Plattform: Bremen macht Feierabend. Selbstorganisierte Beschäftigte


Die Seite Bremen macht Feierabend ist zu finden unter:
http://bremerfeierabend.blogsport.eu/

Dort zu lesen:
Ihr seht richtig, mit neuem Outfit und neuem Schwung geht es weiter. Hier noch mal was über uns und warum es so wichtig ist das viele mitmachen. Unsere Seite soll eine gemeinsame Plattform für alle von uns sein, die über eigenen Erfahrungen, Probleme und Sauereien auf der Arbeit schreiben und Öffentlichkeit schaffen wollen. Und alle die nicht mehr nur jammern sondern aktiv gegen die immer schlechter werdenden Bedingungen kämpfen wollen. Das wichtigste ist dabei, das wir es schaffen uns betriebsübergreifend austauschen und vernetzen. Kurz zu Uns.

Was ist Bremen macht Feierabend?

Wir von Bremen macht Feierabend sind eine Gruppe von KollegInnen aus verschiedenen Betrieben, die sich bei verschiedenen Arbeitskämpfen kennen gelernt haben. Wir haben dabei alle die Erfahrung gemacht, dass man sich auf so genannte „Vertreterorganisationen“ wie DGB Gewerkschaften oder politische Parteien nicht verlassen kann. Sie alle handeln nur, solange es um die Sicherung ihres eigenen Einflusses und ihre Mitgliederzahlen geht, alles darüber hinaus wird von ihnen meistens gebremst und sogar offen bekämpft. Daher organisieren wir uns unabhängig von Gewerkschaften, Parteien oder anderen politischen Organisationen.

Wir wollen uns nicht damit abfinden, auf der Arbeit oder beim Jobcenter passiv zu sein und immer schlechter werdende Bedingungen hinzunehmen, mehr zu arbeiten, schlechter bezahlt zu bekommen, jeden Tag 8 Stunden oder länger etwas tun zu müssen, von dem wir fast gar nichts haben. Wir wollen daher die Vereinzelung aufbrechen, in der sich viele Beschäftigte befinden. Die meisten haben Angst, gegen die Chefs den Mund auf zu machen, weil sie das Gefühl haben, alleine zu stehen. Wir fangen deswegen an, unsere Arbeitsbedingungen und unsere Erfahrungen öffentlich zu machen und uns gegenseitig auszutauschen.

Das alleine reicht uns aber nicht aus. Wir versuchen aktiv neue Strukturen in den Betrieben und über die Betriebe hinaus aufzubauen, um sich gezielt gegen die Arbeitshetze in den Unternehmen zu wehren und gegenseitig zu helfen. Dazu unterstützen wir die Gründung von selbstorganisierten Betriebsgruppen in den Betrieben und jede überbetriebliche Vernetzung. Wir helfen dabei, die Infrastruktur dafür aufzubauen wie z.B. einen Internet Auftritt zu gestalten oder einen Ort zu haben, an dem man sich außerhalb des Betriebs ungestört treffen kann. Der Vorteil einer selbstorganisierten Gruppe besteht darin, dass es niemanden gibt, der/die über die Köpfe der anderen hinweg Entscheidungen treffen kann, welche Themen behandelt werden und wie man öffentlich aufzutreten hat. Niemand ist irgendeinem Vorstand oder einer Satzung verpflichtet.

Wir machen keinen Unterschied zwischen Festangestellten, LeiharbeiterInnen, Werkvertrags ArbeiterInnen, Erwerbslosen usw. Nur gemeinsam sind wir in der Lage etwas für uns zu ändern. Unser Ziel ist, keine Spaltung unter uns und kein Gegeneinander in den Betrieben und außerhalb zuzulassen. Wenn einzelne Beschäftigtengruppen durch Tarifabschlüsse oder die Willkür der Chefs viel bessere Bedingungen und Löhne haben, als andere, ist das nur der Versuch, sie ruhig zu stellen und einen Keil zwischen uns zu treiben. Dass wir aus Sicht von Geschäftsleitungen und Vorständen langfristig alle ein Angriffsziel sind – solange wir sie nicht daran hindern – weiß wohl jeder. Dennoch hat es wunderbar funktioniert, extrem miese Arbeitsbedingungen und Löhne durchzusetzen und mittlerweile fast unser komplettes Leben den Anforderungen der Firma, der Leiharbeitsbuden oder des Jobcenters unterzuordnen.

Das, was hier über das vergangene Jahrzehnt gelaufen ist, wird derzeit noch viel brutaler in anderen Ländern in Europa in sehr viel kürzerer Zeit durchgezogen. Wir machen uns keine Illusionen über die Versprechen, dass die Arbeitsbedingungen und Löhne wieder besser werden, wenn wir nur lange genug die Füße still halten. Es wird uns gebetsmühlenartig von der Sicherung der Konkurrenzfähigkeit von Firmen und „Standorten“ erzählt und von uns eingefordert. Die Absenkung von Löhnen und die Verdichtung der Arbeit ist in dieser Logik aber fast bodenlos und ganz sicher ohne “moralische Grenze”, die irgendjemanden daran hindern würde, uns auf Verschleiß zu fahren. Deswegen hilft auch kein Jammern und Abwarten. Wir wollen diese Logik durchbrechen.

Unsere Seite soll eine gemeinsame Plattform für uns sein. Auf der Internetseite können aktuelle Berichte von allen Bremer KollegInnen veröffentlicht werden. Jede und jeder kann dafür über die eigenen Erfahrungen, Probleme und Sauereien auf der Arbeit schreiben und den Bericht bei Bedarf anonym, an uns zur Veröffentlichung schicken. Wir sind außerdem an jedem Austausch und jeder überbetrieblichen Vernetzung interessiert.

Wir sind keine geschlossene Gruppe, wir freuen uns über alle, die Lust haben, bei Bremen macht Feierabend mit zu machen. Bei uns ist niemand zu etwas verpflichtet. Es gibt keine Mitgliedsbeiträge oder Beitrittsformulare und keine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Chefs, egal welcher Art!