Stellungnahme von den Bewohner_innen des Wagenplatz Querlenker zur Räumung der Brache

Die Bewohner_innen des Wagenplatzes Querlenker möchten hiermit zu den Vorgängen um den Güterbahnhof Stellung beziehen, die uns und unsere Nachbar_innen betreffen. Am Montag, den 4. Februar 2019 begann die Räumung der Brache hinter dem Güterbahnhof, die von uns und verschiedenen obdachlosen Menschen bewohnt wird.

Seit Monaten leben wir mit einer erhöhten Polizeipräsenz, die in wenigen Wochen zu einer dauerhaften Überwachung durch Securities, eventuell Wachschutz und Polizei führen wird. Den Verlauf der Geschehnisse und einen Ausblick möchten wir nun skizzieren.
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Der A-Test von Die schönen Rosen

1. Möchtest Du, dass andere über Dich bestimmen?
2. Möchtest Du über andere bestimmen?

Wenn Du die ersten beiden Fragen mit nein beantwortet hast, kannst Du schon nach unten zur Auswertung scrollen.
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Aktivisten blockieren Kundencenter swb

Pressemitteilung: Klimagerechtigkeit statt Konzerninteressen!

Wir blockieren heute am 04. Februar 2019, seit 12 Uhr das Kundencenter der swb AG in der Sögestraße. Mit rund 30 Aktivist*Innen stören wir den normalen Betriebsablauf und informieren Menschen über die unzureichenden Ergebnisse der sogenannten Kohlekommission und den Anteil der Bremer Energieversorgerin swb am Klimawandel. Wir fordern einen sofortigen Ausstieg aus Verstromung, Abbau und Import von Stein – und Braunkohle. Deutschlandweit und explizit hier in Bremen!
Wir reihen uns mit dieser Aktion in die deutschlandweite Ende Gelände – Aktionswoche ein und stehen solidarisch zu weiteren Aktionen, die diese Tage in ganz Deutschland stattfinden.
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Direkte Aktion: Die Stadt Köln will ihren ältesten Bauwagenplatz verkaufen

Am Donnerstag um 13 Uhr besetzten Sympathisant*innen der Wagenplätze und des Autonomen Zentrums das Stadthaus Deutz. Mit Sofas, Teppichen, Schlafsäcken und Zelten sowie einer mobilen Suppenküche und Soundanlage ließen sich 120 Personen in der Eingangshalle nieder. Kletteraktivist*innen seilten sich an der Gebäudefront ab und entrollten ein zehn Meter langes Transparent mit der Aufschrift „Wagenplätze und AZ bleiben“. Dazu hängten mehrere Menschen auf der Dachterrasse weitere Transparente auf und ließen bunten Rauch aufsteigen. Im Büro von Detlef Fritz, dem Leiter des Liegenschaftsamtes, und Markus Greitemann, dem Baudezernenten der Stadt Köln, verteilten Aktivist*innen Konfetti, Luftschlangen und Flyer.

Eine davon ist Luisa Richter vom Wagenplatz „Wem gehört die Welt“. Sie erklärt: „Wir haben das Gebäude besetzt, weil wir es satthaben, nicht zu wissen, wie es mit unserem Wagenplatz weiter geht. Wenn wir dort vertrieben werden, haben wir kein Zuhause mehr. Wir werden uns aber nicht einfach in Luft auflösen. Damit die Stadt das endlich begreift, schlagen wir unsere Zelte hier auf – wir sind gekommen, um zu bleiben.“

Derweil spielten die Anwesenden in der Eingangshalle friedlich Tischtennis und Gesellschaftsspiele, hielten Ansprachen über Megaphon. Sie erklärten sich solidarisch mit den Aktivist*innen in den Büros, an der Fassade und auf dem Dach. Sabrina Purple, eine Nutzerin des Autonomen Zentrums, macht deutlich: „Wir fordern, dass alle Kölner Wagenplätze und das Autonome Zentrum genau da bleiben, wo sie sind. Das Autonome Zentrum soll durch Rollrasen ersetzt werden, die Wagenplätze sind von Bebauung bedroht – das sind für uns zwei Seiten derselben Medaille. Hier sollen soziokulturelle Freiräume zugunsten wirtschaftlicher Interessen aus Köln verdrängt werden.“ Die Stadt habe sich lange genug aus der Verantwortung gezogen. Heute würden die Aktivist*innen bleiben, bis sie ihre Forderungen erfüllt sehen.

Pressemitteilung des Aktionsbündnisses rabAZ

Köln, 31.01.2019

aus: http://wemgehoertdiewelt.blogsport.de/2019/02/01/pm-stadthaus-deutz-besetzt/

De Moker – radikale Jugendbewegung (Niederlande 1923 – 1928): Frieden-Krieg-Revolution

FRIEDEN – KRIEG – REVOLUTION

Frieden ist das Paradies für die Bourgeoisie.
Frieden ist das Zeitalter ruheloser Ausbeutung und Knechtschaft des Proletariats.
Frieden ist die größte Gewinnmaschine für die Kapitalisten.
Frieden bedeutet Kriegsvorbereitung.
Frieden ist die Verfestigung der Lohnsklaverei.
Frieden ist das Eldorado der Partei- und Gewerkschaftsführer.
Frieden verurteilt tausende Revolutionäre zur Verkümmerung und Folter in den Gefängnissen des kapitalistischen Systems.
Frieden ist Schwelgen und Genuß für die herrschende Klasse.
Frieden ist Unterernährung, Krankheit, Prostitution für das Proletariat.
Frieden ist Untergang!

Krieg ist eine notwendige Folge des kapitalistischen Friedens.
Krieg ist die Beschleunigung des Untergangstempos.
Krieg ist das Schoßkind der Munitionsfabrikanten, Bänker und aller Zuhälter des Todes.
Krieg ist Vergiftung, Verderben wehrloser Mütter und Kinder.
Krieg ist Selbstzerstörung und Selbstentehrung.
Krieg ist das Kind, geboren aus dem kranken Leib der modernen Wissenschaft.
Krieg ist der Todesstrahl, Pest- und Cholerabazillen.
Krieg ist öffentliches Töten auf Befehl.
Krieg ist Verrohung und Tierwerdung.
Krieg bedeutet die totale Vernichtung der Menschheit.
Krieg ist Bereicherung Weniger und Elend Vieler.
Krieg ist der Tod!

Kein Frieden, kein Krieg, sondern:
REVOLUTION
denn:

Revolution ist Umkehrung und Umsturz.
Revolution ist Menschwerdung.
Revolution ist die Vernichtung des kapitalistischen Produktionssystems.
Revolution ist die tatsächliche Vernichtung aller Kampfmittel.
Revolution ist die Auflösung von Parteien und Gewerkschaften.
Revolution ist die Ausrottung von Gefängnissen und Zuchthäusern, Kneipen und Kasernen.
Revolution ist die Enteignung der Bourgeoisie.
Revolution ist die Befreiung von der Arbeit.
Revolution ist die Entfaltung des freien Menschen.
Revolution ist die Personalisierung und damit die Vereinigung des Proletariats.
Revolution ist das Bahnbrechen des eigenen Willens für den Aufbau einer neuen Gemeinschaft freier Menschen.
Revolution ist das große Feuer, aus dem der Phönix der Freiheit aufsteigen wird.
Revolution ist das Wesen der Jugend.
Revolution ist das Leben!

De Moker S. 159-60
aus: van der Laan, Jaap (Hrsg.): De Moker 1923-1928 & De Pook 1926-1928. Utrecht: Kelderuitgeverij 2016.

Immer wieder derselbe Kampf: Weg mit §§ 218 und 219

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland gemäß § 218 StGB grundsätzlich für alle Beteiligten strafbar. In bestimmten Situationen ist ein Abbruch straffrei, bleibt aber rechtswidrig.
§ 219a verbietet die Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft. Ärzte, die auf ihrer Website darüber informieren, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, können angeklagt und verurteilt werden, wie 2018 die Ärztin Kristina Hänel.


Roman: Zehn unbekümmerte Anarchistinnen

Klappentext:
1872 weilt Bakunin in der Uhrenstadt Saint-Imier im Schweizer Jura, wo die Antiautoritäre Internationale gegründet wird. Zehn Frauen werden von den Freiheitsideen angesteckt und beschliessen, nach Südamerika auszuwandern, um dort ein herrschaftsfreies Leben auszuprobieren. Als Kriegskasse beschafft sich jede eine Longines 20A.

Zwar beginnt es schlecht, von den beiden vorangegangen Frauen, dem Liebespaar Colette und Juliette, trifft bald die Nachricht ihres gewaltsamen Todes ein. Trotzdem machen sich die andern acht auf den Weg. Mit einem Schiff, auf dem auch Verbannte der Pariser Kommune eingesperrt sind und auf dem Émilie bei einer Geburt stirbt, gelangen die übriggebliebenen sieben nach Punta Arenas in Patagonien, wo sie gemeinsam eine Bäckerei und eine Uhrmacherwerkstatt aufbauen. Sie trotzen machistischen Kolonialbeamten und verfolgen in Freiheit ihr Liebesleben, jede nach ihrem Geschmack.

Auf der Basis historischer Dokumente und mit Hilfe seiner Imagination erzählt Daniel de Roulet das Schicksal von zehn Frauen, die in einer Zeit, die ihnen nichts zu bieten gewillt war, die Freiheit suchten.

„Für die Anarchisten, die überall in der Mehrheit waren, war das herrschende politische Klima einerseits günstig, zugleich aber auch sehr gefährlich, denn Polizei und Gefängniswärter und sogar die Feuerwehrleute, die man inzwischen mit Gewehren bewaffnet hatte, waren mit neuen Befugnissen ausgestattet worden. In zwanzig Jahren hatte sich die Einwohnerzahl von Buenos Aires verdoppelt, war auf über eine Million angestiegen, und nicht alle Menschen fanden eine Unterkunft. Die Zeit der leer stehenden Häuser in den wohlhabenden Vierteln war vorbei. Die Arbeiterfamilien lebten zu sechst oder acht in einem Raum, in dem sie aßen und schliefen. Ungeniert erhöhten die Wohnungseigentümer die Mieten, die inzwischen ein Drittel der Einkommens oder mehr betrugen.
Daher beschlossen Germaine und einige unbekümmerte Frauen, einen Mietstreik zu organisieren, fall die Eigentümer nicht bereit wären, die Mieten deutlich zu senken. Ausgehend von San Telmo breitete der Streik sich von Wohnblock zu Wohnblock aus. Auch Leute, die keine Proletarier waren, schlossen sich an. die Polizei reagierte umgehend, gestützt auf ein neues Wohngesetz, das jede widerspenstige Person zur Deportation nach Europa verdammte.
Um die streikenden Mieter aus ihren Wohnungen zu vertreiben, wurde das mit Mauserwaffen ausgestattete Feuerwehrkorps eingesetzt. Dessen Methode: die Bewohner mit dem Gewehr auf Abstand halten und mit Feuerwehrschläuchen ihre Wohnungen unter Wasser setzen, wobei Mobiliar und Besitz der Familien vernichtet wurden. Der Polizeichef, Oberst Falcón, erschien persönlich vor Ort, um zu bestimmen, welche Wohnhäuser unter Wasser zu setzen seien. Dass Germaine und unsere Freunde ihm überallhin folgten, ärgerte ihn. Es dauerte eine Weile, bis die anarchistischen Gewerkschaften ihre Initiative unterstützen. Weibergeschichte, sagte ein Genosse sogar. Schließlich aber wurde aus Solidarität mit den Mietern ein Generalstreik beschlossen. Doch am Tag vor dem großen Ereignis tauchte die Polizei in Begleitung von Journalisten in den Gewerkschaftsräumen auf, wo sie Material zum Bombenbau entdeckte. Ein von Falcón arrangierter Coup. Die Mieter bekamen es mit der Angst zu tun, der Generalstreik fand nicht statt, die Leute bezahlten wieder ihre Mieten. Germaine verzweifelte.“ S. 166 – 168

Noch ein Lied: Umsonstläden

Auf „Hey, Pippi Langstrumpf“
C d G C (4x)

2 mal 3 macht 4, widewidewitt und 3 macht neune,
ich zähl nie mein Geld, widewide weils mir nicht gefällt.
Geh ich ins Geschäft, holla holla hopsa durch nen Laden,
nehm ich einfach mit, alles was ich hier zum Leben brauch

Refrain: C F G C (4x)

Hey Gratisleben, trallali trallala tralla hoppsassa
Hey ohne Arbeit, so leben wie’s gefällt (2x)

Ohne Geld geht’s auch, widewide wer will’s von mir wissen?
Alle groß und klein, trallalalla lad ich hierher ein.

C F G C
a F G C
F G C
a F G FGC

Es gibt ein Haus, ein Gratisleben-Haus,
voll Mäntel, Spielzeug, Kram, die liegen da für alle aus,
denn dieses Haus, voll Hosen, Büchern, Schuh‘n,
zeigt jedem der’s besucht, ein neues 1×1 der Welt.

2 mal 3 macht 4, widewidewitt und 3 macht neune,
ich zähl nie mein Geld, widewide weils mir nicht gefällt.
Ohne Geld geht’s auch, widewide wer will’s von mir wissen?
Alle groß und klein, trallalalla lad ich hierher ein.

Hey Gratisleben …

aus: http://projektwerkstatt.de/index.php?domain_id=1&a=13436

Hambacher Forst

Die Bilder zeigen den Hauptweg zwischen Beechtown und Cosytown zwischen April 2016 und heute.

aus: https://hambacherforst.org/blog/

Malerei: animal utopia


Hartmut Kiewert, Lazy Afternoon II, Öl auf Leinwand, 120 × 150 cm

Bilder unter:
https://hartmutkiewert.de/malerei1/bilder/

Frauendorf Jinwar

Jinwar ist ein ökologisches Frauendorf, das in der Nähe der Kleinstadt Dirbesiyê entstanden ist. Inmitten des syrischen Bürgerkriegs verfolgt Jinwar das Ziel, einen alternativen, friedlichen Ort für Frauen zu schaffen, an welchem sie frei von jeglicher Gewalt zusammen leben können. Das Dorf wurde auf dem Prinzip der Selbstversorgung gegründet, um Frauen die Möglichkeit zu geben, für ihre eigenen Grundbedürfnisse aufzukommen. Von Frauen für Frauen aufgebaut, soll das Dorf in Nordsyrien Frauen aller Kulturen und Religionen sowie ihren Kindern ein Zuhause bieten.

Es ist eines der vielen Projekte, die durch Erdoğans Angriffskrieg bedroht sind. Eine der Frauen, die von Anfang an am Aufbau von Jinwar beteiligt waren, ist die Internationalistin Nûjin, die seit zwei Jahren in Rojava ist.

Als ich von der Idee des Frauendorfes gehört habe, war ich fasziniert. Auch in Deutschland haben wir schon viel versucht, wurden aber immer wieder auf dieselben Fehler zurückgeworfen. Wir haben nicht den Schritt in eine nachhaltige Praxis geschafft, keine Schritte unternommen, die über unsere Denkgebäude und Alltagspolitik hinausgehen. Schon länger hatte ich darüber nachgedacht, eine Zeitlang nach Rojava zu gehen. Hier wird trotz aller Widersprüche so viel verwirklicht, verbunden mit großer gesellschaftlicher Kraft.

Die Bauarbeiten dauerten knapp zwei Jahre. Natürlich kommen mit jeder Frau, die hierherkommt, auch neue Ideen, die umgesetzt werden. Bisher gibt es 30 Wohnhäuser mit jeweils zwei bis fünf Zimmern, eine Schule, die Jinwar-Akademie, eine Bäckerei, einen Laden, das Gesundheitszentrum und die Gemeinschaftsküche. Der Dorfladen wird als Kooperative organisiert. Abgesehen davon hat Jinwar auch noch Schafe, Hühner, einen großen Stall für die Tiere und ein Wasserbecken gebaut, das auch als Schwimmbad dienen kann. Das Land ist ehemaliges Regimeland, es gibt genug Land, so dass die Frauen sich selbst versorgen können.

Natürlich gab es auch viele Fragen. Zum Beispiel wurden wir gefragt, ob wir wollen, dass alle Frauen ohne Männer leben. Das Ziel ist nicht, dass alle Frauen so leben sollen, aber für einige ist das der logische Schritt. Zum Beispiel für Frauen, deren Ehemänner gefallen sind, das haben dann auch konservative Menschen verstanden. Das Schöne an Jinwar ist ja, dass hier unterschiedliche Frauen zusammenkommen und kommunale Lebensformen weiterentwickelt werden, die dann auch wieder andere Teile der Gesellschaft inspirieren können. Nicht als Insel, sondern immer im Austausch, als Teil einer gesamtgesellschaftlichen Veränderung. Was die Menschen dann am allermeisten überzeugt hat, war die ganze Atmosphäre hier. Sie ist respektvoll und kommunal. Viele, die am Anfang skeptisch waren, wollten später gar nicht mehr weg.

Schritt für Schritt wurde auch eine gemeinsame Grundlage entwickelt und der Dorfrat aufgebaut. Es musste eine gemeinsame Form gefunden werden, das kollektive Leben und Arbeiten zu organisieren. Es wurden Seminare zum Thema Jineolojî durchgeführt, nicht als abstrakt vermittelte Ideenwelt, sondern auf der Grundlage der Gemeinsamkeit von Theorie und Praxis. Oft geht es dabei um sehr Dorf-nahe Themen wie beispielsweise die Weitergabe von Wissen über Naturmedizin.

Von Anfang an sind auch Frauen von feministischen Bewegungen aus aller Welt hierhergekommen. Es gab gemeinsame Diskussionen und viele haben Inspiration von hier mitgenommen. Dieses Dorf kann ein Modell sein, aktuell diskutiert die Frauenbewegung tatsächlich schon über ein weiteres Dorf bei Kobanê.

aus: https://anfdeutsch.com/frauen/sollen-alle-frauen-ohne-maenner-leben-8604

Mal ein Lied: Gitte Haenning

Tränen? – vielleicht

Ich hab‘ beinah‘ 30 Jahre gebraucht
um zu sein, wie ich eigentlich bin
30 Jahre lang hab‘ ich auf Andr‘e geschielt
um zu sein, wie die Anderen sind.
Du hast die Träume zerschlagen
Ich muss mich bedanken,
denn jetzt bin ich wach.
Seit das Glas, das so lang zwischen mir
und der Welt stand,
auf einmal zu Scherben zerbrach.

Ja, ich muss raus.
Halt‘ mich nicht auf.
Jetzt hol‘ ich alles nach.

Tränen? – vielleicht.
doch der Grund bist nicht du.
Ich wein‘ aus Trotz und vor Glück.
Tränen? – vielleicht.
Doch ich weiß,
was ich tu‘.
Ich seh‘ nicht einmal zurück.
Aus Fehlern lernt man.
Vom Schmerz erwacht man.

Ich hab‘ beinahe 30 Jahre gebraucht,
um zu tun, was ich eigentlich will.
30 Jahre lang hab‘ ich die Brave gespielt,
ich war angepasst, folgsam und still.
Ich weiß, du willst nur mein Bestes,
doch eben mein Bestes behalt‘ ich für mich.
Und du wirst es erst langsam begreifen,
du glaubst ja noch immer,
ich sterb‘ ohne dich.

Doch ich muss raus.
Halt‘ mich nicht auf.
Jetzt hol‘ ich alles nach.

Tränen? – vielleicht.
doch der Grund bist nicht du.
Ich wein‘ aus Trotz und vor Glück.
Tränen? – vielleicht.
Doch ich weiß,
was ich tu‘.
Ich seh‘ nicht einmal zurück.

Mach mit

Der Umsonstladen ist selbstorganisiert. Er ist das, was wir und die Nutzerinnen daraus machen. Lust aktiv zu werden? Du bist willkommen.

Realsatire SPD: Altersvorsorge Flaschenpfand

Das letzte Pfund der SPD (Frank Graf)

Die SPD ist am Ende…

Frau Zypries ist ein medizinisches Wunder – das nun so stark schlagende sozialdemokratische Herz scheint in den knapp drei Jahren, in welchen sie als Mitglied des Kabinetts von Bundeskanzler Schröder tätig war, ausgesetzt zu haben: Nicht nur wurde während dieser Periode die gesetzliche Rentenversicherung zugunsten privater Banken und Finanzdienstleister demontiert, eine Rentenkürzung inklusive, sondern auch einer »der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt«, wie Schröder sich anlässlich einer Rede vor den notorischen Hungerleidern des World Economic Forums in Davos 2005 rühmte.

Doch nun ist Zypries bestrebt, den von ihr mit zu verantwortenden Schaden wieder wettzumachen. Wie? Durch politischen Einsatz für höhere Löhne und auskömmliche gesetzliche Renten? Zypries wäre nicht Sozialdemokratin, wenn sie nicht statt dieser altmodischen Methoden eine viel bessere und zeitgemäßere Idee in petto hätte; sie möchte endlich das enorme rentenpolitische Potential von Flaschenpfandbons nutzbar machen: »Ihr schwebt eine App auf dem Smartphone vor, mit der man etwa die Strichcodes der Pfandbons direkt einliest und dann der Betrag auf ein Vorsorgekonto übertragen wird.« Ein philanthropisches Meisterstück: Zum einen hätten die Durchschnittsverdiener bereits in jungen Jahren einen Anreiz, sich in der für ihr Rentenalter unabdingbaren Zivilisationstechnik des Flaschensammelns zu üben, zum anderen kann die angesparte Summe auf die im Rentenalter zu erwartende Grundsicherung angerechnet werden und so die Sozialkassen entlasten.

Das letzte Pfund, mit dem die einst sozialdemokratische SPD noch wuchern kann, ist das Flaschenpfand.

aus: http://www.ossietzky.net/24-2018&textfile=4608

Erst das Fressen, dann die Moral

Satire: Die Anstalt vom 18.12.18

https://www.zdf.de/comedy-show