Umsonstladen Bremen http://umsonstladenbremen.blogsport.de Umsonstladen Bremen Sat, 12 Jan 2019 22:48:38 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Elfte Veranstaltung zum Buchprojekt ‚Befreiung vom Geld und Eigentum … und warum das noch lange nicht reicht‘ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/12/elfte-veranstaltung-zum-buchprojekt-befreinung-vom-geld-und-eigentum-und-warum-das-noch-lange-nicht-reicht/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/12/elfte-veranstaltung-zum-buchprojekt-befreinung-vom-geld-und-eigentum-und-warum-das-noch-lange-nicht-reicht/#comments Sat, 12 Jan 2019 22:42:32 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/12/elfte-veranstaltung-zum-buchprojekt-befreinung-vom-geld-und-eigentum-und-warum-das-noch-lange-nicht-reicht/

Die Anarcho-Primitivist*innen wollen zurück zu einer auf Sammeln und Jagen basierenden Gesellschaft. Die Leute um Mark Boyle, ‚the moneyless man‘ haben sich nach Geld und Tausch 2016 auch von der Technologie verabschiedet und setzen im ‚Freien Haus‘ auf agraische Selbstversorgung. Andererseits hat der neo-marxistische ‚Akzelerationismus‘ auch unter Anarchist*innen Anhänger*innen gefunden und damit ein völlig unkritischer, patriarchaler Fortschritts- und Machbarkeitsmythos, der die ökologischen Zerstörungen zwar thematisiert, aber ihre Konsequenzen nicht sehen will.

Wir freuen uns auch über kontroverse Auseinandersetzungen um unsere Position, die konsequent und radikal sowohl Technologiefetischismus als auch das zurück zur Natur ablehnt. Wer will sich schon ein AKW, Amazon-Lager oder einen industriellen Landwirtschaftsbetrieb von unten wiederaneignen? Niemand der noch bei Sinnen ist.

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Noch ein Lied: Umsonstläden http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/12/noch-ein-lied-umsonstlaeden/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/12/noch-ein-lied-umsonstlaeden/#comments Sat, 12 Jan 2019 22:25:07 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/12/noch-ein-lied-umsonstlaeden/ Auf „Hey, Pippi Langstrumpf“
C d G C (4x)

2 mal 3 macht 4, widewidewitt und 3 macht neune,
ich zähl nie mein Geld, widewide weils mir nicht gefällt.
Geh ich ins Geschäft, holla holla hopsa durch nen Laden,
nehm ich einfach mit, alles was ich hier zum Leben brauch

Refrain: C F G C (4x)

Hey Gratisleben, trallali trallala tralla hoppsassa
Hey ohne Arbeit, so leben wie’s gefällt (2x)

Ohne Geld geht’s auch, widewide wer will’s von mir wissen?
Alle groß und klein, trallalalla lad ich hierher ein.

C F G C
a F G C
F G C
a F G FGC

Es gibt ein Haus, ein Gratisleben-Haus,
voll Mäntel, Spielzeug, Kram, die liegen da für alle aus,
denn dieses Haus, voll Hosen, Büchern, Schuh‘n,
zeigt jedem der’s besucht, ein neues 1×1 der Welt.

2 mal 3 macht 4, widewidewitt und 3 macht neune,
ich zähl nie mein Geld, widewide weils mir nicht gefällt.
Ohne Geld geht’s auch, widewide wer will’s von mir wissen?
Alle groß und klein, trallalalla lad ich hierher ein.

Hey Gratisleben …

aus: http://projektwerkstatt.de/index.php?domain_id=1&a=13436

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Bloc by Bloc – Spiel um Befreiung und militante Auseinandersetzungen http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/08/bloc-by-bloc-spiel-um-befreiung-und-militante-auseinaderstzungen/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/08/bloc-by-bloc-spiel-um-befreiung-und-militante-auseinaderstzungen/#comments Tue, 08 Jan 2019 22:22:36 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/08/bloc-by-bloc-spiel-um-befreiung-und-militante-auseinaderstzungen/ Freitag, 11. Januar, 19 Uhr in der Gastfeldstr. 104

Spielidee:
Stell Dir eine übersichtliche Stadt mit Wohnviertel,
Einkaufszonen, Bankenviertel, Uni, Fabriken und Repräsentativgebäuden
vor, in denen aus erfindlichen Gründen, Student_innen, Arbeiter_innen,
Frau_LTIQ_s und andere Minderheiten ihre Kämpfe dauerhaft am Ort
verankern wollen. Die Polizei will das verhindern. Aber den Status Quo
umzudrehen ist das Ziel aller Spieler_innen, die dafür in 4
verschiedenen Rollen und weiter verzweigten eigenen Zielen „kooperativ“
spielen/streiten. Als Mittel werden „Räume“ der Stadt beansprucht,
barrikadiert, Läden geplündert, Polizeigerät sabotiert und die
Reaktionen der Staatsmacht (mit ein paar näher zu beschreibenden Mittel)
beeinflußt. Das Spiel bekommt seinen zufälligen oder stratischen Verlauf
durch eine Vielzahl von Ereigniskarten, die teilweise auch selbst
ausgespielt wedern können. Nach Ablauf des Spiels hast Du einen Teil der
Stadt befreit (oder mehr oder nicht)!
Für Erst-Spieler_innen (wie auch in dieser Runde) muss mit zwei Stunden
Spieldauer gerechnet werden, aber wenn den „Zweitspieler_innen“ die
Erkärung des Spiels gut gelingt, werden mehrere Runden gespielt.

Alles weitere dieses Spiels in Englisch wird am Abend auf Deutsch
erklärt!

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Hambacher Forst http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/06/hambacher-forst/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/06/hambacher-forst/#comments Sun, 06 Jan 2019 21:19:49 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/06/hambacher-forst/

Die Bilder zeigen den Hauptweg zwischen Beechtown und Cosytown zwischen April 2016 und heute.

aus: https://hambacherforst.org/blog/

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Malerei: animal utopia http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/03/malerei-animal-utopia/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/03/malerei-animal-utopia/#comments Thu, 03 Jan 2019 19:37:00 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/03/malerei-animal-utopia/
Hartmut Kiewert, Lazy Afternoon II, Öl auf Leinwand, 120 × 150 cm

Bilder unter:
https://hartmutkiewert.de/malerei1/bilder/

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Frauendorf Jinwar http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/02/frauendorf-jinwar/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/02/frauendorf-jinwar/#comments Wed, 02 Jan 2019 00:38:54 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2019/01/02/frauendorf-jinwar/ Jinwar ist ein ökologisches Frauendorf, das in der Nähe der Kleinstadt Dirbesiyê entstanden ist. Inmitten des syrischen Bürgerkriegs verfolgt Jinwar das Ziel, einen alternativen, friedlichen Ort für Frauen zu schaffen, an welchem sie frei von jeglicher Gewalt zusammen leben können. Das Dorf wurde auf dem Prinzip der Selbstversorgung gegründet, um Frauen die Möglichkeit zu geben, für ihre eigenen Grundbedürfnisse aufzukommen. Von Frauen für Frauen aufgebaut, soll das Dorf in Nordsyrien Frauen aller Kulturen und Religionen sowie ihren Kindern ein Zuhause bieten.

Es ist eines der vielen Projekte, die durch Erdoğans Angriffskrieg bedroht sind. Eine der Frauen, die von Anfang an am Aufbau von Jinwar beteiligt waren, ist die Internationalistin Nûjin, die seit zwei Jahren in Rojava ist.

Als ich von der Idee des Frauendorfes gehört habe, war ich fasziniert. Auch in Deutschland haben wir schon viel versucht, wurden aber immer wieder auf dieselben Fehler zurückgeworfen. Wir haben nicht den Schritt in eine nachhaltige Praxis geschafft, keine Schritte unternommen, die über unsere Denkgebäude und Alltagspolitik hinausgehen. Schon länger hatte ich darüber nachgedacht, eine Zeitlang nach Rojava zu gehen. Hier wird trotz aller Widersprüche so viel verwirklicht, verbunden mit großer gesellschaftlicher Kraft.

Die Bauarbeiten dauerten knapp zwei Jahre. Natürlich kommen mit jeder Frau, die hierherkommt, auch neue Ideen, die umgesetzt werden. Bisher gibt es 30 Wohnhäuser mit jeweils zwei bis fünf Zimmern, eine Schule, die Jinwar-Akademie, eine Bäckerei, einen Laden, das Gesundheitszentrum und die Gemeinschaftsküche. Der Dorfladen wird als Kooperative organisiert. Abgesehen davon hat Jinwar auch noch Schafe, Hühner, einen großen Stall für die Tiere und ein Wasserbecken gebaut, das auch als Schwimmbad dienen kann. Das Land ist ehemaliges Regimeland, es gibt genug Land, so dass die Frauen sich selbst versorgen können.

Natürlich gab es auch viele Fragen. Zum Beispiel wurden wir gefragt, ob wir wollen, dass alle Frauen ohne Männer leben. Das Ziel ist nicht, dass alle Frauen so leben sollen, aber für einige ist das der logische Schritt. Zum Beispiel für Frauen, deren Ehemänner gefallen sind, das haben dann auch konservative Menschen verstanden. Das Schöne an Jinwar ist ja, dass hier unterschiedliche Frauen zusammenkommen und kommunale Lebensformen weiterentwickelt werden, die dann auch wieder andere Teile der Gesellschaft inspirieren können. Nicht als Insel, sondern immer im Austausch, als Teil einer gesamtgesellschaftlichen Veränderung. Was die Menschen dann am allermeisten überzeugt hat, war die ganze Atmosphäre hier. Sie ist respektvoll und kommunal. Viele, die am Anfang skeptisch waren, wollten später gar nicht mehr weg.

Schritt für Schritt wurde auch eine gemeinsame Grundlage entwickelt und der Dorfrat aufgebaut. Es musste eine gemeinsame Form gefunden werden, das kollektive Leben und Arbeiten zu organisieren. Es wurden Seminare zum Thema Jineolojî durchgeführt, nicht als abstrakt vermittelte Ideenwelt, sondern auf der Grundlage der Gemeinsamkeit von Theorie und Praxis. Oft geht es dabei um sehr Dorf-nahe Themen wie beispielsweise die Weitergabe von Wissen über Naturmedizin.

Von Anfang an sind auch Frauen von feministischen Bewegungen aus aller Welt hierhergekommen. Es gab gemeinsame Diskussionen und viele haben Inspiration von hier mitgenommen. Dieses Dorf kann ein Modell sein, aktuell diskutiert die Frauenbewegung tatsächlich schon über ein weiteres Dorf bei Kobanê.

aus: https://anfdeutsch.com/frauen/sollen-alle-frauen-ohne-maenner-leben-8604

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Mal ein Lied: Gitte Haenning http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/31/mal-ein-lied-gitte-haenning-traenen-vielleicht-1983/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/31/mal-ein-lied-gitte-haenning-traenen-vielleicht-1983/#comments Mon, 31 Dec 2018 22:42:21 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/31/mal-ein-lied-gitte-haenning-traenen-vielleicht-1983/ Tränen? – vielleicht

Ich hab‘ beinah‘ 30 Jahre gebraucht
um zu sein, wie ich eigentlich bin
30 Jahre lang hab‘ ich auf Andr‘e geschielt
um zu sein, wie die Anderen sind.
Du hast die Träume zerschlagen
Ich muss mich bedanken,
denn jetzt bin ich wach.
Seit das Glas, das so lang zwischen mir
und der Welt stand,
auf einmal zu Scherben zerbrach.

Ja, ich muss raus.
Halt‘ mich nicht auf.
Jetzt hol‘ ich alles nach.

Tränen? – vielleicht.
doch der Grund bist nicht du.
Ich wein‘ aus Trotz und vor Glück.
Tränen? – vielleicht.
Doch ich weiß,
was ich tu‘.
Ich seh‘ nicht einmal zurück.
Aus Fehlern lernt man.
Vom Schmerz erwacht man.

Ich hab‘ beinahe 30 Jahre gebraucht,
um zu tun, was ich eigentlich will.
30 Jahre lang hab‘ ich die Brave gespielt,
ich war angepasst, folgsam und still.
Ich weiß, du willst nur mein Bestes,
doch eben mein Bestes behalt‘ ich für mich.
Und du wirst es erst langsam begreifen,
du glaubst ja noch immer,
ich sterb‘ ohne dich.

Doch ich muss raus.
Halt‘ mich nicht auf.
Jetzt hol‘ ich alles nach.

Tränen? – vielleicht.
doch der Grund bist nicht du.
Ich wein‘ aus Trotz und vor Glück.
Tränen? – vielleicht.
Doch ich weiß,
was ich tu‘.
Ich seh‘ nicht einmal zurück.

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Mach mit http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/20/mach-mit/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/20/mach-mit/#comments Thu, 20 Dec 2018 19:47:48 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/20/mach-mit/

Der Umsonstladen ist selbstorganisiert. Er ist das, was wir und die Nutzerinnen daraus machen. Lust aktiv zu werden? Du bist willkommen.

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Realsatire SPD: Altersvorsorge Flaschenpfand http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/19/realsatire-spd-altersvorsorge-flaschenpfand/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/19/realsatire-spd-altersvorsorge-flaschenpfand/#comments Wed, 19 Dec 2018 13:04:47 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/19/realsatire-spd-altersvorsorge-flaschenpfand/ Das letzte Pfund der SPD (Frank Graf)

Die SPD ist am Ende…

Frau Zypries ist ein medizinisches Wunder – das nun so stark schlagende sozialdemokratische Herz scheint in den knapp drei Jahren, in welchen sie als Mitglied des Kabinetts von Bundeskanzler Schröder tätig war, ausgesetzt zu haben: Nicht nur wurde während dieser Periode die gesetzliche Rentenversicherung zugunsten privater Banken und Finanzdienstleister demontiert, eine Rentenkürzung inklusive, sondern auch einer »der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt«, wie Schröder sich anlässlich einer Rede vor den notorischen Hungerleidern des World Economic Forums in Davos 2005 rühmte.

Doch nun ist Zypries bestrebt, den von ihr mit zu verantwortenden Schaden wieder wettzumachen. Wie? Durch politischen Einsatz für höhere Löhne und auskömmliche gesetzliche Renten? Zypries wäre nicht Sozialdemokratin, wenn sie nicht statt dieser altmodischen Methoden eine viel bessere und zeitgemäßere Idee in petto hätte; sie möchte endlich das enorme rentenpolitische Potential von Flaschenpfandbons nutzbar machen: »Ihr schwebt eine App auf dem Smartphone vor, mit der man etwa die Strichcodes der Pfandbons direkt einliest und dann der Betrag auf ein Vorsorgekonto übertragen wird.« Ein philanthropisches Meisterstück: Zum einen hätten die Durchschnittsverdiener bereits in jungen Jahren einen Anreiz, sich in der für ihr Rentenalter unabdingbaren Zivilisationstechnik des Flaschensammelns zu üben, zum anderen kann die angesparte Summe auf die im Rentenalter zu erwartende Grundsicherung angerechnet werden und so die Sozialkassen entlasten.

Das letzte Pfund, mit dem die einst sozialdemokratische SPD noch wuchern kann, ist das Flaschenpfand.

aus: http://www.ossietzky.net/24-2018&textfile=4608

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Erst das Fressen, dann die Moral http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/19/erst-das-fressen-dann-die-moral/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/19/erst-das-fressen-dann-die-moral/#comments Tue, 18 Dec 2018 23:14:55 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/19/erst-das-fressen-dann-die-moral/ Satire: Die Anstalt vom 18.12.18

https://www.zdf.de/comedy-show

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Armutsbericht 2018: Der Paritätische Gesamtverband http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/14/armutsbericht-2018-der-paritaetische-gesamtverband/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/14/armutsbericht-2018-der-paritaetische-gesamtverband/#comments Fri, 14 Dec 2018 19:46:49 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/14/armutsbericht-2018-der-paritaetische-gesamtverband/ Ein Drittel der erwachsenen Armen in Deutschland ist erwerbstätig, jede*r vierte arme Erwachsene ist in Rente oder Pension und nur ein Fünftel ist arbeitslos, so nur einer der vielen brisanten Befunde des aktuellen Armutsberichts des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. … Ein Novum ist, dass der Bericht unter anderem erstmals der Frage nachgeht, wer die rund 13,7 Millionen Menschen, die in Deutschland in Armut leben, faktisch sind. Er räumt dabei mit diversen Klischees und Vorurteilen auf. So trifft offenbar auch die gängige Formel, Bildung allein schütze vor Armut, nicht zu: Wie die Analyse des Paritätischen zeigt, weisen fast drei Viertel der ab 25-jährigen Armen ein mittleres oder sogar hohes Qualifikationsniveau auf.

Armut trotz Arbeit sei dabei entgegen der weit verbreiteten Annahme keinesfalls hauptsächlich ein Problem von Minijobs, so ein weiterer Befund. „Minijobber machen nur etwas mehr als ein Viertel der erwerbstätigen Armen aus. Die ganz überwiegende Mehrheit ist mehr als nur geringfügig tätig und 41 Prozent sind sogar voll erwerbstätig. Armut geht jedoch vergleichsweise oft mit befristeter Beschäftigung und Zeit- bzw. Leiharbeit einher“, erläutert Schneider.

Der Armutsbericht des Paritätischen enthält weiterhin auch Befunde zur „klassischen Betrachtung“ von Armut, die bestätigen, dass insbesondere Arbeitslose, Alleinerziehende, Menschen mit geringem Qualifikationsniveau und Menschen mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich oft von Armut betroffen sind. Dass hier auch nach Jahren aller politischen Absichtsbekundungen zum Trotz keine Verbesserung erkennbar ist, sei ein „politischer Skandal“, so der Verband. Insbesondere die Kinderarmut ist laut Paritätischem Armutsbericht anhaltend und alarmierend hoch: Nicht nur jedes fünfte Kind in Deutschland lebt in Armut, sondern auch jeder fünfte arme Mensch in diesem Land ist ein Kind. Wie die Analysen der Paritätischen Forschungsstelle zeigen, steigt bei Alleinerziehenden dabei das Risiko der Einkommensarmut, desto jünger die Kinder sind: Weit über die Hälfte (56%) der Alleinerziehenden mit zwei und mehr Kindern unter 15 Jahren, leben in Armut.

aus: https://www.der-paritaetische.de/presse/armutsbericht-2018-paritaetischer-korrigiert-falsche-bilder-der-armut-und-fordert-neue-armutspolitik/

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Bundeswehr: „Rüstung gegen Russland“ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/13/bundeswehr-ruestung-gegen-russland/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/13/bundeswehr-ruestung-gegen-russland/#comments Thu, 13 Dec 2018 19:09:51 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/13/bundeswehr-ruestung-gegen-russland/
Den ersten wichtigen Meilenstein für eine grundlegende Neuausrichtung der Bundeswehr in Richtung Russland, markierten im April 2017 die „Vorläufigen konzeptionellen Vorgaben für das künftige Fähigkeitsprofil der Bundeswehr“. Verfasst unter der Ägide von Generalleutnant Erhard Bühler wurden schon damals keine Zweifel daran gelassen, dass der „Bündnisverteidigung“ und damit faktisch der Rüstung gegen Russland künftig wieder mehr Bedeutung zukommen soll. Deutschland müsse bis 2031 drei schwere Divisionen mit je etwa 20.000 SoldatInnen in die NATO einbringen können, die erste bereits 2026, so die wichtigste Aussage des Dokumentes. (1) Den nicht sonderlich zarten Hauch von Kaltem Krieg, den das Ganze vermittelte, fasste die FAZ am 19. April 2017 treffend zusammen: „Damit würden die Divisionen wieder die klassische Struktur aus der Zeit vor 1990 einnehmen.“ (2)

Diese Hochrüstung gegen Russland ist ernst zu nehmen, wie allein schon ein ergänzender Blick in das vom Heereskommando Mitte 2017 herausgegebene Papier „Wie kämpfen die Landstreitkräfte künftig“ zeigt. Darin wird ein detailliertes Szenario entworfen, wie die Bundeswehr einen Landkrieg gegen Russland im Jahr 2026 gewinnen kann und welche Fähigkeiten hierfür beschafft werden sollen.

Deutschland soll künftig eben nicht nur am Hindukusch und in der Sahelzone, sondern zudem auch wieder in Osteuropa und wo sonst auch immer man meint, Streit mit Russland anfangen zu wollen, „verteidigt“ werden. Nichts anderes ist gemeint, wenn von einer „gleichrangigen“ Fokussierung auf Auslandseinsätze und Landes- und Bündnisverteidigung die Rede ist.

Schon vor einiger Zeit kündigte Verteidigungsministerin von der Leyen an, der Militärhaushalt solle bis 2024 auf 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigen. Bereits im Mai 2018 tauchten in einem Papier der Bundeswehr-Universität erste Zahlen auf, was das konkret für die Haushalte der nächsten Jahre bedeuten würde, die nun weitgehend vom Fähigkeitsprofil übernommen wurden. (9) Die Tatsache, dass der Bundeswehr-Etat bereits rasant von 23,8 Mrd. (2000) auf 38,5 Mrd. (2018) auch inflationsbereinigt um knapp 30 Prozent kräftig zulegte, verblasst geradezu gegenüber dem, was im Fähigkeitsprofil für die kommenden Jahre anvisiert wird. Ausgehend vom bereits vorhandenen Haushaltsansatz 2019 (42,9 Mrd.) sollen saftige jährliche Erhöhungen schließlich in einen Haushalt münden, der 2024 satte 57,91 Mrd. Euro (nach NATO-Kriterien sogar etwas über 62 Mrd. Euro) umfassen soll – etwa 135 Prozent mehr als noch im Jahr 2000!

aus: https://www.graswurzel.net/gwr/2018/11/ruestung-gegen-russland/

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Buch: Amparo Poch y Gascón. Biographie und Erzählungen aus der spanischen Revolution http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/11/buch-amparo-poch-y-gascon-biographie-und-erzaehlungen-aus-der-spanischen-revolution/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/11/buch-amparo-poch-y-gascon-biographie-und-erzaehlungen-aus-der-spanischen-revolution/#comments Tue, 11 Dec 2018 18:07:35 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/11/buch-amparo-poch-y-gascon-biographie-und-erzaehlungen-aus-der-spanischen-revolution/

Klappentext:
Leben und Werk der aus Zaragoza stammenden Amparo Poch y Gascón (1902-1968) sind ein eindrückliches Beispiel dafür, wie spannungsreich das Verhältnis zwischen Männern und Frauen in der anarchistischen Bewegung Spaniens war. Amparo Poch war eine der drei Gründerinnen der anarchistischen Frauenorganisation Mujeres Libres während der spanischen Revolution und mit prägend für deren Politik. Sie kämpfte für die freie Liebe und gleichen Zugang für Frauen zum Arbeitsprozess. Als Ärztin leitete sie ein Feldlazarett vor Madrid, weigerte sich aber gleichzeitig, Gewalt in einer extrem gewaltätigen Situation zu legitimieren. Als Mitarbeiterin von Federica Montseny im Gesundheitsministerium organisierte sie die massenhafte Evakuierung von Kindern ins Ausland.
Die anarchistische Literatur vollzog in der spanischen Revolution einen „nationalistischen Schwenk“, den Amparo Poch nicht mitmachte. Sie schrieb weiterhin in ihrem herrschafts- und patriarchatskritischen sowie lebensbejahrenden Stil. Davon zeugen ihre ironisch-satirischen Erzählungen, die unter dem Titel Sanatorium des Optimismus in der anarchafeministischen Zeitschrift Mujeres Libres erschienen und im Anhang dieser Biographie erstmals in deutscher Übersetzung vorliegen.

„Das ursprüngliche Ziel von Mujeres Libres (bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs) war es, einerseits Frauen für die anarchistische Bewegung zu gewinnen, und andererseits eine Art ‚lesbare Schule‘ zu sein, in der sich Frauen Wissen über so verschiedene Themen wie Kindeserziehung, Medizin, Mode, Film, Literatur, Politik, revolutionäre Theorie, Emanzipation oder wirtschaftliche Fragen aneignen konnten. Die Mujeres Libres hatten für diese Art des Politikmachens zwei treffende Begriffe geprägt: ‚captación‘, also das Werben neuer Mitglieder für die anarchistische Bewegung, und ‚capacitación‘, zu deutsch: ‚Befähigung‘, also die Selbstermächtigung von Frauen durch das Zur-Verfügung-stellen von Informationen und Bildungsmöglichkeiten: ‚Wir wollten die Welt für Frauen öffnen‘, erzählte eine Aktivistin: ‚Wir wollten es Frauen erlauben, sich zu entwickeln, in welcher Weise auch immer sie es wünschten…‘. Nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs blieben diese Ziele zwar grundsätzlich gleich, die Positionen innerhalb der Zeitschrift radikalisierten sich allerdings deutlich und die Notwendigkeiten des Kriegs und der Revolution rückten in den Vordergrund.“ S. 88

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Gelbe Westen: Eine anarchistische Sicht http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/09/gelbe-westen-eine-anarchistische-sicht/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/09/gelbe-westen-eine-anarchistische-sicht/#comments Sun, 09 Dec 2018 20:21:32 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/09/gelbe-westen-eine-anarchistische-sicht/

Einige Reflektionen

Wie wir gehofft haben, ist innerhalb der Bewegung der Gelben Westen eine antikapitalistische und antifaschistische Front entstanden. Damit wurde am 1. Dezember in Paris ein Konvergenzpunkt und Katalysator für Menschen geschaffen, die sich nicht mit nationalistischen Narrativen identifizieren. Hoffentlich wird dies dazu beitragen, einen Diskurs zu verbreiten, der die strukturellen Ursachen von Macrons Programmen identifiziert, anstatt sie als „Verrat“ eines Politikers zu betrachten, der einfach durch einen nationalistischeren Populisten ersetzt werden sollte.

In nur drei Wochen hat sich die Bewegung der Gelben Westen von der Blockade des Verkehrs zur Zerstörung der wohlhabenden Viertel von Paris entwickelt. Dies veranschaulicht die Wirksamkeit von Direkten Aktionen, der Horizontalität und der Weigerung zu verhandeln. In der Ära des globalisierten Kapitalismus wird jede Bewegung, die sich gegen den neoliberalen Angriff auf den Lebensstandard der gewöhnlichen Menschen stellen will, gezwungen sein, auf diese Weise zu eskalieren und allen Versuchen zu widerstehen, sie zu kontrollieren, zu repräsentieren oder zu beschwichtigen.

Wie viele Anarchist*innen bereits betont haben, erfordert ein effektiver Widerstand gegen den Kapitalismus die Beteiligung eines breiten Spektrums von Menschen, nicht nur von Menschen, die ein gemeinsames ideologischen Rahmenwerk haben. Das bedeutet, dass sich eine Bewegung außerhalb der Kontrolle einer Gruppe oder Position ausbreiten muss. In der Tat können wir die Bewegung der Gelben Westen als eine populäre Aneignung der Konfrontationstaktiken verstehen, die Anarchist*innen und andere Rebellen in Frankreich seit Jahren anwenden – zum Beispiel bei den Protesten gegen Loi-Travail und am 1. Mai.

Doch die weit verbreitete Aneignung radikaler Taktiken ist nicht unbedingt ein Schritt in eine bessere Welt, wenn die Menschen nicht auch die Werte und Visionen aufnehmen, die zu ihnen gehören. Der Aufstieg von Trump und Graswurzel-Nationalismus in den USA war bei jedem Schritt von der rechtsextremen Aneignung linker und anarchistischer Rhetorik und Taktik geprägt, durch die sie ihre eigene Agenda vorangetrieben haben.

Was innerhalb einer Bewegung gegen die amtierende Regierung passiert, ist genauso wichtig wie das, was in den Konflikten zwischen dieser Bewegung und der Polizei passiert. Deshalb haben wir betont, wie wichtig es ist, an zwei Fronten zu kämpfen – gegen die Polizei von Macron und ebenso gegen Faschisten und Nationalisten.

So etwas wie eine unpolitische Bewegung gibt es nicht.

Die Bewegung hat von Anfang an behauptet, einen „unpolitischer“ Raum zu schaffen, der für alle offen ist. Dies hat Populisten und Nationalisten einen fruchtbaren Boden für die Förderung ihrer Ideen geboten. In den meisten Fällen waren sie nicht die Mehrheit derjenigen, die auf der Straße aktiv waren, aber sie haben den Diskurs oft online bestimmt. Auch faschistische Gruppen haben an Sichtbarkeit gewonnen, auch wenn ihre Zahl vergleichsweise gering erscheint. Sie sind jetzt besser organisiert als zu Beginn der Bewegung. Wir dürfen die Straßen und die Bewegung gegen die Rechten nicht aufgeben.

Keine soziale Bewegung ist ein Monolith; jede ist ein heterogener Raum der ständigen Veränderung und Spannung. Es ist töricht, Bewegungen für würdig oder unwürdig zu halten, wie der Papst im Gericht zu stehen und diejenigen, die unseren Standards nicht entsprechen, dem Einfluss unserer Gegner zu überlassen. Stattdessen können wir versuchen auf eine Weise teilzunehmen, die es den emanzipatorischen Strömungen in ihnen ermöglicht, an Dynamik zu gewinnen und sich von den reaktionären Strömungen zu abzugrenzen. Die Herausforderung besteht darin, unseren Mitwirkenden nützliche Beispiele dafür zu bieten, wie sie ihre unmittelbaren Probleme lösen und mit Visionen eines langfristigen Wandels verbinden können – und das alles ohne Werkzeuge oder Impulse zu schaffen, die Faschisten, autoritäre Linke oder andere Opportunisten nutzen können.

Vielleicht sollten wir mehr über das Verhältnis zwischen Straßenschlachten und dem Kampf der Ideen nachdenken. Historisch gesehen haben Anarchist*innen oft angenommen, dass diejenigen, die bereit sind, die meisten Risiken einzugehen, in der besten Position sind, um den Charakter und die Ziele einer Bewegung zu bestimmen. Vor Ort ist dies oft der Fall – zum Beispiel, wenn eine Bewegung den Konflikt mit der Polizei eskaliert, können dadurch gemäßigte und legalistische Strömungen zum Rückzug gezwungen werden. Aber wir sollten uns auch an all die Male erinnern, in denen Rebellen aus unterdrückten Gruppen die größten Risiken eingegangen sind und die größte Unterdrückung erlitten haben, nur um zu erleben, wie Autoritäten ihre Opfer nutzen, um ihre Macht zu festigen. Dies ist eine sehr alte Geschichte, von den französischen Revolutionen von 1830, 1848 und 1870 und dem italienischen Risorgimento bis hin zur Russischen Revolution von 1917 und der Ägyptischen Revolution von 2011.

Wir sollten all diese Lektionen im Hinterkopf behalten, wenn wir abwägen, ob der beste Weg, innerhalb einer Bewegung Einfluss zu nehmen, darin besteht, diejenigen zu sein, die die meisten Risiken in ihr eingehen. Wie können wir sicherstellen, dass unsere Gegner innerhalb der Bewegung uns nicht zwingen können, die Mehrheit der Opfer zu stellen, während sie einfach die Macht übernehmen?

Wenn unsere einzige Idee, wie wir innerhalb einer Bewegung Einfluss gewinnen können, darin besteht, die gefährlichsten oder störendsten Aktivitäten auszuüben, können rechtsextreme Gruppen mit größeren sozialen Privilegien und mehr Zugang zu Ressourcen uns auf diesem Spielfeld schlagen und gleichzeitig weniger Verluste hinnehmen.

Vor einem Jahrzehnt, in weniger komplizierten Zeiten, stellten sich einige Anarchist*innen und Autonome vor, dass Menschen in Aufruhr nicht durch eine gemeinsame Reihe von Werten und Bestrebungen verbunden sind, sondern einfach dadurch verbunden werden könnten, dass sie sich gegenüber den Autoritäten unkontrolliert verhalten. Es ist noch heute möglich, Beispiele für diese „antiideologische“ Haltung in Frankreich zu finden, obwohl zumindest einige derjenigen, die die Gelbe Weste tragen, einfach darum kämpfen, andere Autoritäten zu inthronisieren, die genauso gefährlich sein werden, wenn sie an die Macht kommen. Es wäre nicht das erste Mal, dass rebellische Straßengewalt eine neue repressive Regierung ins Amt brachte.

Ja, die herrschende Ordnung muss mit allen notwendigen Mitteln zersetzt werden. Das Gleiche gilt für die Befürworter*innen rivalisierender herrschender Ordnungen. Yvan Bennedetti aus einer Demonstration zu vertreiben ist genauso wichtig wie die Verteidigung gegen die Polizei.

Gleichzeitig muss allen neu mobilisierten und politisierten Teilnehmer*innen dieser Bewegungen klar sein, dass wir nicht nur Roboter sind, die nach einem vorprogrammierten ideologischen Rahmen handeln, sondern dass wir wirklich hoffen, uns mit ihnen zu verbinden, Ideen und Einflüsse mit ihnen auszutauschen und gemeinsam an Lösungen für unsere gemeinsamen Probleme zu arbeiten. Wir versuchen nicht, sie zu verführen, unserer Partei beizutreten, sondern versuchen, gemeinsam etwas Neues zu werden. Unsere Ablehnung von Autoritären ist kein Grundsatz einer Religion, sondern eine hart erarbeitete Lektion darüber, was es braucht, um Räume der Freiheit und Möglichkeit zu schaffen.

In diesem Zusammenhang sind die Momente des Dialogs zwischen Fremden, die auf der Straße stattfinden, ebenso wichtig wie die mutigen Taten, mit denen Menschen die Polizei in Schach halten und Faschisten vertreiben kann. Seien wir nicht naiv, verleugnen wir nicht unsere Meinungen oder verlassen wir unsere Überzeugungen, aber wir bleiben offen für die Möglichkeit, dass wir stärker und lebendiger werden könnten, indem wir mit anderen zusammenarbeiten, die wir noch nicht getroffen haben, die unsere Probleme, aber nicht unsere Bezugspunkte teilen.

Auf lange Sicht

Früher oder später wird dieser Moment der Krise vorbei sein – entweder werden die Führer einen Deal mit dem Staat abschließen und die Polizei wird es schaffen, diejenigen zu isolieren, die sich weigern zu kooperieren, oder die Regierung Macrons wird fallen und durch eine andere ersetzt werden, die verspricht, die Probleme zu lösen, die die Menschen auf die Straße trieben.

Und was dann? Wird die extreme Rechte behaupten können, dass sie diejenigen waren, die den Sieg gegen Macron erzielt haben? Die meisten der oben genannten 42 Forderungen sind sowohl mit linken als auch mit rechtsextremen populistischen Programmen vereinbar; es wäre nicht verwunderlich, wenn die Bewegung in zwei Teile geteilt und von den beiden populistischen Parteien kooptiert würde. Seit den Unruhen vom vergangenen Wochenende sind beide populistischen FührerInnen durch die Forderung, Präsident Macron und seine Regierung zu stürzen, motiviert. Es ist durchaus möglich, dass nach Macron eine rechtsextreme Regierung an die Macht kommt.

Was sollten wir jetzt tun, um uns auf diese Situation vorzubereiten, um sicherzustellen, dass sich die Menschen weiterhin auf den Straßen gegen die nächste Regierung versammeln?

Wenn wir kämpfen – in Frankreich, in Belgien und überall sonst, wo neoliberale Regierungen uns Sparmaßnahmen aufzwingen –, lasst uns auch bedenken, wie wir aus jedem Kampf herauskommen können, verbundener, erfahrener und mit einer geschärften Art und Weise, die uns vorliegenden Fragen zu identifizieren.

aus: http://crimethinc.blogsport.de/2018/12/08/bewegung-im-handgemenge/

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http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/09/gelbe-westen-eine-anarchistische-sicht/feed/
Frauen im Land Bremen http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/09/frauen-im-land-bremen-zahlen/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/09/frauen-im-land-bremen-zahlen/#comments Sun, 09 Dec 2018 15:48:27 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/09/frauen-im-land-bremen-zahlen/
21. Tätigkeitsbericht der ZGF
aus:
https://www.frauen.bremen.de/detail.php?gsid=bremen94.c.10944.de

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http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/09/frauen-im-land-bremen-zahlen/feed/
„Joint Cooperation 2018. NATO-CIMIC-Truppe übt in Norddeutschland den Umgang mit politischen Unruhen“ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/07/joint-cooperation-2018-nato-cimic-truppe-uebt-in-norddeutschland-den-umgang-mit-politischen-unruhen/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/07/joint-cooperation-2018-nato-cimic-truppe-uebt-in-norddeutschland-den-umgang-mit-politischen-unruhen/#comments Fri, 07 Dec 2018 15:45:25 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/07/joint-cooperation-2018-nato-cimic-truppe-uebt-in-norddeutschland-den-umgang-mit-politischen-unruhen/
Die reale Einsatzumgebung für JoCo18 befindet sich allerdings in der norddeutschen Tiefebene zwischen Hannover und Bremen. Ausgerichtet vom Zentrum Zivil-Militärische-Zusammenarbeit der Bundeswehr in Nienburg,[5] gilt die jährlich stattfindende Übungsreihe seit einigen Jahren als größte CIMIC-Übung der NATO. CIMIC ist die NATO-Abkürzung für Civil-Military-Cooperation und wird auch in der Bundeswehr gern für alle Aufgaben der Zivil-Militärischen-Zusammenarbeit (ZMZ) im Ausland verwendet.

Neben Größe und internationaler Beteiligung bei JoCo18 ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Übung, dass sie nicht beschränkt auf Truppenübungsplätze mit schlecht simulierter ziviler Infrastruktur stattfindet, sondern mitten im norddeutschen Alltag. Das Übungsgebiet erstreckt sich über 1800 Quadratkilometer und umfasst die Landkreise Nienburg und Verden, sowie die vier Gemeinden Neustadt, Wunstorf, Gabsen und Wedemark im Nordwesten der Region Hannover.

Laut Selbstdarstellung des Zentrum ZMZ BW lebt „die Übung vor allem von der Interaktion zwischen Militär und Zivilbevölkerung“. Neben den 300 internationalen Soldat*innen sind auch 60 Zivilist*innen, u.a. aus der zivilen Verwaltung, Polizei, Katastrophenschutzbehörden, Krankenhäusern und lokalen Unternehmen, direkt in die Übungsabläufe integriert.

Die Kulisse für einen gesamten Übungsblock bildete eine Großübung von Feuerwehr, DRK und THW, die im Rahmen von JoCo18 in Hoya stattfand.[12] Das simulierte Zugunglück wurde vom CIMIC-Erkundungsteam sogleich auf die mögliche Einwirkung von Saboteuren und Konsequenzen für Truppenverlegungen untersucht.[13]

Weitere rund 100 zivile Statist*innen ermöglichten es der Übungsleitung ein Kontingent an Zivilbevölkerung im Sinne des Übungsverlaufs zu steuern. Beteiligt waren u.a. ein Mittelalterverein auf der Burg in Hoya[14] und die Leitung der Klinik in Neustadt.[15] Die Johanniter Unfall-Hilfe stellte Statist*innen für eine wütende Anti-NATO-Demonstration, auf denen Parolen wie „NATO raus!“ und „Frieden statt NATO!“ gerufen wurden.[16] Ebenfalls Rollenspieler war der Nienburger Bürgermeister Henning Onkes, der für eine Woche seine Arbeit hintenanstellte, um für JoCo sich selbst zu spielen. Dabei freute er sich besonders „dass die Übung in Nienburg die Friedensarbeit fördert.“[17] Für die enge Zusammenarbeit im Rahmen der Joint Cooperation-Übungen in den vergangenen Jahren wurden Landkreis und Stadt Nienburg bereits im Juli 2018 vom NATO CCOE in Den Haag, dem Kompetenzzentrum für Zivil-Militärische-Zusammenarbeit, mit dem CIMIC Award of Excellence ausgezeichnet.[18]

Besonders deutlich wurde der hybride Charakter von CIMIC allerdings mit der Errichtung von zwei CIMIC-Centres in den Innenstädten in Nienburg und Steyerberg im Rahmen der Übung. Sie dienten zugleich als Übungsorte für geplante Szenarien und als Anlaufpunkt für die lokale Bevölkerung, um sich über die Übung zu informieren. Anwohner*innen wurden unmittelbar in die Übung integriert, weil es für die Soldat*innen im Centre nicht ersichtlich war, ob es sich nicht um Rollenbspieler*innen handelt.[19]

Im Rahmen von Joint Cooperation wird deutlich, dass die Grenzen zwischen CIMIC im Auslandseinsatz und ZMZ in Deutschland fließend sind. So mobilisiert das Zentrum ZMZ BW für eine Übung für Auslandseinsätze auch jene Strukturen, die über die Zusammenarbeit im Inland entstanden sind.

Aufgrund dieser massiven Einbindung ziviler Strukturen vor Ort fühlt sich die Bundeswehr auf ihrer Website offenbar dazu genötigt, klarzustellen: „Sie bereiten sich aber nicht auf einen gemeinsamen Einsatz im Inland vor, denn dies wäre von der geltenden Rechtslage nicht abgedeckt.“

Auch wenn es offensichtlich erscheint, dass JoCo auf die Vorbereitung internationaler Einsätze ausgerichtet war, kann diese Aussage kaum beruhigen. Wenn wie im ZMZ-Bereich die Ausbildung unter einem Dach stattfindet und die Vorgesetzten sowohl Kontingente für Auslandseinsätze, als auch Teile der ZMZ-Soldat*innen in Deutschland führen, sind Wechselwirkungen in der Struktur nicht nur angelegt, sondern gewünscht. So wird in der Großübung mehr als deutlich, dass es sich bei der Trennung von Aufgaben der Bundeswehr im In- und Ausland um weit dehnbare juristische, nicht aber um strukturelle Grenzziehungen handelt.

Wie schnell solche Grenzen fallen können, zeigte 2016 in der Debatte um Inlandseinsätze nach einem rechts motivierten Amoklauf in München Generalleutnant Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis und damit Vorgesetzter aller ZMZ-Strukturen in Deutschland. In der Süddeutschen Zeitung stellte er in den Raum, im Falle von „terroristischen Großlagen“ Feldjäger einzusetzen und damit auf deren Erfahrungen mit Polizeiaufgaben in Auslandseinsätzen zurückzugreifen, „die sich nicht grundsätzlich von denen in Deutschland unterscheiden.“ Die nützlichen Zusatzqualifikationen der Feldjäger wären neben dem Einsatz von gepanzerten Fahrzeugen die „Organisation von Checkpoints, Umgang mit Sprengstoffbedrohungen und Objektschutz.“[20]

aus: https://www.imi-online.de/2018/12/05/joint-cooperation-2018/

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http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/07/joint-cooperation-2018-nato-cimic-truppe-uebt-in-norddeutschland-den-umgang-mit-politischen-unruhen/feed/
Staatsgewalt: Täter Polizei http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/06/staatsgewalt-taeter-polizei/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/06/staatsgewalt-taeter-polizei/#comments Thu, 06 Dec 2018 20:41:34 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/06/staatsgewalt-taeter-polizei/ Polizei als Gefahr
„Wenn Polizisten das staatliche Gewaltmonopol missbrauchen“ vom 10.10.2018, Deutschlandfunk:

Eine offizielle Statistik gibt es nicht. Doch Medienrecherchen ergeben, dass weniger als jede siebte Anzeige zu einer Anklage durch die Staatsanwaltschaft führt. Berater Basu von „ReachOut“ kann sich diese Bilanz nur so erklären: Zwischen Staatsanwaltschaft und Polizei gibt es keine behördliche Trennung, so sein Vorwurf.

„Also, die sind so gebunden wie das Kind und die Mutter. Die Staatsanwaltschaft ist dermaßen komplizenhaft tätig, dass das Fehlverhalten der Polizeibeamten gar nicht geahndet wird.“

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http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/06/staatsgewalt-taeter-polizei/feed/
Linke und gelbe Westen: „Mit weißer Weste in den Untergang“ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/05/linke-und-gelbe-westen-mit-weisser-weste-in-den-untergang/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/05/linke-und-gelbe-westen-mit-weisser-weste-in-den-untergang/#comments Wed, 05 Dec 2018 22:15:53 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/05/linke-und-gelbe-westen-mit-weisser-weste-in-den-untergang/ Die ablehnende Reaktion von Teilen der deutschen Linken auf die Sozialproteste der »gilets jaunes« ist nicht nur falsch – sie ist gefährlich

Seit dem 17. November brennt Frankreich. Zehntausende Demonstrant*innen, oft in gelben Signalwesten, legen das Land lahm. Der Protest, der sich zunächst gegen eine angekündigte Benzinpreiserhöhung richtete, wurde bald zu einer allgemeinen Revolte gegen die neoliberale Regierung Emmanuel Macrons.

Die Bewegung der »gilets jaunes« begann als eine spontanes Aufbegehren gegen ein ungerechtes Steuersystem: »Massenabgaben werden erhöht, die Reichen müssen kaum irgendwas zahlen« – der simple Grund der Empörung. Es kamen weitere Forderungen – etwa die nach einem Mindestlohn, der zum Leben reicht – hinzu. Eine Million Menschen unterzeichneten innerhalb kürzester Zeit die Online-Petition der Gelbwesten, viele tausend liefern sich Straßenschlachten mit der brutal vorgehenden Staatsmacht.

Eigentlich – so könnte man meinen – ein fixer Bezugspunkt für innereuropäische, linke Solidarität. Und vor wenigen Jahren hätten wir, wie bei den Krisenprotesten in Griechenland oder Spanien, sicher noch linke Soli-Demos in Berlin gesehen – wie klein und wirkungslos auch immer. Doch das Koordinatensystem vor allem der liberalen Linken in Deutschland hat sich verschoben. Aus dem Gefühl der eigenen Ohnmacht folgt die Angst vor Veränderung. Man traut sich nichts zu, also hängt man an der Illusion, der bürgerliche Staat möge wenigstens die dünne zivilisatorische Eisdecke nicht brechen lassen, die einem veganes Essen in der Uni-Mensa oder den Job als Redenschreiber im Bundestag ermöglicht.

Und weil man ohnehin gewohnt ist, Bewegungen in anderen Ländern als Projektionsfläche für die eigene Lage zu nutzen, wird die Rebellion des französischen Volkes eilig zur Bedrohung von rechts umgeschrieben. »Furchtbare Szenen der Gewalt«, kommentiert ein selbsternannter »Antifa«-Account auf Twitter Auseinandersetzungen zwischen Demonstrant*innen und Polizei, und fügt die Hashtags »Nazis, Patrioten, AfD» hinzu. »Wer sich solche Zustände für Deutschland wünscht, ist einfach nur krank», schimpfen die um Deutschlands Sicherheit bemühten „Antifas“. Massenhaft ist von einer angeblichen „Querfront“ die Rede. Linkspartei-Chef Bernd Riexinger schlägt in die selbe Kerbe: »Bedenklich«, sei das ganze. Und: »In Deutschland wäre eine solche Verbrüderung linker und rechter Gesinnung nicht denkbar.«

Kritik im Handgemenge

Es wäre beinahe witzig, wenn es nicht so traurig wäre: Die deutsche Rechte, die mit bizarren Shows versucht, die »gilets jaunes« zu kopieren und die staatstreue Reformlinke sind sich im Grunde in der Einschätzung der französischen Bewegung einig. Beide glauben, sie sei irgendwas zwischen Pegida und Friedensmahnwachen, nur eben größer und wuchtiger.

Dabei ist das völliger Blödsinn. Die »Gelbwesten« sind eine relativ typische spontane soziale Massenbewegung. Und klassischer Weise sind solche Bewegungen ideologisch diffus. Sie entzünden sich an konkreten Problemen der Menschen, und wenn der Schuh krass drückt, wachsen sie und spitzen sich zu. In einer solchen Bewegung kommt es zu Aushandlungsprozessen, welche weltanschauliche Hegemonie sich durchsetzt. Viele Genoss*innen in Frankreich stellen sich diesem Kampf und gehen als Teil der Protestbewegung gegen Faschist*innen vor – mit Worten und Fäusten.

Dafür gibt es eine gute Grundlage. Denn der Aufhänger der Proteste ist eben nicht, wie bei Pegida, das Bedürfnis nach unten zu treten. Die Forderungen nach Mindestlohn, dem Rücktritt einer neoliberalen, imperialistischen Regierung und mehr Steuergerechtigkeit sind zwar kaum revolutionär. Aber im Unterschied zu den skurrilen Kopie-Versuchen deutscher Faschos geht es eben in der Masse nicht um den »Migrationspakt« oder »Masseneinwanderung«. Die französische Gelbweste neidet nicht dem Refugee sein Smartphone, sondern will der eigenen Regierung an den Kragen.

Die »gilets jaunes« sind eher zu vergleichen mit den Krisenprotesten in Griechenland oder dem Gezi-Aufstand in der Türkei, als dass sie irgendetwas mit Pegida gemein hätten. Bei letzterem waren – ignoriert von der an Projektionsflächen, nicht tatsächlichen Bewegungen interessierten – liberalen Linken Deutschlands zehntausende türkische Nationalist*innen beteiligt. Und dennoch hätte die türkische und kurdische Linke nie gesagt: „Nö, also da gehen wir lieber nachhause.“ Die Ansage war: „Das sind unsere Proteste.“ Und klar: Im Gezi-Park kam es regelmäßig zu handgreiflichen Auseinandersetzungen, wenn Nationalist*innen versuchten, kurdische Fahnen zu entfernen. Man gewann die Auseinandersetzungen, verankerte linke Forderungen in der Gesamtbewegung und prägte diese Bewegung.

Kapitulation vor dem Kampf

Kämpfe um die Hegemonie in einer Bewegung kann man gewinnen – oder man kann sie verlieren. Das hängt von den objektiven Gegebenheiten ab (woran entzündet sich eine Bewegung, wie ist ihre soziale Zusammensetzung). Und von den subjektiven – also davon, ob man stark genug ist, sich einzumischen und durchzusetzen. Bei den Gezi-Protesten waren beide Voraussetzungen sicher besser als sie heute in Frankreich sind. Aber auch dort ist die Lage keineswegs aussichtslos.

Was Teile der Linkspartei, aber auch eine Generation von ohne jegliche soziale Protestbewegung und an einen von allem anderen abgekoppelten Pseudo-Antifaschismus gewöhnte Generation außerparlamentarischer Linker nun tut, ist aber noch fataler, als zu verlieren. Verliert man, hat man gekämpft und etwas gelernt. Und man konnte in jedem Fall einen Teil der Menschen für sich gewinnen.

Was die brave Linke aber will, damit kann man nicht einmal etwas lernen, geschweige denn jemanden gewinnen: Unter dem Verweis auf die Vereinnahmungsversuche rechter Rattenfänger will man nicht nur selbst schon vor jedem Kampf kapitulieren. Man will auch am besten alle anderen bei Drohung der Exkommunikation dazu zwingen, ebenfalls zu kapitulieren. Wer nicht schon von vorneherein aufgibt, sich versteckt und die Weste moralisch weiß hält, der ist dann eben „Querfront“.

Eine solche Linke, die von immer mehr Menschen als Teil der »Elite«, als loyale Opposition der Regierenden wahrgenommen wird (und es tatsächlich auch zunehmend ist), kann sich zwar bei Diskussionsveranstaltungen in Uni-Hörsälen gegenseitig auf die Schultern klopfen oder im Parlament illustre Reden schwingen, die so manchem bürgerlichen Journalisten Respekt abringen – eine Gesellschaft zum Positiven verändern, kann sie nicht. Wo diese Politik aber in einigen Jahren oder Jahrzehnten hinführt, davor sollten sich die heute schon Ängstlichen allerdings tatsächlich fürchten.

aus: http://lowerclassmag.com/2018/12/gelbwesten-gilets-jaunes/

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http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/05/linke-und-gelbe-westen-mit-weisser-weste-in-den-untergang/feed/
Film: Die forensische Psychiatrie ist irrsinnig geworden… http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/03/film-die-forensische-psychiatrie-ist-irrsinnig-geworden/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/03/film-die-forensische-psychiatrie-ist-irrsinnig-geworden/#comments Mon, 03 Dec 2018 19:51:39 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/03/film-die-forensische-psychiatrie-ist-irrsinnig-geworden/ Fr., 07.12, 19:00 Uhr: Umsonstladen, Gastfeldstr. 104

Am 19.11.18 stand die kritische Psychiaterin Frau Dr. Regina Möckli in Frauenfeld TG/CH in einem Berufungsprozess vor dem Obergericht. Vorgeworfen werden ihr, angebliche Sachentziehung, Nötigung, Hausfriedensbruch, Irreführung der Rechtspflege und Ungehorsam gegen amtliche Verfügung. Zuvor wurde sie im März 2018 diesbezüglich zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Über genauere Informationen zu Vorgeschichte, Verlauf und Ausgang des Prozesses verfügen wir zur Zeit nicht. Dr. R. Möckli setzt sich für die Entrechteten der Gesellschaft (Sozialhilfeempfänger*innen, Asylbewerber*innen, Gastarbeiter*innen, als psychisch-Krank deklarierte Menschen und Haustiere) in der Schweiz, aber auch in Deutschland ein. Sie ist eine sehr wichtige Akteurin im Kampf gegen die forensische Psychiatrie. 2017 besuchte sie uns in Bremen, hielt hier einen Vortrag und unterstützte Gefangene im Maßregelvollzug vor Ort. Das Betroffene von staatlicher Verwaltung und Behandlung oft als „Hilfe“ bezeichnet, sowie ihre Angehörigen, und Kritiker*innen, versucht werden mundtot zu machen, ist keine neue Perversion des Macht- und Staatsapparates.

An dieser Stelle senden wir Dr. Regina Möckli alle Solidarität, die wir haben und nehmen den Schlag gegen Sie zum Anlass, euch einzuladen und gemeinsam den Film „Die forensische Psychiatrie ist irrsinnig geworden“, in dem sie das System Maßregelvollzug enttarnt, zu schauen und mit euch zu diskutieren. Da in Bremen die Novellierung des Psychisch-Krankengesetztes (Psych-KG) ansteht, möchten wir gerne einen kleinen Input zur Bremer Situation geben und mit euch ins Gespräch kommen. Weiterhin wollen wir euch ermuntern, egal wo, ob in eurem Wohnzimmer mit Freunden oder bei der nächsten Küfa in euren Freizis, autonomen Zentren etc., diesen Film ebenfalls zu zeigen. Solidarität als Waffe gegen Repression.

Wider (deutschen) Psychiatrien, Heimen, Knästen, Polizei und Justiz… !

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„Die forensische Psychiatrie ist irrsinnig geworden…“
siehe: www.youtube.com/watch?v=QgP6eV-6Uk0
weitere Informationen zu Frau Dr. Möcklis Engagement:
www.zentrum-mettschlatt.ch – www.gefangeneangehoerige.ch – www.ig-ffp.org

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http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/03/film-die-forensische-psychiatrie-ist-irrsinnig-geworden/feed/
Plattform: Bremen macht Feierabend. Selbstorganisierte Beschäftigte http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/02/plattform-bremen-macht-feierabend-selbstorganisierte-beschaeftigte/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/02/plattform-bremen-macht-feierabend-selbstorganisierte-beschaeftigte/#comments Sun, 02 Dec 2018 17:53:09 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/12/02/plattform-bremen-macht-feierabend-selbstorganisierte-beschaeftigte/
Die Seite Bremen macht Feierabend ist zu finden unter:
http://bremerfeierabend.blogsport.eu/

Dort zu lesen:
Ihr seht richtig, mit neuem Outfit und neuem Schwung geht es weiter. Hier noch mal was über uns und warum es so wichtig ist das viele mitmachen. Unsere Seite soll eine gemeinsame Plattform für alle von uns sein, die über eigenen Erfahrungen, Probleme und Sauereien auf der Arbeit schreiben und Öffentlichkeit schaffen wollen. Und alle die nicht mehr nur jammern sondern aktiv gegen die immer schlechter werdenden Bedingungen kämpfen wollen. Das wichtigste ist dabei, das wir es schaffen uns betriebsübergreifend austauschen und vernetzen. Kurz zu Uns.

Was ist Bremen macht Feierabend?

Wir von Bremen macht Feierabend sind eine Gruppe von KollegInnen aus verschiedenen Betrieben, die sich bei verschiedenen Arbeitskämpfen kennen gelernt haben. Wir haben dabei alle die Erfahrung gemacht, dass man sich auf so genannte „Vertreterorganisationen“ wie DGB Gewerkschaften oder politische Parteien nicht verlassen kann. Sie alle handeln nur, solange es um die Sicherung ihres eigenen Einflusses und ihre Mitgliederzahlen geht, alles darüber hinaus wird von ihnen meistens gebremst und sogar offen bekämpft. Daher organisieren wir uns unabhängig von Gewerkschaften, Parteien oder anderen politischen Organisationen.

Wir wollen uns nicht damit abfinden, auf der Arbeit oder beim Jobcenter passiv zu sein und immer schlechter werdende Bedingungen hinzunehmen, mehr zu arbeiten, schlechter bezahlt zu bekommen, jeden Tag 8 Stunden oder länger etwas tun zu müssen, von dem wir fast gar nichts haben. Wir wollen daher die Vereinzelung aufbrechen, in der sich viele Beschäftigte befinden. Die meisten haben Angst, gegen die Chefs den Mund auf zu machen, weil sie das Gefühl haben, alleine zu stehen. Wir fangen deswegen an, unsere Arbeitsbedingungen und unsere Erfahrungen öffentlich zu machen und uns gegenseitig auszutauschen.

Das alleine reicht uns aber nicht aus. Wir versuchen aktiv neue Strukturen in den Betrieben und über die Betriebe hinaus aufzubauen, um sich gezielt gegen die Arbeitshetze in den Unternehmen zu wehren und gegenseitig zu helfen. Dazu unterstützen wir die Gründung von selbstorganisierten Betriebsgruppen in den Betrieben und jede überbetriebliche Vernetzung. Wir helfen dabei, die Infrastruktur dafür aufzubauen wie z.B. einen Internet Auftritt zu gestalten oder einen Ort zu haben, an dem man sich außerhalb des Betriebs ungestört treffen kann. Der Vorteil einer selbstorganisierten Gruppe besteht darin, dass es niemanden gibt, der/die über die Köpfe der anderen hinweg Entscheidungen treffen kann, welche Themen behandelt werden und wie man öffentlich aufzutreten hat. Niemand ist irgendeinem Vorstand oder einer Satzung verpflichtet.

Wir machen keinen Unterschied zwischen Festangestellten, LeiharbeiterInnen, Werkvertrags ArbeiterInnen, Erwerbslosen usw. Nur gemeinsam sind wir in der Lage etwas für uns zu ändern. Unser Ziel ist, keine Spaltung unter uns und kein Gegeneinander in den Betrieben und außerhalb zuzulassen. Wenn einzelne Beschäftigtengruppen durch Tarifabschlüsse oder die Willkür der Chefs viel bessere Bedingungen und Löhne haben, als andere, ist das nur der Versuch, sie ruhig zu stellen und einen Keil zwischen uns zu treiben. Dass wir aus Sicht von Geschäftsleitungen und Vorständen langfristig alle ein Angriffsziel sind – solange wir sie nicht daran hindern – weiß wohl jeder. Dennoch hat es wunderbar funktioniert, extrem miese Arbeitsbedingungen und Löhne durchzusetzen und mittlerweile fast unser komplettes Leben den Anforderungen der Firma, der Leiharbeitsbuden oder des Jobcenters unterzuordnen.

Das, was hier über das vergangene Jahrzehnt gelaufen ist, wird derzeit noch viel brutaler in anderen Ländern in Europa in sehr viel kürzerer Zeit durchgezogen. Wir machen uns keine Illusionen über die Versprechen, dass die Arbeitsbedingungen und Löhne wieder besser werden, wenn wir nur lange genug die Füße still halten. Es wird uns gebetsmühlenartig von der Sicherung der Konkurrenzfähigkeit von Firmen und „Standorten“ erzählt und von uns eingefordert. Die Absenkung von Löhnen und die Verdichtung der Arbeit ist in dieser Logik aber fast bodenlos und ganz sicher ohne “moralische Grenze”, die irgendjemanden daran hindern würde, uns auf Verschleiß zu fahren. Deswegen hilft auch kein Jammern und Abwarten. Wir wollen diese Logik durchbrechen.

Unsere Seite soll eine gemeinsame Plattform für uns sein. Auf der Internetseite können aktuelle Berichte von allen Bremer KollegInnen veröffentlicht werden. Jede und jeder kann dafür über die eigenen Erfahrungen, Probleme und Sauereien auf der Arbeit schreiben und den Bericht bei Bedarf anonym, an uns zur Veröffentlichung schicken. Wir sind außerdem an jedem Austausch und jeder überbetrieblichen Vernetzung interessiert.

Wir sind keine geschlossene Gruppe, wir freuen uns über alle, die Lust haben, bei Bremen macht Feierabend mit zu machen. Bei uns ist niemand zu etwas verpflichtet. Es gibt keine Mitgliedsbeiträge oder Beitrittsformulare und keine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Chefs, egal welcher Art!

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