Rosalies Gedankenfänger

Eine junge Obdachlose, kindlich, aber auch tiefgründig in ihrer Art, setzt sich im Gefängnis schreibend mit ihrem Leben und der Welt auseinander und beschließt am Ende, das zu werden, was sie zutiefst verabscheut hat.
(Buch ist unter Texte zu finden)

„Später in meiner Zelle bewunderte ich den Besucher aus der Urzeit bis zum Sonnenuntergang. Ihm wäre es möglich gewesen die Flügel auszubreiten. Seine Kraft zu spüren und hinauszukreischen. Er hätte sich durch das Gitter am Fenster gezwängt und wäre dann in die Luft emporgestiegen. Ich kann nicht entfliehen. Die Backsteinmauern, der Stacheldraht und die Schlösser hindern mich daran.
Ich beschloss, keine Buchstaben in die Kladde zu schreiben, da ich fürchtete sie zu ruinieren. Doch dann kamen Sie in der Nacht. Also musste ich die Kladde aufschlagen und den ersten Strich setzen, um bei Ihnen sein zu können.“