MAUS im Umsonstladen gesichtet!

Während wir die Kapitalismus – Neoliberalismus – Thematisierung nur noch bis zum G20-Gipfel in Hamburg fortsetzen, können wir für genauere Betrachtungen auf Verbindungen und Bekanntschaften zurück greifen: Die MAUS e.V. (Messstelle für Arbeits- und Umweltschutz e.V.) bereitet Filmreihen vor, die im Umsonstladen gezeigt werden. Schwerpunkt der ersten Reihe soll die Untersuchung der Methoden und Folgen der Digitalisierung / Roboterisierung der Gesellschaft (Kontrolle, Überwachung, Zerstörung der Kommunikation, Vereinzelung, Vereinsamung, totale Funktionalisierbarkeit des Menschen, …) sein. Es geht um die Kritik an einer technischen Gewalt, die uns alle mit z.B. Industrie 4.0, Smart City, Smart Home , Selftracking, … trifft. Diese wird meist nicht als Gewalt von Außen wahrgenommen, sondern als moderne, fortschrittliche technologische Entwicklung, als unausweichlicher Sachzwang.

Doch die MAUS beginnt mit einem Wunschfilm: Sylvin Rubinstein – Er tanzte das Leben, von Marian Czura und Kuno Kruse, die von 2003 an den jüdischen Flamenco-Tänzer Sylvin Rubinstein (1914 – 2011) über Jahre begleitet haben: Nach dem Überfall des NS-Staates auf Polen und dem Verlust von Mutter und Zwillingsschwester nimmt Rubinstein Kontakt zum Widerstand in der Reichswehr auf. Er kämpft bis 1945 als Partisan. Nach 1945 tanzt er in der Rolle seiner ermordeten Schwester. Eine eindrucksvolle Doku. Außerdem werden noch zwei kürzere Filme gezeigt, u.a. zum letzten Auftritt des damals 93-jährigen in der Roten Flora. (Siehe auch Veranstaltungsseite:)