sagt Kanzler Schröder zu Beginn der Bombardierung: „Wir führen keinen Krieg, aber wir sind aufgerufen, eine friedliche Lösung im Kosovo auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen.“
Der Krieg wird im Namen der Menschenrechte geführt und weil eine humanitäre Katastrophe zu verhindern sei. Die chirurgisch präzisen Luftschläge erweisen sich als Illusion und die Nato erfindet den Begriff Kollateralschaden.

„Weitgehend in Vergessenheit geraten ist schließlich, dass der Krieg gegen Jugoslawien den außenpolitischen Strategien Deutschlands innerhalb der EU zu einem wichtigen Durchbruch verholfen hat. Während die Bundesrepublik spätestens seit Beginn der 1990er Jahre ganz offen auf eine enge Zusammenarbeit mit Slowenien und Kroatien setzte und dabei NS-Kollaborateure von der kroatischen Ustascha und ihre Nachfolger unterstützte [8], kooperierte Frankreich – traditionell – mit Serbien. Wie die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) konstatiert, war noch Anfang 1999 der Franzose Gabriel Keller, stellvertretender Leiter des OSZE-Beobachtungseinsatzes, bemüht, „den Dialog mit Belgrad aufrechtzuerhalten“, während sein Chef, der US-Amerikaner William Walker, „die klare Aufgabe hatte, das Terrain für eine militärische Operation vorzubereiten“. Noch unmittelbar vor dem Überfall hatte der französische Präsident Jacques Chirac, wie die DGAP schreibt, „große Vorbehalte gegen die Bombenangriffe“.[9] Er verlor den Machtkampf gegen die Bundesrepublik und die Vereinigten Staaten: Mit US-Hilfe setzte sich im Konflikt um die Politik gegenüber Jugoslawien Deutschland gegen Frankreich durch. Der deutsche Sieg über Paris mündete unmittelbar in den Krieg.“
https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7895/

Deutsche Kriegseinsätze sind seitdem Normalität geworden.

Aktuelle Einsätze der Bundeswehr in:

Afghanistan (Resolute Support)
Kosovo (KFOR)
Italien/Mittelmeer (EUNAVFOR MED Sophia)
Operation Counter Daesh / Capacity Building Iraq
Ägäis (SNMG 2)
Mali (EUTM Mali)
Mali (MINUSMA)
Libanon/Zypern (UNIFIL)
Horn von Afrika/Djibouti (EUNAVFOR Somalia Atalanta)
Sudan (UNAMID)
Südsudan (UNMISS)
Marokko (MINURSO)
Mittelmeer (Sea Guardian)

aus: https://www.einsatz.bundeswehr.de

Donnerstag, 28. März 2019 | 19 Uhr | Umsonstladen

Dies ist die zwölfte Veranstaltung zum Buchprojekt ‚Befreiung vom Geld und Eigentum … und warum das noch lange nicht reicht‘.

Die Veranstaltung ist in drei Teile unterteilt. Im ersten Teil wollen wir uns mit dem Charakter des Staates, wie er sich historisch herausgebildet hat beschäftigen. Dazu gehören u.a.die patriarchalen Grundlagen, die Herrschaftskonstrukte Volk und Nation oder das symbiotische Verhältnis von Staat und Kapitalismus.

Im zweiten Teil ‚Emanzipation gegen den Staat‘ wird kurz das Scheitern der Versuche der Emanzipation durch den Staat angerissen, um dann die Grundzüge anarchistischer Ansätze einer Emanzipation gegen den Staat aufzuzeigen.

Der Schlussteil wird sich mit der Anarchie als Gesellschaftliche Ordnung ohne Staat auseinandersetzen. Es gibt dabei keine fertigen Antworten, aber viele Erfahrungen und Ansätze, die es lohnen sich damit auseinanderzusetzen und sie praktisch werden zu lassen. Stichworte dazu werden sein: ‚Zerstörung statt Eroberung der Macht‘, ‚Zersplitterung der Macht und gesellschaftliche Vielfalt‘, ‚Freie Vereinbarung‘, ‚Basisgruppen‘, ‚Versammlungen‘, ‚Räte‘, ‚Kritik am Vertreter*innen-Prinzip‘, ‚Humanistische Grundwerte, anarchistisch vom Kopf auf die Füße gestellt‘ und ‚Kommunikation, dezentrale Strukturen und Föderationen‘.

Bechdel-Test: Geschlechterklischees im Filmgeschäft

Die Zeichnerin und Autorin Alison Bechdel führte 1985 Kriterien ein, über die bestimmt werden soll, ob ein Film sexistisch ist oder nicht. Es geht um die Bewertung der gängigen Plots des Mainstream-Films, nicht um die filmische oder emanzipatorische Qualität eines Films.

Der Test umfasst drei Kriterien:

1. Der Film muss mindestens zwei weibliche Charaktere enthalten, die auch einen Namen haben.
2. Die Frauen müssen ein Gespräch miteinander führen (ein kurzer Zuruf zählt nicht).
3. Das Gespräch darf sich nicht um einen Mann drehen.

Internationaler Frauentag

Der Internationale Frauentag blickt auf eine lange Tradition zurück. Er entstand im Kampf um Gleichberechtigung und Wahlrecht für Frauen. Initiiert durch Clara Zetkin (1857-1933) fand der erste Internationale Frauentag am 19. März 1911 statt. Millionen von Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA beteiligten sich. Die Wahl dieses Datums sollte den revolutionären Charakter des Frauentages unterstreichen. Der 18. März war der Gedenktag für die Gefallenen in Berlin während der Revolution 1848.

Die zentralen Forderungen waren:

Kampf gegen den imperialistischen Krieg
Wahl- und Stimmrecht für Frauen
Arbeitsschutzgesetze
ausreichender Mutter- und Kinderschutz
der Achtstundentag
gleicher Lohn bei gleicher Arbeitsleistung
Festsetzung von Mindestlöhnen

In den folgenden Jahren wurde der Internationale Frauentag jährlich zwischen Februar und April begangen.
Die Festlegung des Internationalen Frauentages auf den 8. März erfolgte 1921 durch Beschluss der 2. Kommunistischen Frauenkonferenz. Damit sollte an den Textilarbeiterinnen-Streik in Petersburg erinnert werden, der auf andere Sektoren übergriff und eine große Arbeiterinnendemonstration auslöste. Diese Kämpfe fanden anlässlich des Frauentages am 8. März 1917 statt – nach dem alten russischen Kalender am 23. Februar – und lösten den Beginn der „Februarrevolution“ aus.

Einen starken Rückschritt brachte in Deutschland die NS-Ideologie von der Rolle der Frau als Ehefrau und Mutter. 1932 wurde der Frauentag von den Nationalsozialisten verboten und durch den Muttertag ersetzt.

Nach dem 2. Weltkrieg fanden in der sowjetischen Besatzungszone bereits 1946 wieder Feiern zum Frauentag statt. In den sozialistischen Ländern wurde die gesellschaftliche Befreiung der Frau gefeiert und der Tag mit offiziellen Feiern für die Frauen organisiert. In Westdeutschland wurde der Frauentag erst in den späten 60er Jahren von der neuen, autonomen Frauenbewegung wiederbelebt.

aus: http://www.meinhard.privat.t-online.de/frauen/frauentag.html

Buch: Berlin wird feministisch. Das Beste, was von der 68er Bewegung blieb


Die Filmemacherin Cristina Perincioli blickt in ihrem autobiografischen Buch zurück auf die ersten Jahre der Zweiten Frauenbewegung.

1968 – der Wendepunkt der Studentenbewegung – be­traten die Frauen die Bühne: undogmatisch, basisdemokratisch und autonom schufen Feministinnen Hunderte innovativer Projekte und Frauenzentren und haben die Gesellschaft entscheidend verändert.
Will man erfahren, wie ein Modernisierungsschub initiiert wird, lohnt es, den Beginn der Frauenbewegung zu kennen. Was machte die Lesben so rebellisch und mutig? Eben noch verborgen, übernahmen sie die Vorhut. Was trieb so viele Frauen auf die Barrikaden? Woher die Inspiration, die Wut, die Freude am Kampf? Wie befreiten sie sich in einem Umfeld, geprägt von Polizei, Berufsverboten, Medienhetze und nicht zuletzt der bohrenden Kritik dogmatischer Linker?

„Die Welt alleinerziehender Frauen mit vielen Kindern war mir wie den meisten Studierenden neu. Über diese Kontakte fand ich später viele Frauen, die mir bereitwillig über die Gewalt ihrer Partner und die Hilflosigkeit der Ämter berichteten. Zu dieser Zeit war Gewalt gegen Frauen noch kein öffentliches Thema; jetzt ging es erst einmal darum, der GeSoBau die „Arbeiterfaust zu zeigen“. So wurde es jedenfalls von den Männern im Mieterrat gefordert und beschlossen. In all diesen Sitzungen waren die Ehefrauen stumm strickend anwesend, ergriffen nie das Wort. Als es am nächsten Tag darum ging, das beschlossene Go-In bei der GeSoBau und im Bezirksamt durchzuführen, war kein einziger Mann da – aber die Frauen.“ S. 53

In Perinciolis Abschlussfilm „Für Frauen – 1. Kapitel“ von 1971, den sie zusammen mit Frauen aus der Mieterbewegung des Märkischen Viertels entwickelte, treten die weiblichen Angestellten eines Supermarktes in den Streik, weil ihre männlichen Kollegen besser bezahlt werden. Am Ende marschieren sie untergehakt auf die Kamera zu, unterlegt von einem Stück von Ton Steine Scherben: „Alles verändert sich, // wenn Du es veränderst …“

Der Spielfilm ist zu finden unter: https://dffb-archiv.de/dffb/fuer-frauen-1-kapitel

Fridays For Future: Diffamierung der Jugendproteste


Diesen Eindruck bekommt man zumindest bei ihren Äußerungen auf der Münchener Sicherheitskonferenz, die am Wochenende in der Bayern-Metropole tagt. Dort hat Die Kanzlerin ein wenig Werbung für besonders schädliches Frackinggas aus den USA gemacht, Russland fast im gleichen Atemzug eine „hybride Kriegsführung“ gegen die Staaten in der EU vorgeworfen und die Schülerstreiks in diesen Zusammenhang gestellt.

„Diese hybride Kriegsführung im Internet ist sehr schwer zu erkennen, weil sie plötzlich Bewegungen haben, von denen sie gedacht haben, dass die nie auftreten – die immer ansetzen an einem Manko.
In Deutschland protestieren jetzt die Kinder für Klimaschutz. Das ist ein wirklich wichtiges Anliegen. Aber dass plötzlich alle deutschen Kinder – nach Jahren ohne sozusagen jeden äußeren Einfluss – auf die Idee kommen, dass man diesen Protest machen muss, das kann man sich auch nicht vorstellen.
Also Kampagnen können heute übers Internet viel einfacher gemacht werden und wir haben andere Kampagnen, ich will da nicht ins Detail gehen. Und wir haben auch andere Gruppen, ich will da durchaus Steve Bannon nennen, die nicht das europäische Modell im Sinn haben. Und dagegen müssen wir uns gemeinsam wehren.“
Angela Merkel

In einem Mitschnitt von Phönix kann die man sich das hier anschauen. Das Zitat findet sich ab Minute 41:30.

aus: https://www.heise.de/tp/news/Schulstreiks-Merkel-sieht-Russland-am-Werk-4311139.html

»Fridays for Future«: Der Kampf um die Empörungshoheit
Wie die junge Generation um ihre Stimme gebracht werden soll

Am Anfang stand das Aufstehen und Hinsetzen der jungen Schwedin Greta Thunberg, die über Monate alleine vor dem schwedischen Parlament in Stockholm mit ihrem Plakat gegen den Klimawandel demonstrierte und anschließend auf der Weltklimakonferenz in Kattowitz mit einer beeindruckenden Rede an das Umweltgewissen der Welt appellierte. Doch längst hat ihr Beispiel Schule gemacht, ist daraus, wie die anhaltenden Proteste der Jugendlichen und Schüler zeigen, eine neue Generationsbewegung geworden.
(mehr…)

Mal ein Witz

Sitzen zwei Homosexuelle im Flugzeug.
Sagt die eine: „Die haben bestimmt gedacht, wir seien zwei Typen.“
Sagt die andere Pilotin: „Und sie dachten, wir seien Passagiere.“

Repression

Nach Protesten gegen den Kohlekompromiss sitzen in der Lausitz drei Klimaaktivist*innen in Untersuchungshaft. Auch gegen die Schüler*innen die bei den „Fridays for Future“ streiken läuft die Repressionsmaschinerie an.

Zur Erinnerung: Ende Januar präsentierte die Kohlekommission, ein von der Bundesregierung eingesetztes Gremium, ihren „Kohlekompromiss“. Dieser beinhaltet eine große Reihe von Empfehlungen, unter anderem, dass das letzte Kohlekraftwerk in Deutschland bis 2038 (!) abgeschaltet werden werden soll und dass die Kohlekonzerne für das „vorzeitige“ Abschalten der Kohlekraftwerke entschädigt werden sollen. Bundesregierung und Kohleindustrie zeigten sich Zufrieden mit diesen Empfehlungen. Angesichts der voranschreitenden Klimakatastrophe sind diese allerdings viel zu schwach um auch nur ansatzweise in die Nähe des im Klimaabkommen von Paris erklärten Ziels zu kommen, den weltweiten Temperaturanstieg auf 1,5° zu beschränken.

Das Aktionsnetzwerk Ende Gelände rief zu Protesten gegen diesen faulen Kompromiss auf: „Es wird in keinster Weise ausreichen, um die Klimakatastrophe aufzuhalten. Darum akzeptieren wir es auch nicht. Wir fordern den Kohleausstieg jetzt!“ Eine der Aktionen fand am 4. Februar statt, bei der Aktivist*innen mehrere Bagger in den Kohlerevieren Lausitz und im Leipziger Land symbolisch besetzten.

Am Ende der Aktion gab es wie zu erwarten mehrere Ingewahrsamnahmen. In der Härte nicht zu erwarten war das Vorgehen der Repressionsbehörden in der Lausitz. (mehr…)

Rechtsnachfolgestaat BRD: Zusatzrente für Waffen-SS-Mitglieder in Europa

Ein Führererlass bringt bis heute Opferrenten für die Täter durch eine „wertneutrale“ Sozialversicherung. Echte Opfer wurden weniger neutral behandelt

Der Nationalsozialismus und das von seinen Schergen über die Welt gebrachte millionenfache Leid sind doch nun wirklich Geschichte im Jahr 2019. Sollte man meinen – und wird dann immer wieder eines Besseren belehrt, wenn beispielsweise Überlebende aus den Vernichtungslagern der Nazis von ihrer Geschichte berichten und man Menschen begegnen darf, die wie Anita Lasker-Wallfisch, einer der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz, Josef Mengele, der von Mai 1943 bis Januar 1945 als Lagerarzt in Auschwitz seine Schneise des Schreckens geschlagen hat, als Cellistin regelmäßig Schumanns Träumerei vortragen musste, da er dieses Stück so gerne hörte. Sie sind noch da – und das gilt immer auch noch für einige der Opfer des NS-Terrors, der beispielsweise in Form der millionenfachen Ausbeutung und Zerstörung menschlichen Lebens in den Arbeitslagern zu Tage getreten ist.

Bevor die Nazis beschlossen, alle Juden umzubringen, haben sie viele als billige Arbeitskräfte in Tausenden von Ghettos ausgebeutet. Die Löhne befreiten nicht vom Hunger, die Jobs nicht von der Willkür der SS. Doch wer Arbeit hatte, bekam in aller Regel etwas Geld oder Essensrationen. Im Ghetto Lodz in Polen gab es zum Beispiel eigene Werkstätten. Und auch wenn es das unglaublich zynisch daherkommt: Von den äußerst geringen Löhnen wurde von der deutschen Seite Geld an die deutsche Rentenversicherungsträger abgeführt, damit alles seine bürokratische Ordnung hat. »Es wird geschätzt, dass die deutsche Sozialversicherung in den Kriegsjahren circa eine Milliarde Mark für die Arbeit der Juden erhalten hat«, kann man dem Beitrag Der Kampf um die Ghettorente entnehmen. Nur einige Wenige haben diese Hölle überlebt – und man kann sich vorstellen, was jetzt kommt: Jahrzehnte später ging es darum, auch diesen Menschen eine Rente auszuzahlen für die Zeit der Arbeit in den Ghettos, die im vorliegenden Fall nicht mit Konzentrationslagern verwechselt werden dürfen, für deren Überlebende es andere Regelungen gab. Aber viele Jahre nach dem Krieg wurde nichts getan. Auf die lange Bank schieben, so nennt man das wohl. Bis zu einem wegweisenden Grundsatzurteil des Bundessozialgerichts aus dem Jahr 1997.
(mehr…)

Via Campesina Tag in Bremen 2019: weitere Termine zum Mitmachen

Die nächsten Termine für die Vorbereitung des Via Campesina Tages 2019 in HB sind:

Fr. 8.3. 19:00

Do 21.3. 19:00

je im Umsonstladen

Wie viele Sklaven arbeiten für dich?

Keine? Wirklich?
Was ist mit deinem Smartphone, deinem Computer, deinem Kaffee, deinem T-Shirt …

Hier kannst du deine Anzahl rausfinden:

http://slaveryfootprint.org

Buch von Friederike Habermann: Ausgetauscht! Warum gutes Leben für alle tauschlogikfrei sein muss

„Ausgetauscht? Tauschlogikfrei?
Was spricht gegen gerechten Tausch?
Nichts – solange alle Beteiligten ihrem Bedürfnis entsprechend handeln. Dafür aber müssen alle Beteiligten frei entscheiden können. Dies ist der Aspekt, den die Wirtschaftswissenschaften vernachlässigen: Frei sind wir nur in einer Gesellschaft, die Menschen nicht ökonomisch zwingt, etwas gegen ihr Bedürfnis zu tun. Genau darauf aber beruht eine Tausch- bzw. Marktgesellschaft. Tausch bzw. Geld legitimiert scheinbar, dass Menschen in die Situation kommen, bei etwas zustimmen zu müssen, das sie nicht gerne tun. Sozusagen Erpressung light: Sie werden ökonomisch gezwungen.
(mehr…)

Via Campesina Tag in Bremen 2019: Einladung zum Mitmachen

La Via Campesina ist eine weltweite, kämpferische Organisierung von Kleinbäuer*innen, Landlosen und Indigenen.

Eine Einladung zum Mitmachen:

1. Treffen am Do 21.2. um 18:00 im Umsonstladen, Gastfeldstr. 104

Via Campesina Tag in Bremen 2019

Auch 2019 soll es in Bremen wieder eine kleine Aktion zum Via Campesina Tag geben. Wir würden gern mit allen Interessierten klären, ob es wieder ein kleines Fest wie 2018, eine Demo oder eine Direkte Aktion, zusätzlich auch eine / mehrere Veranstaltung(en) und /oder etwas ganz anderes geben soll. Vielleicht reicht die Kraft der Organisierenden ja auch aus, mehreres zu verbinden.

Die industrielle Landwirtschaft gehört zu den großen kapitalistischen Angriffen. Im Globalen Süden sind damit bis heute Prozesse verbunden, die Marx als ‚ursprüngliche Akkumulation‘ beschrieben hat und die nichts anderes als Raub bezeichnen. Indigene und Kleinbäuer*innen werden gewaltsam vertreiben, vergiftet und die Menschen die sich über lokale Märkte versorgen, werden von lokal erzeugten Lebensmitteln abgeschnitten. In Ländern wie Paraguay und Uruguay (dort vorangetrieben von den Regierungen der ehemaligen Tupamaros) werden bereits deutlich über 90 % der Ackerbaufläche mit 2 gentechnisch veränderten Weltmarktprodukten bepflanzt.

Weltweit bedeutet industrielle Landwirtschaft Prozesse die als Klimaverbrechen bezeichnet werden müssen, Prozesse, die die Lebensgrundlage vieler Lebensformen auf der Erde zerstören oder massiv bedrohen (in den letzten 25 Jahren gingen in der BRD deshalb 50 % der Bodenlebewesen und in den letzten 11 Jahren 78 % der Fluginsekten verloren). Mit BAYER und BASF haben zwei der weltweit führenden Konzerne, die von dieser Zerstörung profitieren, ihren Sitz in der BRD.

In den Zusammenhang mit Angriffen auf andere, widerständige Lebensweisen gehört auch das GIZ. Die neoliberal umgebaute ex-BRD-Entwicklungshilfe, organisiert z.B. in Mittelamerika einen massiven Angriff auf den Zugang zu pflanzlichen Ressourcen, u.a. auch in Chiapas, im lakadonischen Urwald, der Basis der Zapatist*innen.

La Via Campesina ist eine weltweite, kämpferische Organisierung von Kleinbäuer*innen, Landlosen und Indigenen (>> https://viacampesina.org/en/). Der Via Campesina Tag ist der 17.4. und gedenkt der Ermordung von Aktivist*innen durch brasilianische Staatsgewalt. Nachdem 2019 mit Jair Bolsonaro ein Faschist zum Präsidenten Brasiliens gewählt wurde, wird sich die staatliche Repression gegen den MST (Bewegung der Landlosen, Mitgliedsgruppe von La Via Campesina) sicherlich massiv verschärfen. Er steht den Großgrundbesitzern sehr nahe und hat bereits das Agrargesetz, dass es ermöglichte Landbesetzungen zu legalisieren, aufgehoben. Er hat auch angekündigt die Ansprüche der Indigenen und der afro-brasilianischen Quilombos auf Land aufzuheben. Die Ideologie des neuen Staatschefs wird als bala, boi e bíblia (Kugel, Vieh und Bibel) beschrieben. Evangelikale Christen, nationalistische Militärs, Agrarunternehmerinnen und die neoliberale Wirtschaftselite unterstützten seinen Wahlkampf.

Aktive, die das in den letzten Jahren organisiert haben, wünschen sich eine breiter getragene Vorbereitung, gerade auch Zusammenarbeit mit Klimainteressierten, mit der free-the-soil-Kampagne und Menschen, die aus dem Globalen Süden geflohen sind oder Menschen, die für eine Überwindung von Kapitalismus, Patriarchat stehen, eine herrschaftsfreie Gesellschaft wünschen.

Aktive aus der Maiskolben Gen AG und dem Umsonstladen

Brief der Zapatistinnen: Kein II. Internationales Treffen der Frauen

ZAPATISTISCHE ARMEE DER NATIONALEN BEFREIUNG

Februar 2019

An die Frauen, die auf der ganzen Welt kämpfen
Von den zapatistischen Frauen.

Schwester, compañera:

Wir zapatistischen Frauen schicken dir viele Grüße, die wir Frauen sind, die kämpfen.

Was wir dir sagen oder benachrichtigen möchten ist ein wenig traurig, denn wir teilen dir mit, dass es uns nicht möglich sein wird, das II. Internationale Treffen der Frauen die kämpfen hier auf unserem zapatistischen Land im März 2019 durchzuführen.

Die Gründe, warum das nicht geht, die kennst du vielleicht schon, und wenn dem nicht so ist, nun dann werden wir dir darüber ein wenig erzählen:
(mehr…)



Referer der letzten 24 Stunden:
  1. google.com (12)