Umsonstladen Bremen http://umsonstladenbremen.blogsport.de Umsonstladen Bremen Mon, 12 Nov 2018 18:09:59 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Mal eine andere Perspektive http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/12/mal-eine-andere-perspektive/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/12/mal-eine-andere-perspektive/#comments Mon, 12 Nov 2018 18:06:36 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/12/mal-eine-andere-perspektive/ Stellt Euch vor, die Sonne kitzelt Euch am Morgen die Nase und beim Erwachen stellt Ihr fest, dass Ihr auf eine Größe von 40 Zentimetern geschrumpft seid. Also noch kleiner seid als unsere Verwandten Homo floresiensis, die immerhin eine Größe von so 100 cm hatten.

Wie erlebt Ihr dann die Welt an diesem Tag … ?

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/12/mal-eine-andere-perspektive/feed/
Utopien: Chuang-Tzus Philosophie des Taoismus nimmt den Individual- Anarchismus vorweg (China -3. – -4. Jh.) http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/11/utopien-chuang-tzus-philosophie-des-taoismus/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/11/utopien-chuang-tzus-philosophie-des-taoismus/#comments Sun, 11 Nov 2018 20:17:13 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/11/utopien-chuang-tzus-philosophie-des-taoismus/
Chuang-Tzu (-369 bis ca. – 286) entwickelte nach Rothbard die Ideen Laotses zu der darin angelegten Konsequenz, dem Individual Anarchismus weiter. Seine Ideen verbreiteten sich weit und König Wei wollte ihn zum obersten Minister machen (31). „Chuang Tzu’s scornful rejection of the king’s offer is one of the great declarations in history on the evils underlying the trappings of state power.“ (32) Er wies damit auch den Lohn von 10 Unzen Gold zurück (33).
Er formulierte als erster eine Grundüberzeugung, die anti-staatlich ist: „Good order results spontaneously when things are let alone.“ (34) Auch beschrieb er die Nähe von einem Dieb, der ins Gefängnis geworfen wird und dem großen Räuber, der Staatschef wird (35).
Dem setzt Chuang-Tzu das Leben der einfachen Menschen gegenüber: „The common people have a constant nature; they spin and are clothed, till and are fed – it is what may be called their ‚natural freedom‘.“ (36)
Hsi-K‘ang (223 bis 262) forderte die Gleichgültigkeit gegenüber den Anreizen des Privateigentums und der Macht, weil Ruhm und Stellung der Tugend der Weisen schaden. Er wurde wegen seiner anarchistischen Gesinnung hingerichtet (37).
In einem fiktiven Gespräch zwischen den Taoisten Ko Hung (284 bis 363) und Pao Ching- Yen (405 – 466) erklärte letzterer, dass die Aufteilung in feste Rangordnung und das Anlegen von Schätzen durch Machtgier und Gewinnsucht die ursprüngliche freie und gleiche Gesellschaft zerstört und den Krieg gebracht haben. Deshalb erklärte er sich für eine Revolution gegen diese falsche Ordnung (38). Pao Ching-Yen veröffentlichte auch eine Studie zur politischen Psychologie, in der er erklärt, wie die institutionelle Gewalt des Staates Gewalt zwischen den Menschen nach sich zieht. Waffen, Plünderungen, Raub und Diebstahl kann es, so Pao Ching-Yen ohne Herrschaft nicht geben (39).

siehe unter Texte, aus: Die Befreiung vom Geld und Eigentum … und warum das noch lange nicht reicht, Band 3

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/11/utopien-chuang-tzus-philosophie-des-taoismus/feed/
Novemberpogrom http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/10/novemberpogrom/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/10/novemberpogrom/#comments Sat, 10 Nov 2018 12:37:22 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/10/novemberpogrom/ „Gegen den Faschismus, anti-fascisti, so positionierten sich die ersten italienischen Widerständler 1921 zu Mussolinis Partito Nazionale Fascista.

Als später in Deutschland Synagogen brannten, war solch offener Widerstand kaum noch möglich. Der Pfarrer Julius von Jan war so einer, der es wagte, sein Entsetzen über die Pogrome zu bekunden. Daraufhin holten ihn SA und SS und schlugen ihn beinahe tot. Die Schreckensnacht markierte den Übergang von der Diskriminierung von Juden hin zur offenen und oft geduldeten Gewalt, die schließlich im Holocaust mündete.

Die Gewalt ist wieder da

Wenn diese Gewalt jemals wirklich überwunden war, dann lässt dieses Jahr spätestens keine Zweifel daran, dass sie wieder da ist. Erst im August überfielen Vermummte ein jüdisches Restaurant in Chemnitz – einer von etlichen antisemitischen Vorfällen, die 2018 bekannt wurden. 80 Jahre nach den Pogromen müsste es gerade jetzt eine Selbstverständlichkeit sein, sich zum Antifaschismus zu bekennen. Stattdessen wird das Bekenntnis gemieden und selbst im linken Spektrum oft nur kleinlaut gebeichtet. Wer sich heute Antifaschist nennt, läuft Gefahr, sich politisch zu delegitimieren. Zu schwach die Erinnerung an gebrandschatzte Synagogen, zu stark die Erinnerung an gebrandschatzte Autos.

Nach den Ausschreitungen zum G20-Protest forderte ein Zusammenschluss von AfD-Politikern gar das Verbot „der Antifa“ als Terrororganisation, wohl im Glauben, es handele um einen Verein mit Geschäftsführung und Spendenkasse. Hartnäckig verbreiten Rechte in- und außerhalb der AfD weiterhin den Mythos, antifaschistische Gruppierungen würden ernsthaft von der Bundesregierung fürs Protestieren bezahlt.

Was für eine fatale, gewollte Skandalisierung von Antifaschismus! Und sie funktioniert: Nicht erst seit der AfD möchte kaum jemand mit dem Schmuddelkind zu tun haben. Antifa, das klingt nach schäbigen Jugendzentren, nach Vermummung und Gewalt. Bei ehemaligen DDR-Bürgern klingelt womöglich noch das euphemistische Mantra vom „antifaschistischen Schutzwall“ unangenehm im Ohr. In höheren Amt und Alter dürfen noch Holocaustüberlebende und NS-Widerständler sich aus historischen Gründen so nennen. Brave Staatsbürger sind lieber mild „gegen Rechts“ oder noch wässriger „für Toleranz“.“

https://www.freitag.de/autoren/konstantin-nowotny/warum-es-normal-sein-sollte-1

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/10/novemberpogrom/feed/
Novemberrevolution http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/08/novemberrevolution/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/08/novemberrevolution/#comments Thu, 08 Nov 2018 00:54:40 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/08/novemberrevolution/ Die Menschen haben Hunger und sie wollen Frieden. Am 7. November 1918 beginnt die bayerische Revolution mit einer riesigen Friedenskundgebung auf der Theresienwiese in München. An verschiedenen Stellen sprechen bis zu zwölf Redner gleichzeitig. Die SPD nimmt an dieser Massenveranstaltung nur unter der Bedingung teil, dass im Anschluss keine Aktionen stattfinden. Der SPD-Vorsitzende Erhard Auer und weitere Gemäßigte versuchen die Massen mit dem Hinweis auf kommende Reformen zu beruhigen. Es wird bekannt, dass in Kiel die Matrosen gemeutert haben. Kurt Eisner von der USPD und seine Genossen wollen die sozialistische Räterepublik und nachdem Auer die Demonstration für beendet erklärt und verlässt, folgen die Massen Eisner und Ludwig Gandorfer, ein linker Vertreter des Bayerischen Bauernbundes, durch die Stadt Richtung Kasernen. Die Soldaten schließen sich der Revolution an. Die königliche Familie flieht und die Wittelsbacher Monarchie ist am Ende. Die Menschen in der Stadt sind erfüllt von revolutionärer Euphorie. Am 8. November proklamiert der Arbeiter- und Soldatenrat die Bayerische Republik.

„Die SPD ist völlig überrumpelt von der ungeplanten sozialistischen Machtübernahme. Auer hat erst zuhause, wohin er sich nach der Auflösung der Demonstration am Friedensengel zurückgezogen hat, davon erfahren. Den Vormittag über wartet er ab, ob sich nicht doch noch jemand findet, der die Revolution niederschlagen will. Dann versucht er selbst, bei militärischen Stellen Truppen zur Niederschlagung der Revolution anzufordern. Aber sogar die preußischen Soldaten haben sich mit den Revolutionären verbündet. Langsam dämmert es Auer, dass er vorerst keine andere Wahl hat, als eine gemeinsame Regierung mit der USPD unter Eisner zu bilden. Am Nachmittag wählt der provisorische ‚bayerische Nationalrat’ aus SPD und USPD Kurt Eisner zum Ministerpräsidenten. Die SPD bekommt unter anderem das Amt des Innenministers für Auer. Manchen der alten Landtagsabgeordneten wird der Ernst der Lage erst klar, als sie von der bewaffneten Revolutionsgarde vom Betreten des Landtagsgebäudes agbehalten werden. Im Laufe des Tages nimmt Hilde Kramer Telegramme aus Kaiserslautern (damals bayerische Pfalz), Ingolstadt, Kempten und anderen Städten entgegen. Überall in Bayern haben sich Arbeiter und Soldatenräte gegründet, meist werden sie mit Mitgliedern der SPD und USPD besetzt. Der provisorische Nationalrat in München setzt sich aus Vertretern des Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrates, der Gewerkschaften, der Berufs- und Frauenverbände und der Fraktionen der SPD und dem linken Flügel des Bauernbundes zusammen. Schnell wird jedoch deutlich, dass es unüberbrückbare Differenzen zwischen der stets abwiegelnd auftretenden SPD und den revolutionären Organisationen gibt. Die erste Erklärung des Nationalrates dämpft alle sozialistischen Hoffnungen. Darin ist nur von einer ‚demokratischen und sozialen Republik Bayern’ die Rede. Außerdem wird betont, dass alle bisherigen Beamten der Monarchie in ihren Stellungen bleiben. Dann folgt ein Appell an die Bevölkerung, sich ruhig zu verhalten:
‚Die Unternehmer haben mit den Arbeitern das gleiche Interesse, die Erschütterung der Volkswirtschaft, kein regelloses Durcheinander entstehen zu lassen. Organisatorisches, friedliches, freiheitliches Zusammenarbeiten ist unsere Richtschnur. Wir appellieren an jeden Bürger, uns hier zu unterstützen. Die Soldaten in die Kasernen, die Arbeiter in die Betriebe! Jedem Staatsbürger obliegt die Arbeitspflicht!’ Keine Rede ist mehr von Sozialismus und Rätedemokratie oder gar von Vergesellschaftung der Betriebe und Reichtümer.
Noch am selben Tag gründet sich jedoch auch ein Revolutionärer Arbeiterrat (RAR), der sich aus Anarchisten wie Erich Mühsam oder Josef Sontheimer, Kommunisten wie Max Levien und linken USPDlern wie Ernst Toller zusammensetzen. ‚Wir fragten niemanden, ob und wo er organisiert sei’, bemerkt Mühsam später‚ ’sondern beurteilten alles nach den Beobachtungen, die wir mit den einzelnen machten. Bedingung war einfach der Wille, die Revolution bis zur Durchführung des Sozialismus auf der Grundlage des Rätegedankens weiterzutreiben.’“ S. 66 f.

Am 9. November 1918 wird auch für Deutschland die Republik ausgerufen. „Nacheinander werden in Berlin zuerst von Philipp Scheidemann eine parlamentarische ‚deutsche Republik’ und kurz darauf von Karl Liebknecht eine ‚sozialistische Republik’ für ganz Deutschland ausgerufen. Die Frontstellung zwischen den Anhängern der Rätedemokratie und denen des Parlamentarismus wird immer deutlicher. Den meisten aufbegehrenden Arbeitern ist die Tragweite dieses Konfliktes jedoch noch nicht bewusst. Ihnen geht es vor allem darum, den Krieg und die Militärdiktatur zu beenden. In Berlin schließen derweil Friedrich Ebert und andere Spitzenfunktionäre der Reichs-SPD einen Geheimpakt mit dem neuen Chef der Obersten Heeresleitung Wilhelm Groener. Im Gegenzug für die Unterstützung seiner Regierung macht Ebert Groener weitreichende Zugeständnisse in Bezug auf den Erhalt der alten Strukturen in Militär und Verwaltung. So bereitet er die spätere gewaltsame Niederschlagung der verschiedenen sozialistischen Revolutionsbewegungen im gesamten Land vor.“ S.71

Der Konflikt zwischen den revolutionären Massen, die eine Räterepublik in Bayern wollen, und den alten Eliten und der SPD gipfelt nach Kurt Eisners Ermordung in die Absetzung der Landesregierung und die Auflösung des Landtags. Am 7. April 1919 wird die Räterepublik proklamiert. Sie ist zunächst anarchistisch-sozialistisch, denn die Kommunisten verweigern das Mitwirken, da sie die Zeit noch nicht für reif halten. Sie kämpfen später aber doch mit und übernehmen die Macht, was begrüßt wird. Die alte Landesregierung unter SPD-Ministerpräsident Johannes Hoffmann betreibt von Bamberg aus den Sturz der Räterepublik. Die Bürgerlichen und die Rechten verbreiten Gerüchte und Schauergeschichten über die Räterepublik. Mit Hilfe der SPD-Reichsregierung wird die Bayerische Räterepublik militärisch niedergeschlagen. Am 1. Mai 1919 marschieren Regierungstruppen und rechte Freikorps in München ein und verbreiten Terror. Am 17. Mai 1919 besetzen die weißen Truppen Lindau am Bodensee, die letzte sich zur Räterepublik bekennende Stadt.

Die bürgerliche Presse stachelt den Hass der Konterrevolutionäre an und verlangt nach Blut. Eins der Opfer ist der bekannte Anarchist Gustav Landauer, der am 2. Mai 1919 ermordet wird.

„Bevor Landauer in Stadelheim eingeliefert wird, befiehlt ein – später ‚unbekannter’ – Offizier, dass er sofort erschossen werden solle. Als er dann tatsächlich eingeliefert ist, wird er unter anderem von Heinrich Freiherr von Gagern sofort schwer misshandelt und dann von der weißen Soldateska regelrecht zu Tode getrampelt. Ein Mitgefangener berichtet später: ‚Unter Schreien: ‚Der Landauer! Der Landauer!’ bringt ein Trupp bayerischer und württembergischer Soldaten Gustav Landauer, auf dem Gang vor dem Aufnahmezimmer schlägt ein Offizier dem Gefangenen ins Gesicht, die Soldaten rufen dazwischen: ‚Der Hetzer, der muss weg, derschlagts ihn!’ Landauer wird mit Gewehrkolben an der Küche vorbei in den Hof gestoßen, Landauer sagt zu den Soldaten: ‚Ich bin kein Hetzer, ihr wisst selbst nicht, wie verhetzt ihr seid.’ Im Hof begegnet der Gruppe der Freiherr von Gagern, mit einer schlegelartigen Keule schlägt er auf Landauer ein, unter den Schlägen des Majors sinkt Landauer zusammen, er steht jedoch wieder auf und will zu reden anfangen, der Vizewachtmeister schießt auf Landauer, ein Schuss trifft ihn in den Kopf, Landauer atmet noch immer, da sagt der Vizewachtmeister: ‚Das Aas hat zwei Leben, der kann nicht kaputt gehen.’ Ein Sergeant vom Leibregiment ruft: ‚Ziehen wir ihm doch den Mantel runter’, der Mantel wird ihm ausgezogen. Da Landauer immer noch lebt, legt man ihn auf den Bauch, unter dem Ruf: ‚Geht zurück, dann lassen wir ihm noch eine durch’, schießt der Vizewachtmeister Landauer in den Rücken, da Landauer immer noch zuckt, tritt ihn der Vizewachtmeister mit Füßen zu Tode, dann wird ihm alles heruntergerissen und seine Leiche ins Waschhaus geworfen.’
Mit dem Mord an dem großen Philosophen der Gewaltfreiheit und der sozialen Revolution beginnt die traurige Karriere des Gefängnisses Stadelheim als Ort politischer Morde. Nach Landauer werden dort noch etwa 30 weitere Revolutionäre erschossen. Durch das gesamte Gebäude hallen Schläge, Schüsse und Schreie. Alle Gefangenen werden von den hasserfüllten Schergen der rechtsextremen Freikorps Epp, Lützow und Liftl aufs Schwerste misshandelt. Bei Räteanhängerinnen und weiblichen Gefangenen kommt noch sadistische sexuelle Gewalt hinzu. Mehrmals wird berichtet, dass die Erschießungskommandos mit den ersten Schüssen auf die Geschlechtsteile der Frauen und Mädchen zielen. In anderen Fällen wird die Exekution vollzogen, indem zuerst in die Beine, dann in den Unterleib geschossen wird, um die Opfer langsam verenden zu lassen.“ S. 243 f.

Letztendlich geht dann mit der Machtübernahme der Nazis auch die Weimarer Republik zugrunde. „Es bewahrheitet sich, was unter anderem die Räteaktivisten schon angesichts des Bündnisses zwischen der Sozialdemokratie und der rechtsextremen Reaktion bei der Niederschlagung der revolutionären Bewegungen von 1918-1923 vorausgesehen haben: Die Sozialdemokraten haben zur Verteidigung ihrer Herrschaft Kräfte in den Sattel gehoben, die sie schon bald nicht mehr kontrollieren können. So sind es keineswegs die Kämpfe zwischen links und rechts, die der Weimarer Republik das Grab schaufelten, sondern eben dieses Bündnis aus Sozialdemokratie, Reichswehr und rechtsextremen Freikorps, das die antidemokratischen Kräfte wiederbelebt, die 1918 eigentlich bereits geschlagen waren. Am Ende werden auch die Sozialdemokraten von den Dämonen verschlungen, die sie gerufen haben.“ S. 282

Simon Schaupp: Der kurze Frühling der Räterepublik, Unrast-Verlag, 2017

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/08/novemberrevolution/feed/
Kauf-nix-Tag: 1. Dezember 2018 http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/06/kauf-nix-tag-1-dezember-2018/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/06/kauf-nix-tag-1-dezember-2018/#comments Tue, 06 Nov 2018 22:49:29 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/06/kauf-nix-tag-1-dezember-2018/
Am ersten Advents-Samstag (in den USA am Freitag davor) ist der internationale Buy Nothing Aktionstag.
Der Kauf-nix-Tag wurde in den frühen 1990ern durch das kanadische Kollektiv Adbusters (Bild: Adbusters-Plakat 2013) gestartet und ist zu einem internationalen Event gewachsen, das überall auf der Welt begangen wird.

Fawzi Ibrahim: „Heute steht die Menschheit vor einer klaren Wahl: rettet den Planeten und werft den Kapitalismus weg, oder rettet den Kapitalismus und werft den Planeten weg.“

Buy Nothing Day ist ein konsum-kritischer Tag, der umweltschädliche und menschenverachtende Herstellungsbedingungen, und ausbeuterische Produktions- und Handelsstrategien internationaler Konzerne und Finanzgruppen thematisiert.

Wenn Ihr Ideen für eine Aktion habt, dann kontaktiert den Umsonstladen und wir können gemeinsam planen.

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/06/kauf-nix-tag-1-dezember-2018/feed/
Hassprediger: Martin Luther, ein Mann der Obrigkeit http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/01/hassprediger-martin-luther-ein-mann-der-obrigkeit/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/01/hassprediger-martin-luther-ein-mann-der-obrigkeit/#comments Thu, 01 Nov 2018 12:32:22 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/01/hassprediger-martin-luther-ein-mann-der-obrigkeit/

Bremen hat einen neuen Feiertag, den Reformationstag. Nicht arbeiten müssen, ist zwar immer gut, aber Luther sollte keineswegs gefeiert werden. Seine Schriften zeugen von fanatischem Judenhass, seine Menschenfeindlichkeit galt auch Frauen, behinderten Kindern und dem Pöbel. Dagegen hielt er viel von der Obrigkeit, nur halt nichts von Päpste und Co. Martin Luther ist also ein Mann der Herrschenden, der Tyrannen.

„Es ist eine verdammte, verfluchte Sache mit dem tollen Pöbel. Niemand kann ihn so gut regieren wie die Tyrannen. Die sind der Knüppel, der dem Hund an den Hals gebunden wird. Könnten sie auf bessere Art regieren, würde Gott auch eine andere Ordnung über sie gesetzt haben als das Schwert und die Tyrannen. Das Schwert zeigt deutlich an, was für Kinder es unter sich hat, nämlich nichts als verdammte Schurken, wenn sie es zu tun wagten. Darum rate ich, dass ein jeder, der hier mit einem guten Gewissen handeln und das Rechte tun will, mit der weltlichen Obrigkeit zufrieden sei und sich nicht an ihr vergreife.“ (Martin Luther, Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526, zit. nach: Glaubensstimme a.a.O., S.9, in: http://hassprediger-luther.de/luther-und-die-obrigkeit/)

Aus der Broschüre der Giordano Bruno Stiftung: Volksheld, Antisemit, Hassprediger:

Aus Luthers Buch „Von den Juden und ihren Lügen“ stammt die ursprüngliche Vorlage für den Leitspruch des national-sozialistischen Hetzblattes „Der Stürmer“:
„Die Juden sind unser Unglück!“
Dessen Herausgeber Julius Streicher verteidigte sich 1946 im Nürnberger Prozess:
„Dr. Martin Luther säße heute sicher an meiner Stelle auf der Anklagebank, wenn dieses Buch von der Anklagevertretung in Betracht gezogen würde. In dem Buch ‚Die Juden und ihre Lügen‘ schreibt Dr. Martin Luther, die Juden seien ein Schlangengezücht. Man solle ihre Synagogen niederbrennen, man solle sie vernichten.“

„Es ist ein arm Ding um ein Weib. Die größte Ehre, die das Weib hat, ist, dass wir allzumal durch die Weiber geboren werden.“
M. Luther: Von der Ehe, Gesamtausgabe von Johann Georg Walch, 1734,
22. Band, Kap. 43, §16

„Stirbst du im Kindbett, stirbst du eigentlich im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Und wärst du kein Weib, solltest du es dir wünschen und so köstlich nach Gottes Willen Not leiden und sterben, denn Gott hat dich mit dieser Not geschaffen.“
M. Luther: Weimarer Ausgabe, Bd. 10/2, 1907, S. 296

„Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt, von denen ich einige gesehen habe, so halte ich dafür, dass sie entweder vom Teufel entstellt, aber nicht von ihm gezeugt sind, oder dass es wahre Teufel sind.“
Opera exegetica, Erlanger Ausgabe, II., S. 127

„Drum soll hier erschlagen, würgen, stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und daran denken, dass nichts Giftigeres, Schädlicheres, Teuflischeres sein kann als ein aufrührerischer Mensch. So wie man einen tollen Hund totschlagen muss.“
M. Luther: Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern,
1525

https://www.giordano-bruno-stiftung.de/sites/gbs/files/download/2017luther-broschuere-web.pdf

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/11/01/hassprediger-martin-luther-ein-mann-der-obrigkeit/feed/
Umzug: Ølhafen http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/31/umzug-lhafen-2/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/31/umzug-lhafen-2/#comments Wed, 31 Oct 2018 19:15:44 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/31/umzug-lhafen-2/

Die Wagencrew Ølhafen schreibt:

Nach gescheiterten Verhandlungsversuchen mit der aktuellen Besitzerin (Aurelis) und den zukünftigen Besitzern (Peper&Sohn), ist nun klar, dass unsere Fläche bei der alten Unruh Spedition ab dem 1. November geräumt werden soll. Wir haben entschieden es nicht dazu kommen zu lassen, sondern unser drittes besetztes Gelände zu verlassen.

Stattdessen haben wir ein Angebot für eine vorübergehende Ausweichfläche von offizieller Seite angenommen. Doch einen Tag vor der drohenden Räumung stellte sich dieses Angebot als Luftschloss heraus.

Und mal wieder ist es an uns eine geeignete Fläche zu finden und zu beleben.

Wir freuen uns diese in der Überseestadt, hinter dem Kellogs-Gelände gefunden zu haben. Das Grundstück liegt seit Jahrzehnten brach und es ist nicht absehbar, dass sich daran etwas ändern wird.

Mit einer Träne im Auge verlassen wir deswegen die Neustadt, wo wir von verschiedensten Seiten sehr viel Unterstützung erhalten haben und ziehen ans Wasser.

Wir freuen uns ganz doll über Besuch und über Leute, die Lust haben hier Veranstaltungen zu machen.

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/31/umzug-lhafen-2/feed/
Demokratie: Wahlen in Brasilien http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/30/demokratie-wahlen-in-brasilien/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/30/demokratie-wahlen-in-brasilien/#comments Tue, 30 Oct 2018 19:41:32 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/30/demokratie-wahlen-in-brasilien/ Jair Bolsonaro wird Brasiliens neuer Präsident. Auf der Siegerseite stehen dadurch Militär, Rechtsextremismus, christlicher Fundamentalismus, Kapital, Gewalt und Hass. 55 Prozent der gültigen Stimmen wurden für ihn abgegeben. Damit sind 45 Prozent der Stimmen bedeutungslos. So funktioniert Demokratie, sie schafft Gewinner und Verlierer. Die Mehrheit herrscht, aber natürlich nicht die der Wähler und Wählerinnen, sondern ihre paar Repräsentanten. Und sie können ihre Repräsentanten noch nicht einmal abwählen. Aufgabe der Repräsentanten ist es nicht, ein gutes Leben für alle zu ermöglichen, sondern die Interessen der Besitzenden zu wahren, andernfalls ist ihre Karriere kurz.

Der Wirtschaft auf dem ganzen Globus ist es egal, mit und in welcher Regierungsform sie am besten Geschäfte machen kann, Hauptsache der Profit stimmt. Demokratie wird von den Reichen und Mächtigen auch nur akzeptiert, wenn sie in erster Linie ihrem Gott, dem Geld, dient.

„Deutsche Wirtschaftskreise geben sich mit Blick auf den künftigen brasilianischen Präsidenten Jair Messias Bolsonaro hoffnungsfroh und verweisen dazu auf das Wirtschaftsprogramm seines Superministers in spe, Paulo Guedes. Guedes wirkte zur Zeit des Militärregimes von Augusto Pinochet als Dozent an der Universidad de Chile; seine Pläne ähneln der Wirtschaftspolitik der chilenischen Militärdiktatur. Bolsonaro, der sich seit rund einem Jahr von Guedes beraten lässt, wird von der brasilianischen Wirtschaft bejubelt, nicht zuletzt vom brasilianischen Partnerverband des BDI, der Confederação Nacional da Indústria (CNI), in der deutsche Unternehmen eine starke Stellung innehaben. Deutsche Konzerne hatten bereits mit der brasilianischen Militärdiktatur kooperiert. Bolsonaros Sieg versetzt der Politik einer vorsichtigen Umverteilung zugunsten verarmter Bevölkerungsschichten den Todesstoß, für die die Präsidenten Lula da Silva und Rousseff standen und die im Kern schon mit dem kalten Putsch vom Mai 2016 beendet wurde – unter dem Beifall deutscher Unternehmer.

„Kein Flirt mit dem Sozialismus“

Mit dem Wahlsieg des ultrarechten Kandidaten Jair Messias Bolsonaro kommt in Brasilien eine beinahe eineinhalb Jahrzehnte währende Ära endgültig zum Abschluss, die Dutzenden Millionen verarmten Brasilianern eine spürbare Verbesserung ihrer desolaten Lebensverhältnisse gebracht hatte. In den Amtszeiten von Staatspräsident Lula da Silva (2003 bis 2010) und seiner Nachfolgerin Dilma Rousseff (2011 bis 2016) war es dem regierenden Partido dos Trabalhadores (Arbeiterpartei, PT) gelungen, rund 24 Millionen Menschen – Bewohner des bitterarmen Nordostens und der riesigen Elendsviertel der Großstädte – der absoluten Armut zu entreißen. Vielen einst weitgehend mittellosen Brasilianern gelang der Aufstieg in die unteren Mittelschichten.[1] Den treibenden Kräften dieser Entwicklung hat Bolsonaro, der seinen Wahlsieg jahrelangen konzentrierten Vorarbeiten ultrarechter Militärs verdankt [2], nun unerbittlich den Kampf angesagt. „Wir können nicht weiter mit dem Sozialismus, Kommunismus oder Extremismus flirten“, erklärte er in seiner ersten Rede nach der Wahl. Bereits im Wahlkampf hatte er angekündigt, soziale Bewegungen wie die Landlosenbewegung (Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra, MST) sowie die Wohnungslosenbewegung (Movimento dos Trabalhadores Sem Teto, MTST) als „terroristische Vereinigungen“ verfolgen zu wollen.[3] Seinen Wahlerfolg stützte Bolsonaro vor allem auf die meist weißen herrschenden Kreise des Landes, auf die weißen Segmente der Mittelschichten und auf ultrarechte evangelikale Pfingstkirchen, deren Anhängerzahl in Brasilien mittlere zweistellige Millionenhöhe erreicht.

Der kalte Putsch

Mit seinen Drohungen radikalisiert Bolsonaro den Kampf gegen die brasilianische Linke und den PT, den die herrschenden Kreise des Landes schon im Mai 2016 mit einem kalten Putsch gegen die gewählte Präsidentin Rousseff (PT) gestartet hatten. Rousseff war damals unter dem Vorwurf, sie habe gegen Haushaltsgesetze verstoßen, in einem weithin kritisierten Verfahren ihres Amtes enthoben worden. Der rechtsliberale Partido do Movimento Democrático Brasileiro (PMDB), der anschließend mit Michel Temer den Übergangspräsidenten stellte, hatte ausweislich geleakter Telefonmitschnitte vorab die Zustimmung der brasilianischen Militärführung zu dem kalten Putsch eingeholt; die Generäle hatten dabei zugesagt, den Umsturz zu „garantieren“ (german-foreign-policy.com berichtete [4]). Temer, dessen Regierung ausschließlich aus weißen Männern bestand, hatte damals umgehend angekündigt, die Sozialprogramme der PT-Regierungen umfassend kürzen zu wollen. Dies hat er dann auch in die Tat umgesetzt.[5] Allerdings ist es ihm nicht gelungen, sich den Korruptionsermittlungen zu entziehen, die den PMDB und bald auch ihn selbst erfassten. Anders als im Falle von Rousseff wurde gegen ihn freilich kein Amtsenthebungsverfahren angestrengt. Bereits Ende 2016 gab nur ein Zehntel der Bevölkerung an, mit seiner Amtsführung zufrieden zu sein; 2017 sank der Prozentsatz weiter, zeitweise auf drei Prozent. Bei Wahlen hätte Temer keine Chance gehabt.

„Effiziente Wirtschaftspolitik“

In der deutschen Wirtschaft ist bereits der kalte Putsch gegen Rousseff auf Zustimmung gestoßen. Dabei handelt es sich nicht um eine Marginalie: Die Bundesrepublik gehört zu den bedeutenderen Investoren und Handelspartnern Brasiliens; deutsche Konzerne wie VW do Brasil sind eine feste Größe in der brasilianischen Industrie. Das Auswärtige Amt beziffert den Bestand deutscher Direktinvestitionen in dem Land unter Einschluss von Reinvestitionen auf mehr als 20 Milliarden Euro – mehr als in jedem anderen lateinamerikanischen Land. Über 1.300 deutsche oder deutsch-brasilianische Unternehmen beschäftigen in Brasilien rund 250.000 Menschen und erwirtschaften einen Anteil von geschätzten zehn Prozent des brasilianischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Industriemetropole São Paulo ist seit Jahrzehnten einer der bedeutendsten Auslandsstandorte deutscher Firmen.[6] Insofern hatte das ausdrückliche Lob für Präsident Temer aus deutschen Wirtschaftskreisen stets erhebliches Gewicht. So urteilte etwa Andreas Renschler, Vorstandsmitglied der Volkswagen AG, im Herbst 2017, die Regierung Temer habe „eine radikale Transformation des Landes“ begonnen, die den brasilianischen Markt nun „für die Zukunft viel attraktiver und wettbewerbsfähiger aufstellen“ werde.[7] Gleichzeitig hieß es beim Lateinamerika-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (LADW), es sei „erstaunlich, was ein gutes Finanz- und Wirtschaftsteam in einer Regierung bewirken kann – auch wenn diese selbst höchst unbeliebt ist“. Präsident Temer sei es mit einer „effizienten und kohärenten Geld- und Wirtschaftspolitik“ in nur „einem Jahr gelungen, wieder Vertrauen zu schaffen“ [8] – ein „Vertrauen“, das unter den PT-Vorgängerregierungen gelitten habe.

Stehende Ovationen

Bereits im Sommer haben Kritiker darüber hinaus auf eine offenbar wohlwollende Billigung von Bolsonaros Politik durch in Brasilien tätige deutsche Unternehmen hingewiesen. Anlass war ein Auftritt Bolsonaros am 4. Juli vor der brasilianischen Confederação Nacional da Indústria (CNI), einer Partnerorganisation des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). In der CNI hätten deutsche Unternehmen „ein sehr großes Gewicht“, vor allem über die Industrieverbände von São Paulo (FIESP) und von Rio de Janeiro (Firjan), hieß es in einer Stellungnahme des Dachverbandes der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre sowie der Kooperation Brasilien (KoBra), die wenige Tage nach dem Auftritt veröffentlicht wurde.[9] Bolsonaro habe vor der CNI seine bekannten antidemokratischen, rassistischen, sexistischen und teilweise „offen faschistischen“ Positionen vertreten, hieß es weiter: Dafür sei er von einem großen Teil der Industrievertreter „mit stehenden Ovationen gefeiert“ worden. Ein Großteil der in Brasilien tätigen deutschen Firmen sei „Mitglied der verschiedenen CNI-Mitgliedsorganisationen“. Sie trügen den Kurs der CNI ohne jegliche Distanzierung mit. Das sei „absolut inakzeptabel“.

Pinochets Professor

Unbestimmt, aber doch hoffnungsfroh hat sich der LADW zuletzt im September in einem Rundschreiben zu der bevorstehenden Wahl geäußert. „Ein ‚Weiter so‘ tut es in Brasilien nicht“, befand VW-Vorstandsmitglied Renschler; das sei „ein Grund für Zuversicht!“[10] Im selben Rundschreiben antwortete der brasilianische Ökonom Ricardo Sennes auf die Frage, ob „man sich vor den Wahlen in Brasilien fürchten“ müsse, zwar vertrete Bolsonaro „rechtsextreme“ Positionen: „Sein wirtschaftlicher Berater ist jedoch ultraliberal mit einem PhD der Universität Chicago und Erfahrungen von der Pinochet-Regierung in Chile.“[11] In Chicago lehrte, als Guedes dort studierte, Milton Friedman, dessen Wirtschaftsprogramm einige seiner Schüler („Chicago Boys“) unter der Militärdiktatur von Augusto Pinochet in Chile realisierten – mit einer radikalen Deregulierung und dem Ausverkauf jeglichen Staatseigentums. Bolsonaros bisheriger Wirtschaftsberater und künftiger Superminister für Wirtschaft, Industrie und Handel, Paulo Guedes, hat eine Zeitlang gleichfalls unter der chilenischen Militärdiktatur gearbeitet: als Wirtschaftsprofessor an der Universidad de Chile in Santiago, von der Oppositionelle zuvor kompromisslos entfernt worden waren. Seine bislang bekannten Pläne erinnern an die Wirtschaftspolitik der chilenischen Militärdiktatur.

Kollaborateure

Deutsche Unternehmen haben damals mit diversen lateinamerikanischen Militärdiktaturen eng kooperiert – nicht nur in Chile, sondern etwa auch in Argentinien und in Brasilien. Für Brasilien ist vor allem der Fall VW do Brasil gut dokumentiert (german-foreign-policy.com berichtete [12]).“

zu finden auf:
https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7768/

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/30/demokratie-wahlen-in-brasilien/feed/
Herrschaftsfreiheit statt Demokratie http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/29/herrschaftsfreiheit-statt-demokratie/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/29/herrschaftsfreiheit-statt-demokratie/#comments Mon, 29 Oct 2018 19:26:56 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/29/herrschaftsfreiheit-statt-demokratie/ Die Vorstellung, Demokratie als Organisationsform zur Überwindung von Herrschaft (170) anzusehen, können wir nicht teilen. „Es gibt keine ‚herrschaftssichere‘ Form institutioneller Demokratie.“ (171) Anschlussfähigkeit geht bei solchen Vorstellungen vor Analyse. Der Libertäre George Woodcock teilt einerseits den Optimismus der ‚Echte Demokratie jetzt‘ Bewegung, bringt andererseits auch den Widerspruch von Demokratie zur Herrschaftsfreiheit auf den Punkt: „Wahre Demokratie kann nicht in einer Gesellschaft des Zwangs existieren. Doch auch wo Demokratie möglich ist, werden Anarchist*innen sie nicht unterstützen, denn sie betrachtet den Willen der Mehrheit als oberstes Gebot.“ (172) Der Rätekommunist Gorter formulierte es so: Das „Brechen mit der … Demokratie bedeutet im Keime schon die … Revolution“ (173).
Eine Gesellschaft, die weder Geld noch Eigentum kennt, die auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet ist, kann also keine demokratische sein (174). Der positive Bezug auf Demokratie wird allerdings heutzutage fast nie hinterfragt. Basisdemokratie oder Direkte Demokratie sollen Demokratie verbessern. Die einzigen Alternativen scheinen Diktatur und Monarchie zu sein. Das Ergebnis von Demokratiekritik darf aber nicht dazu führen, zu noch herrschaftsförmigeren Ordnungen zurückzukehren.
Demokratien lassen die historischen Erinnerungen und aktuellen Erfahrungen an emanzipatorische Ansätze einer die Menschen selbst befreienden Gesellschaftsstruktur verschwinden. Sie drängen diese bewusst an den Rand der Wahrnehmbarkeit. Das sagt weit mehr über den autoritären Charakter von Demokratie aus, als über diese verdrängten Ansätze, ihr Potential und ihre Grenzen.
Eine Gesellschaft ohne Geld und Eigentum können wir uns nur als eine solidarische, respektvolle und kommunikative vorstellen. Die Menschen werden ihre Bedürfnisse und die gesellschaftliche Re_Produktion gemeinsam in Konsensprozessen organisieren.

siehe unter Texte, aus: Die Befreiung vom Geld und Eigentum … und warum das noch lange nicht reicht, Band 2

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/29/herrschaftsfreiheit-statt-demokratie/feed/
Repariert nicht, was euch kaputt macht! http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/29/repariert-nicht-was-euch-kaputt-macht/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/29/repariert-nicht-was-euch-kaputt-macht/#comments Mon, 29 Oct 2018 18:51:40 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/29/repariert-nicht-was-euch-kaputt-macht/ Gegen das bürgerliche Dasein – für das gute Leben!

Streifzüge-Redaktion

1.

Durch die Politik können keine Alternativen geschaffen werden. Sie dient nicht der Entfaltung unserer Möglichkeiten und Fähigkeiten, sondern in ihr nehmen wir bloß die Interessen unserer Rollen in der bestehenden Ordnung wahr. Politik ist ein bürgerliches Programm. Sie ist stets eine auf Staat und Markt bezogene Haltung und Handlung. Sie moderiert die Gesellschaft, ihr Medium ist das Geld. Sie folgt ähnlichen Regeln wie der Markt. Hier wie dort steht Werbung im Mittelpunkt, hier wie dort geht es um Verwertung und ihre Bedingungen.

Das moderne bürgerliche Exemplar hat die Zwänge von Wert und Geld völlig aufgesogen, kann sich selbst ohne diese gar nicht mehr vorstellen. Es beherrscht sich wahrlich selbst, Herr und Knecht treffen sich im selben Körper. Demokratie meint nicht mehr als die Selbstbeherrschung der sozialen Rollenträger. Da wir sowohl gegen die Herrschaft als auch gegen das Volk sind, warum sollen wir ausgerechnet für die Volksherrschaft sein?

Für die Demokratie zu sein, das ist der totalitäre Konsens, das kollektive Bekenntnis unserer Zeit. Sie ist Berufungsinstanz und Lösungsmittel in einem. Demokratie wird als ultimatives Resultat der Geschichte verstanden, das nur noch verbessert werden kann, hinter dem aber nichts mehr kommen soll. Die Demokratie ist Teil des Regimes von Geld und Wert, Staat und Nation, Kapital und Arbeit. Das Wort ist leer, alles kann in diesen Fetisch hineingegeistert werden.

Das politische System gerät selbst mehr und mehr aus den Fugen. Dabei handelt es sich nicht bloß um eine Krise von Parteien und Politikern, sondern um eine Erosion des Politischen in all seinen Aspekten. Muss Politik sein? Aber woher denn und vor allem wohin denn? Keine Politik ist möglich! Antipolitik heißt, dass Menschen sich gegen ihre sozialen Zwangsrollen aktivieren.

2.

Kapital und Arbeit bilden keinen antagonistischen Gegensatz, sie sind vielmehr der Verwertungsblock der Kapitalakkumulation. Wer gegen das Kapital ist, muss gegen die Arbeit sein. Die praktizierte Arbeitsreligion ist ein autoaggressives und autodestruktives Szenario, in dem wir gefangen und befangen sind. Abrichtung zur Arbeit war und ist eines der erklärten Ziele der abendländischen Modernisierung.

Während das Gefängnis der Arbeit zusammenstürzt, steigert sich die Befangenheit in den Fanatismus. Es ist die Arbeit, die uns dumm macht und krank noch dazu. Die Fabriken, die Büros, die Verkaufshallen, die Baustellen, die Schulen, sie sind legale Institutionen der Zerstörung. Die Spuren der Arbeit, wir sehen sie täglich an den Gesichtern und Körpern.

Arbeit ist das zentrale Gerücht der Konvention. Sie gilt als Naturnotwendigkeit und ist doch nichts als kapitalistische Zurichtung menschlicher Tätigkeit. Tätig sein ist etwas anderes, wenn es nicht für Geld und Markt geschieht, sondern als Geschenk, Gabe, Beitrag, Schöpfung für uns, für das individuelle und kollektive Leben frei verbundener Menschen.

Ein beträchtlicher Teil aller Produkte und Leistungen dient ausschließlich der Geldvermehrung, zwingt zu unnötiger Plage, vergeudet unsere Zeit und gefährdet die natürlichen Grundlagen des Lebens. Manche Technologien sind nur noch als apokalyptisch zu begreifen.

3.

Geld ist unser aller Fetisch. Niemand, der es nicht haben will. Wir haben das zwar nie beschlossen, aber es ist so. Geld ist ein gesellschaftlicher Imperativ und kein modellierbares Werkzeug. Als eine Kraft, die uns ständig zum Berechnen, zum Ausgeben, zum Eintreiben, zum Sparen, zum Verschulden, zum Kreditieren zwingt, demütigt und beherrscht sie uns Stunde für Stunde. Geld ist ein Schadstoff sondergleichen. Der Zwang zum Kaufen und Verkaufen steht jeder Befreiung und Selbstbestimmung im Weg. Geld macht uns zu Konkurrenten, ja Feinden. Geld frisst Leben. Tauschen ist eine barbarische Form des Teilens.

Nicht nur, dass eine Unzahl von Berufen sich ausschließlich damit beschäftigt, ist absurd, auch alle anderen Kopf- und Handarbeiter sind permanent am Kalkulieren und Spekulieren. Wir sind abgerichtete Rechenautomaten. Geld schneidet uns von unseren Möglichkeiten ab, erlaubt nur, was sich marktwirtschaftlich rechnet. Wir wollen das Geld nicht flott-, sondern wegkriegen.

Ware und Geld sind nicht zu enteignen, sondern zu überwinden. Menschen, Wohnungen, Produktionsmittel, Natur und Umwelt, kurzum: nichts soll eine Ware sein! Wir müssen aufhören, Verhältnisse zu reproduzieren, die uns unglücklich machen.

Befreiung heißt, dass die Menschen sich ihre Produkte und Dienste zukommen lassen. Dass sie sich direkt aufeinander beziehen und nicht wie jetzt sich in ihren gesellschaftlichen Rollen und Interessen (als Kapitalisten, Arbeiter, Käufer, Staatsbürger, Rechtssubjekte, Mieter, Eigentümer etc.) konfrontieren. Bereits heute erleben wir geldfreie Sequenzen in der Liebe, in der Freundschaft, in der Sympathie, in der Hilfe. Da schenken wir uns etwas, schöpfen gemeinsam aus unseren existenziellen und kulturellen Energien, ohne dass Rechnungen präsentiert werden. Da spüren wir in einigen Momenten, dass es ohne Matrix ginge.

4.

Kritik ist mehr als radikale Analyse, sie verlangt die Umwälzung der Verhältnisse. Perspektive versucht zu benennen, wie menschliche Verhältnisse zu gestalten sind, die dieser Kritik nicht mehr bedürfen; die Vorstellung einer Gesellschaft, in der das individuelle und kollektive Leben neu erfunden werden kann und muss. Perspektive ohne Kritik ist blind, Kritik ohne Perspektive ist hilflos. Transformation ist Experiment auf dem Fundament der Kritik mit dem Horizont der Perspektive. „Repariert, was euch kaputt macht!“, ist unsere Formel nicht.

Es geht um nichts weniger als um die Abschaffung der Herrschaft, egal ob diese sich in persönlicher Abhängigkeit oder in Sachzwängen äußert. Es geht nicht an, dass Menschen anderen Menschen unterworfen bzw. ihren Geschicken und Strukturen hilflos ausgeliefert sind. Selbstherrschaft wie Selbstbeherrschung sind unsere Sache nicht. Herrschaft ist mehr als Kapitalismus, aber der Kapitalismus ist das bisher entwickelteste, komplexeste und destruktivste System von Herrschaft. Unser Alltag ist so konditioniert, dass wir den Kapitalismus täglich reproduzieren, uns verhalten, als gäbe es keine Alternativen.

Wir sind blockiert, Geld und Wert verkleben unsere Gehirne und verstopfen unsere Gefühle. Die Marktwirtschaft funktioniert wie eine große Matrix. Sie zu negieren und zu überwinden ist unser Ziel. Ein gutes und erfülltes Leben setzt den Bruch mit Kapital und Herrschaft voraus. Es gibt keine Transformation der gesellschaftlichen Strukturen ohne Änderung unserer mentalen Basis und keine Änderung der mentalen Basis ohne die Überwindung der Strukturen.

5.

Wir protestieren nicht, darüber sind wir hinaus. Wir möchten nicht Demokratie und Politik neu erfinden. Wir kämpfen nicht für Gleichheit und Gerechtigkeit und wir berufen uns auf keinen freien Willen. Auch auf den Sozialstaat und den Rechtsstaat wollen wir nicht setzen. Und schon gar nicht möchten wir mit irgendwelchen Werten hausieren gehen. Die Frage, welche Werte wir brauchen, ist einfach zu beantworten: Keine!

Wir stehen für die restlose Entwertung der Werte, für den Bruch mit dem Repertoire der Hörigen, die gemeinhin Bürger genannt werden. Dieser Status ist zu verwerfen. Ideell haben wir das Herrschaftsverhältnis schon gekündigt. Der Aufstand, der uns da vorschwebt, gleicht einem paradigmatischen Sprung.

Wir müssen raus aus dem Käfig der bürgerlichen Form. Politik und Staat, Demokratie und Recht, Nation und Volk sind immanente Gestalten der Herrschaft. Für die Transformation steht keine Partei und keine Klasse, kein Subjekt und keine Bewegung zur Verfügung.

6.

Es geht um die Befreiung unserer Lebenszeit. Nur sie ermöglicht mehr Muße, mehr Lust, mehr Zufriedenheit. Gutes Leben heißt Zeit haben. Was wir brauchen, ist mehr Zeit für Liebe und Freundschaften, für die Kinder, Zeit zu reflektieren oder um faul zu sein, aber auch, um sich intensiv und exzessiv mit dem zu beschäftigen, was einem gefällt. Wir stehen für die allseitige Entfaltung der Genüsse.

Befreites Leben heißt länger und besser schlafen und vor allem auch öfter und intensiver miteinander schlafen. Im einzigen Leben geht es um das gute Leben, das Dasein ist den Lüsten anzunähern, die Notwendigkeiten sind zurückzudrängen und die Annehmlichkeiten zu erweitern. Das Spiel in all seinen Varianten verlangt Raum und Zeit. Das Leben muss aufhören das große Versäumnis zu sein.

Wir wollen nicht die sein, die zu sein wir gezwungen werden.

zu finden unter:
http://www.streifzuege.org/2013/repariert-nicht-was-euch-kaputt-macht

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/29/repariert-nicht-was-euch-kaputt-macht/feed/
Wahlfreiheit http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/28/wahlfreiheit/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/28/wahlfreiheit/#comments Sun, 28 Oct 2018 19:45:14 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/28/wahlfreiheit/ ‚Ich hab nicht gewählt‘, sagt das Känguru.
‚Darfste nicht?‘, frage ich.
‚Ich darf nicht und ich will nicht‘, sagt das Känguru.
‚Du willst nicht?‘, frage ich.
‚Ja. Weil das gar keine Wahl ist‘, sagt das Känguru.
‚Das ist nämlich nur ein Demokratietrugbild, eine Abstimmungsattrappe, eine Volksherrschafts Fata Morgana. Kurz gesagt: nur der Schein einer Wahl, oder, um den offiziellen Terminus zu verwenden: ein Wahlschein.‘
‚Ein Wahlschein?‘, frage ich.
‚Das ist, als ob du in den Supermarkt gehst und da wählen kannst zwischen der Tütensuppe von Maggi und der Tütensuppe von Knorr, aber in Wirklichkeit ist alles Nestlé. Der Wahlschein suggeriert Freiheit, aber in Wirklichkeit sage ich dir: Alles Kapitalismus, alles Nestlé, …“

Marc-Uwe KLING: Die Känguru-Chroniken (Orig. 2009; 2010)

Bemerkenswert ist was passiert, wenn der angebliche Souverän, das Volk, falsch wählt. Dazu einige Beispiele.
Die Hamas im Gaza-Streifen wurde demokratisch gewählt. Bei der Wahl im Januar 2006 erschien sie den Menschen als Hoffnung und Alternative zur korrupten PLO. Als demokratisch gewählt wurde die Hamas aber im Westen nie anerkannt. Zu Leiden haben die Menschen seit dieser Wahl einerseits durch die brutalen, militärischen und ökonomischen (Re-)Aktionen Israels und andererseits unter dem gewählten autoritären Regime.
In der Ukraine brachten im Dezember 2004 massive Wahlfälschungen zunächst den geplanten Wahlsieg des autoritären post-kommunistischen Regimes. Die Leute aber hatten die Schnauze voll. Die von extrem vielfältigen Akteuren getragene Orangene Revolution (von Anarch*as über Neoliberale bis zu Nationalist*innen) zwang das autoritäre post-kommunistische Regime zu Neuwahlen. Die Neoliberalen wurden gewählt. Der Westen feierte dies als Sieg der Demokratie. Korruption und die sozialen Folgen der neoliberalen Politik ließen den Stern von Wiktor Juschtschenko und Julija Timoschenko rasch sinken. Ihre Abwahl 2009 wurde als Niederlage der Demokratie kommentiert. Eine Folge dieser falschen Wahlentscheidung der Ukrainer*innen war die politisch motivierte Anklage gegen und Verurteilung von Julija Timoschenko. Der Westen reaktivierte alte Freund-Feindbilder und drohte im Mai 2012 mit politischem Boykott der Fußball-Europameisterschaft.
Immerhin: Verglichen mit manchen falschen Wahlentscheidungen aus Zeiten der Ost-West-Blockkonfrontation ist die Reaktion der demokratischen Regime heute moderat. Das bekannteste Extrembeispiel ist sicherlich der mit massiver Hilfe der USA durchgeführte Pinochet-Putsch 1973 nach dem Wahlsieg des linken Sozialdemokraten Allende in Chile. Auch hier hatte der Souverän falsch gewählt – und das auch noch im Hinterhof der USA. Ähnlich in Nicaragua. Nach dem Sieg der Gueriller*as gegen den Diktator Somoza wählten die Nicaraguaner*innen die Falschen. Die USA organisierten und finanzierten über die Grenze hinweg einen jahrelangen Bürger*innenkrieg, bis die Nicaraguaner*innen endlich die richtigen, rechten Parteien wählten.
Aber auch in den demokratischen Staaten Europas sieht es grundsätzlich nicht anders aus (36). Volksabstimmungen, deren Ergebnisse den Interessen der Herrschenden widersprechen, werden wiederholt, bis das Ergebnis passt, oder ausgesessen. Beispiel für ersteres sind Irlands Volksabstimmungen zur EU-Verfassung (2-7-1). Ein Beispiel fürs Aussitzen ist Schweden. In Three Mile Island (Harrisburgh, USA 1979) geriet das AKW außer Kontrolle, die Kernschmelze setzte ein. In Schweden kam es danach zu einem erfolgreichen Volksentscheid gegen Atomkraft. Der Ausstieg aus der Atomkraft wurde 1980 auch per Gesetz beschlossen. Nach Tschernobyl 1986 wurde dies bestätigt. Der Ausstieg wurde aber einfach nicht umgesetzt, in dem die Regierungen jegliches Handeln hinauszögerten. Die Profite des Staatskonzerns Vattenfall wären bedroht. 2009 wurde sogar wieder zum Ausbau übergegangen (2-7-12). Als in Hamburg gegen die neoliberale Politik ein Volksentscheid gegen die Privatisierung der Krankenhäuser stimmte, ignorierte ihn die Politik einfach (37).
Auch die Wahl von Rechtsradikalen ist in diesem System allerdings falsch. Gerade zu Deutschland gibt es dann immer negative Berichterstattung, die auch die Profite der Exportindustrie stören könnte. Wahlerfolgen der NPD folgt der Ruf nach dem Verbot dieser Partei. „Wenn das Volk falsch entscheidet, verliert die Demokratie ihre Heiligkeit.“ (38)
Die These, dass Demokratie eine Form bürgerlich-kapitalistischer Herrschaft ist. ist also klar bestätigt. Demokratie kann deshalb das Prinzip des kapitalistischen Privateigentums nicht antasten. Sollten doch einmal die Falschen gewählt werden: „Die besitzende Klasse … hat die parlamentarischen Formen … aus praktischer Rücksicht auf ihr eigenes Interesse geschaffen, und … wird selbstverständlich nicht ruhig zulassen, dass diese Formen zu ihrer Expropriation [= Enteignung] benutzt werden.“ (39)

„The state is powerful indeed, but one thing it cannot do is deliver freedom to its subjects. It cannot, because it derives its very being from their subjection.“ (40) Übersetzung: Der Staat ist tatsächlich machtvoll, aber eine Sache, die er nicht kann, ist seinen Staatsangehörigen Freiheit zu liefern. Er kann das nicht, weil er sein inneres Wesen von ihrer Unterordnung ableitet.

Wenn in solchen Situationen die Demokratie die kapitalistische Ordnung nicht mehr sichern kann, dann gibt es noch Alternativen, der autoritäre Umbau der Demokratie (den wir gerade erleben) und die (faschistische) Diktatur. Diktatur und Demokratie sind unterschiedliche Tendenzen kapitalistischer Herrschaft. „Der Staat hat nur eine Funktion, die er demokratisch oder diktatorisch ausübt. Dass der erste Weg nicht so hart ist, bedeutet nicht, dass gesellschaftliche Kräfte den Staat dazu bringen können, auf den zweiten Weg zu verzichten.“ (41)

siehe unter Texte, aus: Die Befreiung vom Geld und Eigentum … und warum das noch lange nicht reicht, Band 2

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/28/wahlfreiheit/feed/
Staatsgewalt: Diktaturen können noch was von der deutschen Polizei lernen http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/28/staatsgewalt-diktaturen-koennen-noch-was-von-der-deutschen-polizei-lernen/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/28/staatsgewalt-diktaturen-koennen-noch-was-von-der-deutschen-polizei-lernen/#comments Sun, 28 Oct 2018 17:49:09 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/28/staatsgewalt-diktaturen-koennen-noch-was-von-der-deutschen-polizei-lernen/ „Nach Informationen von REPORT MAINZ will die Bundesregierung an dem umstrittenen Ausbildungsprojekt der Bundespolizei in Saudi-Arabien festhalten. Seit 2009 sind Beamte der Bundespolizei in Saudi-Arabien im Einsatz, um das Königreich bei der Modernisierung seines Grenzschutzes zu unterstützen. Die deutschen Beamten trainieren saudische Sicherheitskräfte in grenzpolizeilichen Taktiken. Seit Beginn des Projektes im Jahre 2009 werden von Jahr zu Jahr mehr deutsche Beamte eingesetzt. Ihre Zahl wuchs von 14 Beamten 2009 auf zuletzt 70 Beamte im Jahr 2018. Seit Reporter des ARD-Politikmagazins FAKT das Projekt 2011 aufgedeckt hatten, war der Einsatz der Bundesbeamten in Saudi-Arabien umstritten. Die Bundespolizisten bilden saudische Sicherheitskräfte nicht nur in Passangelegenheiten aus, sondern unterrichteten auch Einsatztaktiken, die zur Aufstandsbekämpfung eingesetzt werden können…

Seit Jahren geht das saudische Regime gewaltsam gegen Oppositionelle und regimekritische Demonstranten vor. Die Menschenrechtslage in dem Land gilt als katastrophal. Die Bundesrepublik hat keinerlei Einfluss auf den Einsatz der von ihnen ausgebildeten Sicherheitskräfte.

Die Mission der Bundespolizei ist Teil eines milliardenschweren Rüstungsdeals des deutsch-französischen Konzerns Airbus, früher EADS-Cassidian, mit Saudi-Arabien. Der Konzern errichtet eine Grenzsicherungsanlage rund um den Wüstenstaat. Abgewickelt wird das Projekt von Airbus und der GiZ, der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Die ersten sechs Jahre waren die eingesetzten deutschen Beamten noch der saudischen Rechtsprechung, der Scharia, unterworfen.“

https://www.swr.de/report/presse/bundesregierung-haelt-an-polizeieinsatz-in-saudi-arabien-fest/-/id=1197424/did=22716894/nid=1197424/12tqlte/index.html

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/28/staatsgewalt-diktaturen-koennen-noch-was-von-der-deutschen-polizei-lernen/feed/
Frieden schaffen mit Waffen http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/25/frieden-schaffen-mit-waffen/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/25/frieden-schaffen-mit-waffen/#comments Thu, 25 Oct 2018 19:18:46 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/25/frieden-schaffen-mit-waffen/ Am heutigen Donnerstag startet in Norwegen nahe der russischen Grenze das NATO-Manöver »Trident Juncture« mit 50.000 Soldatinnen und Soldaten. Die BundesWehr macht mit rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten das zweitgrößte Truppenkontingent aus. Der Militärhaushalt der NATO-Staaten ist 14-mal höher als der der Russischen Föderation.

Die Bundeswehr sei die „größte Friedensbewegung Deutschlands“, meinte 2004 Verteidigungsminister Peter Struck (SPD).
„Die Bundeswehr versteht sich als ein Teil der Friedensbewegung“, erklärte 2013 Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU).
Verteidigungsministerin von der Leyen (CDU) versicherte den Nato-Partnern im Baltikum: „Greift Russland sie an, stehen wir an ihrer Seite.“
Straßen, Brücken, Schienenverbindungen in Europa sind für schnelle Truppentransporte gen Osten teils völlig ungeeignet. Die EU-Kommission möchte 6,5 Milliarden Euro in panzertaugliche Verkehrswege investieren.

„Wir wollen mit unserer Außenpolitik und die Waffenexportpolitik ist da ein wichtiges Element, wir wollen damit Frieden, Stabilität und Menschenrechte befördern.“, sagte der für Rüstungsexporte zuständige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/25/frieden-schaffen-mit-waffen/feed/
De Moker – radikale Jugendbewegung (Niederlande 1923 – 1928): Arbeit http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/24/de-moker-radikale-jugendbewegung-niederlande-1923-1928-arbeit/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/24/de-moker-radikale-jugendbewegung-niederlande-1923-1928-arbeit/#comments Wed, 24 Oct 2018 22:20:33 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/24/de-moker-radikale-jugendbewegung-niederlande-1923-1928-arbeit/ Die Gruppe ‚De Moker‘ wurde 1923 von Aktiven des ‚Frije Jeugd Verbond‘ gegründet. Sie formulierten eine radikale Arbeits- und Kapitalismuskritik. Nach der Auflösung der Gruppe blieben viele aktiv in den anarchistischen, antimilitaristischen und Freidenker Bewegungen. Viele von ihnen beteiligten sich an dem Widerstand der Partisan*innen gegen die Nazis während des 2. Weltkriegs, versteckten Jüd*innen oder führten Sabotage-Akte aus.

Herman Schuurman:
„Arbeit ist die grosse Verdammnis. Arbeit macht geist- und seelenlos. Um für dich arbeiten zu lassen, musst du charakterlos sein. Um zu arbeiten, musst du auch charakterlos sein; du musst kriechen und mogeln, verraten, betrügen und fälschen. […] Nicht zu arbeiten bedeutet dann meistens, dass man zum Parasit der Genossen wird, welche arbeiten. Kannst du für deinen Unterhalt – wie es anständige Menschen nennen – mit Raub und Diebstahl aufkommen, ohne dich von einem Chef ausbeuten zu lassen, gut – tue es, aber glaube nicht, dass damit das grosse Problem gelöst sein wird. Arbeit ist eine soziale Qual. Die Gesellschaft ist lebensfeindlich und nur durch die Vernichtung dieser und nachfolgender Arbeitstiergemeinschaften – das heisst durch Revolution nach Revolution – wird die Arbeit verschwinden. Dann erst kommt das Leben – das volle reiche Leben. […] Dann gibt es keine Arbeitszeit, keinen Arbeitsplatz, keine Arbeitslose und Arbeitlose mehr. […] Alle Arbeit ist verbrecherisch. Arbeit ist Beihilfe zum Profitmachen und Ausbeuten; Beihilfe zu Fälschung, Betrug, Vergiftung; Beihilfe zur Kriegsvorbereitung; Beihilfe zum Mord der gesamten Menschheit.“

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/24/de-moker-radikale-jugendbewegung-niederlande-1923-1928-arbeit/feed/
Utopien: Widerständige Niederlande, 13. Jh. http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/24/utopien-widerstaendige-niederlande-13-jh/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/24/utopien-widerstaendige-niederlande-13-jh/#comments Wed, 24 Oct 2018 21:55:01 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/24/utopien-widerstaendige-niederlande-13-jh/ Das gute Leben:

Wapenen Martijn

„Zwei Worte unser Erdendasein
allein beherrschen: ‚Mein‘ und ‚Dein‘
Tät man sie in Acht und Bann,
Eintracht, Frieden würden bleiben,
Alle wären frei und niemand eigen,
Sowohl die Frau als auch der Mann!
Gemeingut wären Korn und Wein!
Und überm Meere und am Rhein
stirbt keiner schlimmen Todes dann!“

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/24/utopien-widerstaendige-niederlande-13-jh/feed/
Utopien: Die Digger in der englischen Revolution http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/20/utopien-die-digger-in-der-englischen-revolution/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/20/utopien-die-digger-in-der-englischen-revolution/#comments Sat, 20 Oct 2018 20:33:37 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/20/utopien-die-digger-in-der-englischen-revolution/ siehe unter Texte, aus: Die Befreiung vom Geld und Eigentum … und warum das noch lange nicht reicht
Band 3: Utopien und Versuche der Befreiung vom Geld und Eigentum

Die erste grundlegende These der Digger war, dass Eigentum an Land Raub ist und Herrschaft bedeutet. Winstanley schrieb: „Ich versichere …, dass die Erde geschaffen wurde, um eine gemeinsame Schatzkammer für den Lebensunterhalt aller ohne Ansehen der Person zu sein, und dass sie nicht geschaffen wurde, um gekauft oder verkauft zu werden.“ (926) „Das Schwert führte das Eigentum ein und erhält es aufrecht“ (927), was für ihn der Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies ist. „Und deshalb erklären sich jene, die mittels einer ungerechten Macht aus der Erde eine Handelsware gemacht haben, indem einigen alles, den anderen nichts gegeben wird, selbst zu tyrannischen und usurpierenden [(Anm. II)] Herren über Gottes Erde.“ (928) In „The new Law of Righteousness“ schrieben die Digger, „solange es solche Herrscher gibt, die das Land ihr Eigentum nennen [, …] werden die gemeinen Leute niemals ihre Freiheit haben, noch wird das Land von Unruhen, Unterdrückung und Klagen befreit sein.“ (929) Alle Kriege, alles Blutvergießen, alles Leid auf der Erde resultieren aus dem Sündenfall der Eigentumsbildung (930). Winstanley warf die Frage auf, „ob dieses ganze Elend nicht weichen wird, … wenn alle Zweige der Menschheit die Erde als den gemeinsamen Schatz aller ansehen?“ (931) Die Digger begrüßten die Revolution und forderten, sie weiter voran zu treiben. Sie wiesen das Parlament auf Widersprüche hin und forderten fragend, die Macht aller, „deren Ansprüche auf den König zurückgehen, alle Gutsherren und … die zehnten-nehmende Priestermacht beiseite“ (932) zu schieben. „Niemand soll mehr Land besitzen, als er selbst oder in Liebe gemeinsam mit anderen bearbeiten kann; und sie sollen gemeinsam ihr Brot essen … und weder Zins bezahlen noch nehmen.“ (933)
Die Kritik der Digger war nicht auf das Eigentum an Land beschränkt. Sie kritisierten klar den grundsätzlich ausschließenden Charakter des Eigentums: „Die Großen … sind dabei entschlossen die guten Dinge eher verderben zu lassen, als dem gemeinen Stande zu gestatten daran teilzuhaben.“ (934) Winstanley war einer der ersten, der eine klare Kritik des Geldes formulierte: „Geld darf nicht länger der .. große Gott sein, der die einen ein- und die anderen ausschließt.“ (935)
Das Herrschafts- und das Rechtssystem sind, so erkannten die Digger, direkt aus dem Eigentum hervorgegangen und dienen nur dazu dieses zu schützen. Es sind Gesetze, „die den einen für Diebstahl an den Galgen bringen, und den Diebstahl der anderen schützen.“ (936) „And then, what need have we of imprisoning, whipping and hanging Laws, to bring one another into bondage.“ (937)
„Die Haltung der Diggers zur Stellung der Frau in der Gesellschaft war für das 17. Jahrhundert fortschrittlich, von der Gleichberechtigung aber weit entfernt.“ (938) Hinweise, dass Digger-Frauen an den gesellschaftlichen Diskussionen und den Manifesten der Digger beteiligt waren, gibt es nicht (939). Im persönlichen und im privaten Bereich dagegen werden die Frauen geachtet. Winstanley forderte z.B. dass „Mann und Frau … in freier Entscheidung heiraten, wen sie lieben … Weder Herkunft noch Mitgift sollen der Verbindung im Wege stehen.“ (940)

Die zweite große These der Digger ist die der Gleichheit: In ihrem Manifest ‚The True Levellers Standard Advanced‘ forderten die Digger, „daß keiner über einen anderen herrsche, sondern alle einander als gleich geschaffen ansehen mögen.“ (941) Die Gleichheit der Digger basiert nicht auf Rechtsgleichheit, sondern auf ökonomischer Sicherheit und gilt für alle Menschen: „Und weiter ward uns bedeutet, daß nicht allein diese Gemeindewiese oder dieses Heideland vom Volk solle eingenommen und bewirtschaftet werden, sondern rechterweise alles Gemeinde- und Brachland in England und der ganzen Welt – ohne irgendwelches Eigentum gelten zu lassen.“ (942)
Die gesellschaftliche Umwälzung wollen sie gewaltfrei erreichen, weil der Sieg durch das Schwert Unterdrückung nach sich zieht (943). Sie wollten den Besitzenden ihre Gesetze und ihr Eigentum lassen, forderten im Gegenzug aber auch die Akzeptanz ihrer Gegengesellschaft, „daß eure Gesetze uns nicht erreichen sollen.“ (944) Sie erwarteten, dass diese Koexistenz nur ein Übergang sei, „daß der Geist in euch wirkt und ihr eure durch Mord und Diebstahl erworbenen Güter und Ländereien freiwillig fahren lasst.“ (945)
Den Diggers waren die, die Gesellschaft revolutionierenden Konsequenzen des Zugangs Aller zu den Commons (*) sehr bewusst. Sie forderten die entwürdigende Lohnarbeit generell einzustellen (946). Robert Coster legte das in „A mite Cast into the Common Treasury“ dar. Der Zugang zu den Commons eröffnet die Möglichkeit zum Generalstreik, zur großen Verweigerung der Arbeit für die Herren, denen deshalb Arbeitsleistungen und damit ihre Säcke voller Gold, die Grundlage ihres Stolzes genommen werden (947).
Weitsichtig wies Winstanley immer wieder darauf hin, dass die monarchistische Konterrevolution siegen wird, wenn die Revolution nicht fortgeführt und die Eigentumsfrage nicht gestellt wird. „Wenn ihr also nicht beizeiten erwacht, wird die Flut der auf normannischen [Anm. II] Privilegien gegründeten Gewalt euch alle ertränken. … Und während ihr redet und über Worte streitet, arbeiten mitten unter euch die normannischen Söldner insgeheim an der Wiedererringung ihrer Macht.“ (948)

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/20/utopien-die-digger-in-der-englischen-revolution/feed/
Staatsgewalt: Polizei, dein Freund und Schläger http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/19/staatsgewalt-polizei-dein-freund-und-schlaeger/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/19/staatsgewalt-polizei-dein-freund-und-schlaeger/#comments Fri, 19 Oct 2018 22:36:33 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/19/staatsgewalt-polizei-dein-freund-und-schlaeger/ Tatort, Morden im Norden, Die Rosenheim-Cops, Notruf Hafenkante, Soko Köln Potsdam München Stuttgart … Im Fernsehen und überhaupt in den Medien gibt es eine Flut von positiver Polizeidarstellung, alles andere seien halt Einzelfälle. Die Untertanen können also ruhig schlafen – sweet dreams.

Oder doch nicht?

Polizeigewalt
Feature „Täter in Uniform“ vom 18.04.2018, swr2:

Stimme:
Kamen Sie selbst schon mal mit illegaler Polizeigewalt in Berührung?
Polizist:
Ich hab das in jeder Station, die ich bei der Polizei durchlaufen hab, erlebt: Dass Leute verprügelt wurden! Bürger angegriffen wurden!…- Völlig Unverhältnismäßig!
Stimme:
Und wie oft haben Sie es erlebt?
Polizist:
Unzählige Male!

Stimme:
Clara hat Pfefferspray in den Augen, das brennt wie Feuer, sie kann nichts mehr sehen. Orientierungslos läuft sie los, versucht, aus dem Getümmel herauszukommen. Da nehmen Polizisten sie fest.
Clara:
Mir wurden dann die Arme verdreht, aufn Rücken,…- und ich hab halt immer weiter gerufen: Stopp! Keine Gewalt! Ja, ich hab furchtbare Angst gehabt! Es war halt vor allem n riesen Schock. Weil’s einfach so super brutal war, super schnell ging. Und vollkommen…Du konntest halt nichts machen! Ich hab mich total machtlos gefühlt.
Stimme:
Clara wird auf eine Polizeiwache gebracht. Dort wird sie einem Alkoholtest unterzogen, der ergibt, dass sie 0.0 Promille hat, – Clara mag keinen Alkohol. Sie trinkt nie welchen. Dann wird sie von fünf Polizisten, drei Männern und zwei Frauen, in eine Zelle gebracht und aufgefordert, sich nackt auszuziehen. Clara will das nicht. Sie hat Angst. Sie bittet darum, wenigstens die Männer hinaus zu schicken. Die verlassen jetzt zwar die Zelle, aber die Tür bleibt halb offen. Clara kann sehen wie sie da stehen und hineinschauen. Die zwei Polizistinnen, eine ältere und eine junge, fordern sie erneut auf, sich zu entkleiden.
Clara:
Und ich hab dann noch mal… und hab ihr in die Augen geguckt und hab gesagt: Bitte! Ich will das auf gar keinen Fall machen! …Und es gibt sicherlich auch andre Möglichkeiten, (…) – ich mach freiwillig nen… nen (…) Drogentest, wenn Sie Drogen suchen oder irgendwas, – Aber dann plözlich ist die andere, die ältere… direkt auf mich los gegangen,… und hat direkt los geschrien so: „Sie greift mich an! Warum greifst du mich an!“ (…) Und…dann kamen direkt auch die anderen…- also ich konnte auch gar nichts mehr erwidern, – dann kamen sofort die drei andern Männer rein,
Stimme:
Clara wird zu Boden gebracht.
Clara:
Dann saßen alle fünf irgendwie verteilt auf mir: auf meinen Armen, auf meinen Beinen, auf meinem Rücken, – ich hatte keine Möglichkeit mehr, mich zu bewegen, – ich lag dann aufm Boden, in diesem Raum, der komplett gefliest ist, (…) Dann hatt ich ja dieses umständliche Kleid und diese Leggins an, – die wurden mir einfach aufgerissen, (..), der BH, das war so n Bustier- also ohne Verschluss, wurde einfach abgerissen von meinem Körper,- (..) meine Unterhose wurde runter gerissen, (…) – und dann ähm…wurden meine Pobacken auseinander gedrückt, und irgendwelche Handschuhe, (..) ham mich dann halt an Po und Vagina…durchsucht.
Stimme:
Dann wird Clara nackt wie sie ist, aus der Zelle geschafft. Dabei wird ihr der Kopf auf Kniehöhe heruntergedrückt.
Clara:
Und…ähm…hab noch die ganze Zeit auf meine Unterhose in den Kniekehlen…geschaut, während ich versucht hab, zu laufen. Und dann wurd ich den Gang entlang ans andre Ende…ähm…vom Gang in ne andre Zelle verbracht. Auch an anderen Insassen vorbei,- also an anderen Polizisten. Ich hab dann da Uniformierte und Nicht-Uniformierte Füße gesehen, – an denen ich so vorbei…geführt wurde,… Nackt. Und heulend. Und…äh…vornübergebeugt.
Stimme:
Einen langen Gang entlang in eine Zelle. Sie wird hineingestoßen, landet auf den Knien. Hinter ihr fällt schwer die Tür ins Schloss. Clara möchte telefonieren. Jemandem sagen, wo sie ist.
Clara:
Und der Polizist an der Gegensprechanlage hat halt geantwortet: Sie können gar nicht telefonieren! Sie ham gar kein Telefon in der Zelle! Ich hatte wirklich das Gefühl so, ich verlier grad den Verstand! (…) Die ganze Welt ist auf den Kopf gestellt und… Und dann hab ich angefangen zu singen ganz laut. Alles, was mir eingefallen ist. Und mir richtig viel Mühe gegeben.

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/19/staatsgewalt-polizei-dein-freund-und-schlaeger/feed/
Mal ein wenig rätseln: http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/12/mal-ein-wenig-raetseln/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/12/mal-ein-wenig-raetseln/#comments Fri, 12 Oct 2018 18:03:46 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/12/mal-ein-wenig-raetseln/ Welcher Hut passt auf keinen Kopf?
Welcher Ring ist nicht rund?
Welcher Fall tut gut?
Aus welchen Gläsern kann man nicht trinken?
Welche ist die gefährlichste Hose?
Welche Köpfe sind leer am meisten wert?
Es ist kein Baum und hat doch viele Blätter?
Welche Schellen klingeln nicht?
Welche Feige kann man nicht essen?
Welcher Wurm hat menschliche Gestalt?

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/12/mal-ein-wenig-raetseln/feed/
Hambacher Forst: UND JETZT? – „Denn wir brauchen eben diese Selbstorganisierungserfahrung, um das Wissen zu sammeln und die Hoffnung wieder zu gewinnen, die es braucht, um die Welt auf den Kopf zu stellen und dann neu zu organisieren.“ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/10/hambacher-forst-und-jetzt/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/10/hambacher-forst-und-jetzt/#comments Wed, 10 Oct 2018 18:44:34 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/10/hambacher-forst-und-jetzt/ Erfolg von wem?

Die Rodung ist gestoppt. Und nicht nur das: RWE kündigt an, im Tagebau Hambach weniger Kohle zu fördern, damit es möglich ist bis Ende 2019 weiter zu baggern, bevor der Wald erreicht ist. Es gibt also einen Etappensieg zu feiern. Aber wer hat hier eigentlich gesiegt?

Zeitungen beginnen zu schreiben, der Erfolg sei ausschließlich auf das juristische Vorgehen des BUND zurück zu führen. Viele tausende Menschen, wurden in den letzten Wochen vom Thema „Hambi“ bewegt, und haben in dem brutalen und verantwortungslosen Vorgehen der Landesregierung im Interesse von RWE ihren Glauben in Demokratie und Rechtsstaat bedroht gesehen. Jetzt holen einige vielleicht erleichtert Luft und denken: Wie gut, auf den Staat ist ja doch Verlass.

Dem will ich vehement widersprechen. Auf uns alle ist ja doch Verlass. Auf die Kraft und die Stärke von sozialen Bewegungen ist Verlass. Das Gerichtsurteil war in jedem Fall politisch und kann als Erfolg einer breiten, vielfältigen sozialen Bewegung gefeiert werden. Der Druck der von den entschlossenen Protesten ausgingen, der sich immer mehr zuspitzte anstatt abzuebben, wurde in diesem Gerichtsurteil beantwortet. Außerdem ist zu bedenken, dass der BUND vielleicht nie um den Hambi geklagt hätte, wenn Aktivist*innen nicht schon über Jahre Aufmerksamkeit für diesen Kampf generiert hätten. Und es gilt auch nicht zu vergessen, dass die Tatsache, dass es Gesetze gibt, um die Natur zu schützen, eine Errungenschaft von sozialer Bewegung ist. Eine Errungenschaft von Protest.

Es ist also ein Erfolg von vielen, von denen die meisten nicht Mitglieder in großen Organisationen sind. Ja, es ist auch ein Erfolg von Baumbesetzer*innen, die seit Jahren ihre Körper der Rodungsmaschinerie entgegen stellen. Das ist wichtig zu sagen, auch wenn die schon ziemlich viel Aufmerksamkeit in den letzten Wochen bekommen haben. Zu hoffen bleibt, dass nicht nur die atemberaubenden Bilder von Menschen auf Bäumen in Erinnerung bleiben, sondern auch die emanzipatorischen Inhalte, die diese Menschen verkörpern.

Aber es ist auch ein Erfolg von vielen anderen. Von Menschen, die vor Jahren die einzigen im linken Spektrum waren, die gesagt haben, dass Braunkohle ein Problem ist. Von Menschen, die in langwieriger Arbeit eine Anti- Braunkohle-Bewegung aufgebaut haben, und immer mehr Menschen und schließlich auch große Organisationen und Parteien mit ins Boot geholt haben. Und es ist ein Erfolg von all den Menschen, die im Hintergrund die Arbeit gemacht haben, die es braucht, damit Aktionen, Treffen und Demos überhaupt stattfinden können: Von den Küchenkollektiven, den Ermittlungsausschüssen, der Unterstützungsgruppen für Menschen in Haft, den Out of Action Gruppen, den Menschen die Kinder betreut haben, den Menschen die einfach da waren und offene Arme und Ohren hatten, wenn mal alles zu viel wurde.

Vom Rodungsstop zum Braunkohleausstieg

Dass dieser Erfolg unser war, und nicht der des Rechtsstaats, bedeutet auch, dass wir weiter machen müssen. Wir haben jetzt gerade gezeigt, dass wir einen Unterschied machen können. Und die Hoffnung, die aus diesem Erfolg heraus entsteht, ist auch eine Hoffnung darauf, dass wir das Klimachaos noch eindämmen können. Es ist die Hoffnung darauf, dass wir in einer selbstbestimmten Welt leben können, die ein gutes Leben für alle bringt.

Auch wenn der Hambacher Wald erst einmal geschützt ist, geht die Braunkohleverstromung weiter. Wir sollten all die Aufmerksamkeit, die durch diesen wundervollen Wald auf das Thema Braunkohle gelenkt wurde nutzen, um Braunkohleverstromung endgültig und so schnell wie möglich zu stoppen. Ein sofortiger Braunkohleausstieg ist die Bedingung dafür, dass die Klimaziele eingehalten werden können. Dafür heißt es jetzt: dran bleiben! Lasst uns den Druck immer weiter aufbauen, und damit RWE und andere fossile Industrie ins Museum bringen. Dabei soll es nicht nur darum gehen, zu erneuerbaren Energien zu wechseln, sondern auch um eine dezentrale Energieversorgung in Bürger*innenhand.

Es reicht nicht aus, dafür auf die Kohlekommission zu setzen. Diese Verhandlungen, die jede*n einzelne*n von uns angehen, sollten von unten geführt werden. Außerdem sollten Menschen aus dem globalen Süden eine leitende Rolle in diesen Verhandlungen haben, da sie viel stärker vom Klimawandel betroffen sind, und so schließlich auch davon, ob wir hier Braunkohle verfeuern. In der Kohlekommission sind sie bisher gar nicht vertreten.

Was können unsere nächsten Schritte sein hin zum Braunkohleausstieg? Vom 25. – 29. Oktober findet die nächste Ende Gelände Massenaktion statt. Sie ermöglicht einen guten Einstieg in die Welt des zivilen Ungehorsams. Schnapp dir deine Freund*innen oder deinen Sportverein, bildet eine Bezugsgruppe und los!

Die Braunkohle Verbrennung und die damit verbundene Klimakatastrophe kann aber auch zu jedem anderen Tag im Jahr blockiert, gestört und verzögert werden. Wenn du Lust hast, eine Kleingruppenaktion im rheinischen Braunkohlerevier zu machen, dann informiere dich doch bei Zucker im Tank.

Es gibt auch schon zahlreiche andere Gruppen die zum Thema Braunkohleausstieg arbeiten. Bestimmt auch in deiner Nähe. Schließe dich einer an, denn mit langfristiger Organisierung können wir morgen das erreichen, was heute noch unmachbar scheint – so, wie vor ein einigen Jahren ein verfrühter Braunkohleausstieg noch undenkbar war und jetzt in greifbare Nähe gerückt wurde.

Vom Braunkohleausstieg zum guten Leben für alle

Und was kommt nach dem Braunkohleausstieg? Können wir dann endlich nicht nur einen Etappensieg, sondern einen endgültigen Sieg feiern? Nein, können wir leider immer noch nicht. Denn wir kämpfen für Klimagerechtigkeit, und die bedeutet nicht nur das Aufhalten von Klimachaos, dem wir dann einen Schritt näher gekommen sind, sondern auch ein Verändern der Umstände, die Klimawandel überhaupt erst möglich gemacht haben. Was wir brauchen ist ein Systemwandel. Aber ein Braunkohleausstieg, der von unten, von einer breiten, selbstorganisierten Bewegung erkämpft wurde, ist ein erster Schritt dorthin. Denn wir brauchen eben diese Selbstorganisierungserfahrung, um das Wissen zu sammeln und die Hoffnung wieder zu gewinnen, die es braucht, um die Welt auf den Kopf zu stellen und dann neu zu organisieren.

Um einem gerechten und nachhaltigen Gesellschaftssystem näher zu kommen, müssen wir anfangen, nein zu sagen zu den menschenverachtenden Umständen, die uns umgeben. Es lohnt sich, wenn du dir Verbündete suchst und dich zu den Themen organisierst, die dich betreffen und beschäftigen. So können wir an vielen verschiedenen Themen arbeiten und trotzdem gemeinsam handeln. Denn Klimawandel hat auch etwas mit Mietpolitik und Gentrifizierung zu tun, mit Seenotrettung und Rechtsruck. Und schließlich vereinen sich all diese Kämpfe, weil sie für dasselbe stehen: Für ein menschenwürdiges, gutes Leben für alle. Dieser Kampf hat erst begonnen.

zu finden auf:
https://hambacherforst.org/blog/

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/10/hambacher-forst-und-jetzt/feed/
Mal ein bisschen Poesie: Poesiealbum http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/08/mal-ein-bisschen-poesie-poesiealbum/ http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/08/mal-ein-bisschen-poesie-poesiealbum/#comments Mon, 08 Oct 2018 19:12:05 +0000 Administrator Allgemein http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/08/mal-ein-bisschen-poesie-poesiealbum/

Einträge aus der Grundschulzeit:

Nenne Dich nicht arm, weil Deine Träume nicht in Erfüllung gehen, wirklich arm ist der, der nie geträumt hat.

Bleibe immer lustig, immer froh! So wie die Maus im Haferstroh!

]]>
http://umsonstladenbremen.blogsport.de/2018/10/08/mal-ein-bisschen-poesie-poesiealbum/feed/