Mal ein Lied: Gitte Haenning

Tränen? – vielleicht

Ich hab‘ beinah‘ 30 Jahre gebraucht
um zu sein, wie ich eigentlich bin
30 Jahre lang hab‘ ich auf Andr‘e geschielt
um zu sein, wie die Anderen sind.
Du hast die Träume zerschlagen
Ich muss mich bedanken,
denn jetzt bin ich wach.
Seit das Glas, das so lang zwischen mir
und der Welt stand,
auf einmal zu Scherben zerbrach.

Ja, ich muss raus.
Halt‘ mich nicht auf.
Jetzt hol‘ ich alles nach.

Tränen? – vielleicht.
doch der Grund bist nicht du.
Ich wein‘ aus Trotz und vor Glück.
Tränen? – vielleicht.
Doch ich weiß,
was ich tu‘.
Ich seh‘ nicht einmal zurück.
Aus Fehlern lernt man.
Vom Schmerz erwacht man.

Ich hab‘ beinahe 30 Jahre gebraucht,
um zu tun, was ich eigentlich will.
30 Jahre lang hab‘ ich die Brave gespielt,
ich war angepasst, folgsam und still.
Ich weiß, du willst nur mein Bestes,
doch eben mein Bestes behalt‘ ich für mich.
Und du wirst es erst langsam begreifen,
du glaubst ja noch immer,
ich sterb‘ ohne dich.

Doch ich muss raus.
Halt‘ mich nicht auf.
Jetzt hol‘ ich alles nach.

Tränen? – vielleicht.
doch der Grund bist nicht du.
Ich wein‘ aus Trotz und vor Glück.
Tränen? – vielleicht.
Doch ich weiß,
was ich tu‘.
Ich seh‘ nicht einmal zurück.