Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Juli 2017

juli17

MAUS im Umsonstladen gesichtet!

Während wir die Kapitalismus – Neoliberalismus – Thematisierung nur noch bis zum G20-Gipfel in Hamburg fortsetzen, können wir für genauere Betrachtungen auf Verbindungen und Bekanntschaften zurück greifen: Die MAUS e.V. (Messstelle für Arbeits- und Umweltschutz e.V.) bereitet Filmreihen vor, die im Umsonstladen gezeigt werden. Schwerpunkt der ersten Reihe soll die Untersuchung der Methoden und Folgen der Digitalisierung / Roboterisierung der Gesellschaft (Kontrolle, Überwachung, Zerstörung der Kommunikation, Vereinzelung, Vereinsamung, totale Funktionalisierbarkeit des Menschen, …) sein. Es geht um die Kritik an einer technischen Gewalt, die uns alle mit z.B. Industrie 4.0, Smart City, Smart Home , Selftracking, … trifft. Diese wird meist nicht als Gewalt von Außen wahrgenommen, sondern als moderne, fortschrittliche technologische Entwicklung, als unausweichlicher Sachzwang.

Doch die MAUS beginnt mit einem Wunschfilm: Sylvin Rubinstein – Er tanzte das Leben, von Marian Czura und Kuno Kruse, die von 2003 an den jüdischen Flamenco-Tänzer Sylvin Rubinstein (1914 – 2011) über Jahre begleitet haben: Nach dem Überfall des NS-Staates auf Polen und dem Verlust von Mutter und Zwillingsschwester nimmt Rubinstein Kontakt zum Widerstand in der Reichswehr auf. Er kämpft bis 1945 als Partisan. Nach 1945 tanzt er in der Rolle seiner ermordeten Schwester. Eine eindrucksvolle Doku. Außerdem werden noch zwei kürzere Filme gezeigt, u.a. zum letzten Auftritt des damals 93-jährigen in der Roten Flora. (Siehe auch Veranstaltungsseite:)

Landwirtschaft und Massaker

Gerade haben wir mit dem Via-Campesina-Tag einem Massaker an Bäuer_innen gedacht, da findet schon wieder eins statt, am 20.04.2017:

Zehn Tote bei Massaker an Landlosen in Brasilien
Opfer in ihren Behausungen hingerichtet. Mutmaßlich Großgrundbesitzer und Holzmafia entsandten Auftragsmörder. Seit Jahren Landkonflikte in der Region.
Siehe Artikel von Mario Schenk bei „amerika21″:
amerika21.de/2017/04/174714/massaker-landlosen

Wir bleiben auch noch am Thema der Landlosen, Adivasi und Bäuer_innen dran, die um eigentlich „unser aller“ Lebensgrundlagen kämpfen.

Am Mi. 10.5. 19:00 wird zuerst La Via Campesina in Indien in einem Kurzvortrag vorgestellt. Und um 20:00 gibts die Film-Doku: Millions can Walk. Jan Satyagraha – Marsch der Gerechtigkeit (2014).

Ein (weiterer) Teil des Buches „Befreiung vom Geld und Eigentum! Und warum das noch lange nicht reicht!“, das bald veröffentlicht wird, thematisiert die globale Landwirtschaft. Sie formte sich über Jahrhunderte durch technologische Kampagnen wie die „Grüne Revolution“, die koloniale und neoliberale Politik der Weltmarktöffnung und einen immerwährenden Landraub. Dadurch wurde sie selbst zu einem Krisenfaktor, statt Ernährung zu gewährleisten. Jetzt erleben wir nicht-umkehrbare Umweltzerstörung sowie den Hunger immer größerer Teile der Weltbevölkerung. Um das zu durschauen, ist zuerst ein genauer Blick nötig. Dann aber lassen sich die Versprechen von Gentechnik und Agrar-Lobby leicht widerlegen. Der ganze Text zum Thema findet sich in book / Band 2, Seiten 144-56 auf:
we.riseup.net/geldundeigentumabschaffen

Demokratiekritik

Der Umsonstladen ist Teil vom Netzwerk Umsonstökonomie, wo auch seit vielen Jahren über die theoretischen Grundlagen diskutiert wird. Unter dem Titel „Befreiung vom Geld und Eigentum! Und warum das noch lange nicht reicht!“ ist ein kollektives Werk der Kritik und Utopie entstanden, das jetzt kurz vor der Buchveröffentlichung steht.
Ein Teil des Buches beschäftigt sich mit der Demokratie und der Gewaltherrschaft, die darin nicht offiziell vorgesehen ist.
Jedoch war in Demokratien schon immer nur eine ausgesuchte Gruppe zur Herrschaft zugelassen und eine mächtige Schicht der Gesellschaft dominierte die Politik. In der bis heute idealisierten athenischen Demokratie in der Antike ging es wohl am ehesten darum ein Staatsgebilde für die Kriegsanstrengungen anzupassen. Selbst faschistische Parteien erhalten mit demokratischen Mitteln die Gelegenheit, Diktaturen zu errichten. Ihre Träger können sich in nachfolgenden Demokratien oft straffrei und im Amt erhalten. … Am Ende eines Rundumschlag wird klar: für die Demokratie mit ihren versteckt-autoritären
Charakter zu kämpfen, macht keinen Sinn, doch sie kann auch nur universal und herrschaftskritisch abgeschafft werden.

Die vollständige Argumentation gibt es in den weiterhin für alle verfügbaren Texten im Internet zum Downloaden, Volltext „Plädoyer für die Abschaffung von Geld und Eigentum“ siehe:
https://we.riseup.net/geldundeigentumabschaffen
Kapitel Demokratiekritik (33 S.) zum Download:
https://we.riseup.net/geldundeigentumabschaffen/demokratiekritik+403745

veganer Soli-Brunch am Samstag 11-14 Uhr

Am kommenden Samstag (18.3.) treffen wir uns wieder mit allen Nutzer_innen und Interessierten des Umsonstladen zu einem
veganen Soli-Brunch.
Jede_r steuert dazu bei, was er_sie will, und alle sind eingeladen mit zu brunchen, von 11-14 Uhr, mit Öffnungszeit des Ladens.

Diese regelmäßige Veranstaltung ist auch Teil unserer Spendenwerbung, die wir vorallem für die Miete benötigen.

Am Di. 21.3. um 20 Uhr halten wir unser nächstes Plenum, zu dem wir auch nochmal neu interessierte Leute einladen möchten!
Wenn Du Lust hast, einen Nachbarschaftstreffpunkt mit zu gestalten, einen offenen Raum für gesellschaftskritische Information und Diskussion, in dem zugleich mit praktischen Initiativen, „alles für alle“ nutzbar gemacht werden soll, zuerst Kleidung, Haushaltsgegenstände, Bücher, dann Lebensmittel und was uns noch so einfällt, bist Du bei uns richtig!